Von September bis Dezember unterwegs für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Günter Hibbing sammelt wieder Spenden

Für die gute Sache: Günter Hibbin. - Foto: Fischer

Heidekreis - Günter Hibbing macht ordentlich Kilometer. Beinahe Tag für Tag schlüpft er in seine Uniform, schnappt seine Spendendose und marschiert los. Von Haus zu Haus, um Geld für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu erbitten. Der 76-jährige Reservist gehört zu den erfolgreichsten Sammlern Niedersachsens.

Vor drei oder vier Jahren hatten er und seine Kameraden von der Reservistenkameradschaft Fallingbostel-Walsrode stattliche 23 000 Euro für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gesammelt. „Wir“, das sind noch seine Reservisten-Kameraden Hans-Heinrich Meyer und Johannes Schwarz. Zusammen sind sie die Hauptsammler der RK Fallingbostel-Walsrode. Gelegentlich werden sie von weiteren Kameraden begleitet.

Der Einsatz von Hibbing kommt nicht von ungefähr. „2001, kurz vor meinem Ruhestand, war ich mit einigen Reservisten-Kameraden bei einer Kranzniederlegung auf einem Friedhof in Verden. Dort sah ich eine weinende alte Frau sitzen und fragte, ob ich ihr helfen kann“, erinnert sich Hibbing. Doch die Dame verneinte. „Sie hatte zwei Tage zuvor endlich erfahren, dass ihr im Zweiten Weltkrieg gefallener Sohn in Litauen bestattet sei. Jetzt wolle sie dorthin reisen, das Grab besuchen und könne danach für immer die Augen schließen. Diese Frau war tatsächlich einfach glücklich.“

Diese Begegnung hat tiefen Eindruck hinterlassen, wurde doch unterstrichen, welche Bedeutung den Kriegsgräbern und deren Pflege zukommen kann. Hibbing entschloss sich, jedes Jahr, von September bis Dezember, Geld für die Arbeit des Volksbundes zu sammeln. „Seit 16 Jahren bin ich in Bad Fallingbostel unterwegs, seit fünf oder sechs Jahren auch in Walsrode.“ Auf das Wort „sammeln“ legt er großen Wert. „Ich bettle nämlich nicht.“ Er hat immer ein offenes Ohr für die Belange der Leute. „Manchmal werde ich ins Wohnzimmer gebeten, und die Leute erzählen mir, was sie bedrückt.“

2015 war der Ruheständler 260 Stunden in Sachen Sammlung unterwegs. Wie viele es diesmal sein werden, weiß er nicht, wohl aber, dass er in Zukunft weiterhin losmarschieren wird. Einen Nachfolger gibt es nämlich (noch) nicht. - mf

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