Gemeinde organisiert mit Jugendlichen eine Lan-Party in der Aula

Zwischen Düsterwölfen und Zauberkünsten

Die Aula verwandelt sich mit zahlreichen vernetzten Computer zu einem Veranstaltungsort einer Lan-Party. Die jungen Gäste „zocken“die Nacht durch.

Leeste - Von Maren Jensen. 20 Stunden Computerspielen: Für viele Jugendliche ist es ein Traum. Jeder Fünfte der 16- bis 18-jährigen Jugendlichen „zockt“ länger als drei Stunden täglich. Dies ergab eine Studie des Branchenverbandes Bitkom. Doch alleine spielen, kann auf Dauer langweilig werden. In ganz Deutschland und auch in Weyhe werden daher sogenannte Lan-Partys veranstaltet, bei denen jeder Computerspiel-Begeistete seinen eigenen Computer mitbringt und sich mit anderen messen kann.

Rund 30 Jugendliche haben sich am Sonnabend in der Aula der Grundschule Leeste versammelt, um bei einer Lan-Party neue Spiele auszuprobieren und sich mit anderen zu messen.

Bis zum frühen Morgen wird „gezockt“.

Lautes Gelächter, belustigte Schimpftiraden und frustrierte Seufzer waren keine Seltenheit. Die Hauptorganisation hatten zum vierten Mal Schüler Kevin Siering (18) und Student Fabio Sobotzki (19) übernommen. Vor einem Jahr hatten sie die erste Veranstaltung in Zusammenarbeit mit einigen Lehrern der KGS Leeste umgesetzt. Da jedoch zunehmend Teilnehmer die Schule verlassen haben, wird dieses Event von nun an in Kooperation mit der Gemeinde Weyhe veranstaltet. „Es musste einfach eine Lan-Party in unserer Umgebung geben“, sagte Siering. Die Teilnahme kostete 15 Euro. Die Gebühren deckten die Kosten für Verpflegung und die gekauften technischen Geräte. „Ich bin wirklich beeindruckt von der Atmosphäre und der Selbstorganisation der Jungendlichen“, sagte Sozialpädagoge Till Wörner (32) vom Jugendhaus Trafo. Gemeinsam mit Sönke Jungen (30) begleitete er die erste Hälfte dieses Spieletreffs. „Es macht Spaß, in die Lebenswelt der Jungendlichen einzutauchen. Und es ist erstaunlich, wie viel Fachwissen die meisten hier von Computern haben“, so Wörner. Um 2 Uhr nachts lösten Mitarbeiter des Jugendhaus Leeste die Kirchweyher ab.

Ein paar Snacks und Getränke reichen – dann tauchen die Jugendlichen wieder in die virtuelle Welt ein. - Fotos: Husmann

Jeder der Jugendlichen hatte seinen eigenen (selbstgebauten) Computer mitgebracht. Besonders Aufmerksamkeit erregte „Das Monstrum“, eine riesige, schwarze Maschine, die so allerhand Tricks drauf hat. „Den habe ich für meinen Freund gebaut“, sagte der 19-Jährige Alex Jordan, der im nächsten Jahr ein Informatik-Studium aufnehmen möchte. Rund 2 000 Euro hat der „Gamer-PC“ gekostet. Jordan spielte „Magicka 2“. Das Action-Rollen-Abenteuer verwandelt ihn virtuell mit seinen drei Mitspielern Tobias Waschk (18), Marvin Adler (18) und Marco Wehrmann (22) in eine Kutte tragende Hexer, die mit Blitzen und Feuerstrahlen Monster bekämpfen oder mit Feuerdruckwellen die eigenen Kollegen in die Luft jagen. Mehrere Stunden dauerte ein Partie, wer keine Lust mehr hat, kann aussteigen. Das Quartett ist schon seit der ersten Lan-Party ein eingespieltes Team und nennt sich liebevoll den „Kern“ der Gruppe.

Mit Tee, Cola und zwei Runden Pizza rüsteten sie sich für die Nacht. „Es macht einfach Spaß, sich untereinander austauschen zu können und neue Dinge kennen zu lernen“, sagt Adler.

Unter den rund 30 Teilnehmern befanden sich auch vier Mädchen. Diese waren aber eher zum Spaß, als zum Zocken da. „Ich spiele in meiner Freizeit eigentlich gar nicht“, sagt Abiturientin Franziska Gröhe (18). Gemeinsam mit den anderen Mädchen probierte sie Mario Kart aus, ein Autorennspiel durch bunte Phantasiewelten und kniffligen Hindernissen.

Die Teilnehmer probieren zahlreiche Spiele aus.

Auch Neulinge waren in der Aula der Hundertwasser-Grundschule vertreten. Der 16-Jährige Ivo Vörtmann beteiligte sich zum ersten Mal an einer so großen Lan-Party. „Ich werde definitiv wieder kommen“, sagt er. Konzentriert tauchte er in die Welt von „League of Legends“ ein, ein oft gesehenes Programm am Abend und in der Nacht. Mit einer Community von 100 Millionen Teilnehmern zählt es zu den erfolgreichsten Produkten der vergangenen fünf Jahre. Düsterwölfe und Golems nennen sich beispielsweise einige der Charaktere. Eine Runde dauert je nach Spieleranzahl, Karte und Modus zwischen 15 bis 60 Minuten. Aber auch unbekanntere Programme testeten die Jugendlichen mit viel Interesse und Spaß.

Zwar stellten die Organisatoren zwei Klassenräume als Schlafplatz zur Verfügung – genutzt wurde sie jedoch nicht. Vielmehr fielen den meisten Jugendlichen in den frühen Morgenstunden die Augen auf den Stühlen zu.

Einige Teilnehmer schafften es, sogar bis 12 Uhr, dem Schluss, durchzuhalten, um dann erschöpft, aber glücklich ins Bett zu fallen.

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