SPD will dem Baudenkmal der Gemeinde eine Innensanierung spendieren

Sudweyher Bahnhof: Weg vom Abstellgleis

Der Weyher Vizebürgermeister und SPD-Fraktionschef Frank Seidel wirft einen Blick in die Innenräume des Sudweyher Bahnhofs.
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Der Weyher Vizebürgermeister und SPD-Fraktionschef Frank Seidel wirft einen Blick in die Innenräume des Sudweyher Bahnhofs.

Sudweyhe - Von Sigi Schritt. Der Sudweyher Bahnhof schlummert seit vielen Jahren einen Dornröschenschlaf. Zwar ist das Gebäude von außen saniert und sieht aus wie im Entstehungsjahr 1910, als die Bremen-Thedinghauser Eisenbahn eingeweiht worden war, aber das Innere bleibt ein Sanierungsfall – trotz eines einstimmigen Ratsbeschlusses.

Alle im Rat vertretenen Parteien hatten Ende 2008 beschlossen, dass das überfüllte Gemeindearchiv aus der Wassermühle in das Bahnhofsgebäude verlegt wird. Dazu sollten die Innenräume hergerichtet werden. Das ist jedoch nicht geschehen. Grund genug für die SPD-Fraktion, sich das Baudenkmal anzuschauen. Sie hatte damals den Antrag eingebracht.

„So kann es nicht weitergehen, es muss etwas mit dem Gebäude passieren, sonst droht der Verfall“, ärgerte sich der Fraktionsvorsitzende Frank Seidel bei der Visite. Rathausmitarbeiterin Erika Janke hatte am späten Dienstagnachmittag den Ratsmitgliedern die Tür aufgeschlossen, ging mit Taschenlampe voran und geleitete die Kommunalparlamentarier durch die Räume im Erd- und Obergeschoss. Im Tross war auch Ratsherr Volker Greulich, der als Bauingenieur und -Sachverständiger das frühere Bahnempfangshaus mit einem besonderen Blick inspizierte. Er hegt Hoffnung für das Baudenkmal, obgleich noch eine gehörige Summe hineingesteckt werden müsse, damit das Haus auch von innen in ein Schmuckstück verwandelt wird. „Die Zinsen sind günstig“, erklärte Seidel. Seine Fraktion will einen Antrag ausarbeiten, um den Bahnhof vollständig zu sanieren. Eine sechsstellige Summe wäre sicherlich nötig.

Gemeindearchivar Wilfried Meyer lobt das Ansinnen der Sozialdemokraten. Er wäre gerne mit dem Archiv von der Wassermühle in das Gebäude, das sich gegenüber dem SGL Fitness- und Gesundheitszentrum des TuS Sudweyhe befindet, umgezogen. Er hätte daraus dann einen Geschichtsbahnhof gemacht. Doch zwischenzeitlich ist das Aktenmaterial in den Keller des Rathauses transportiert worden und wird dort von Gemeindearchivar Hermann Greve an zwei Tagen ausgewertet, so Meyer. Aber Land- und Flurkarten, Bauzeichnungen wie auch das Bild- sowie das Pressearchiv sind noch in der Wassermühle geblieben.

Kommunalpolitiker besichtigen Sudweyher Bahnhof

Finanzielle Mittel der Dorferneuerung waren damals lediglich in die Außensanierung geflossen, um etwa Türen und Fenster nach alten Vorlagen baudenkmalgerecht herzustellen, blickt Meyer zurück. Er hatte Anfang der 1990er-Jahre dafür gesorgt, dass der Bahnhof, baugleich mit dem in Riede, grundsätzlich als Baudenkmal anerkannt wird. Als die damalige Eigentümerin der Strecke, die Frankfurter Bahngesellschaft, die Grundstücke veräußern wollte, hatte er Ende der 1990er-Jahre dem damaligen Bürgermeister Edmund Irmer dazu geraten, dass die Gemeinde den Bahnhof übernimmt. Die Idee, dass dort das Archiv einzieht, habe Irmers Nachfolger Reinhard Osterloh aufgegriffen. Das Rathaus habe aber unter Führung von Frank Lemmermann damals Abstand vom „Geschichtsbahnhof“ genommen. Der Verwaltungschef sah damals keine förderwürdige Variante, und merkte an, dass das Archiv in der Mitte von Weyhe liegen müsste (wir berichteten). Das war das Sudweyher Baudenkmal aber nicht. Wegen dieser Signale habe Meyer seine Idee in den vergangenen Jahren nicht weiterverfolgt.

Ideen für eine Nutzung gibt nach wie vor: Sozialdemokrat Jürgen Borchers findet es eine Überlegung wert, über ein Café in sozialer Trägerschaft nachzudenken. Andere Weyher haben vorgeschlagen, dass dort das Standesamt neben der Wassermühle eine weitere Außenstelle bekommt. Wilfried Meyer schlägt vor, eine Künstlerbegegnungsstätte mit Atelier einzurichten.

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