Erinnerungen an das Christusbild in der Felicianuskirche und seine Malerin

Aus der Versenkung geholt

Die Malerin des Christusbildes, Anna Roesler (1870 bis 1922).

Kirchweyhe - Von Wilfried Meyer. Ende August hat die Kirchweyher Felicianusgemeinde an zwei Gottesdiensten Jubiläumskonfirmationen gefeiert. Es waren zahlreiche Teilnehmer der Konfirmationen von vor 50, 60, 65, 70 und 75 Jahren eingeladen. Viele hatten das Innere der Felicianuskirche noch in ganz anderer Erinnerung.

Inzwischen stehen im Altarraum nur noch ein flacher Altartisch und das Taufbecken. Zur Zeit ihrer Einsegnung befand sich dort ein großer hölzerner Prospekt und in der Mitte ein eindrucksvolles Christusgemälde. Rund 70 Jahre lang veränderte sich diese Anordnung nicht. Danach verschwand das Bild viele Jahre in der Sakristei und hat nach vielen Protesten der Kirchenbesucher einen Platz an der Seitenwand im Kirchenschiff gefunden.

Der Altarraum mit dem markanten Christusbild von Anna Roesler auf einem Foto von 1955. Das Gemälde verschwand später in der Sakristei, ehe es nach Eingaben der Besucher an die südliche Seite des Kirchenschiffs gelangte. - Repros: Meyer

„Anna Roesler 1903“ steht als Signatur in der unteren Ecke des Gemäldes. Wer war diese Frau und warum schuf sie dieses Bild? Anna Roesler wurde am 17. September 1870 in Bremen geboren und zeichnete schon als kleines Kind figürlich. Nach der Schulzeit besuchte sie die Kunstgewerbeschule in Hamburg, danach die Akademie in München. Sie blieb, so schilderte ihre Tochter Vera Liedke 1986 den Werdegang ihrer Mutter, hauptsächlich beim Malen und Porträtieren von Menschen.

Nach Kirchweyhe kam sie schon als junges Mädchen und freundete sich hier mit Gesine Reiners aus der Bahnhofstraße an. Eine Kohlezeichnung von ihr hängt in der früheren Reiners-Villa, der Sozialstation, inzwischen Martha-Schubert-Haus.

Das Bild dokumentiert die Krankheit Gesines, die sehr früh an Lungen-Tuberkulose starb. Ihr Tod war wohl auch ein Beweggrund für die Schaffung des Christusbildes, das Anna Roesler 1903 der Kirchengemeinde stiftete. Bald danach fuhr sie nach Argentinien, gab dort Malunterricht und porträtierte. Dort lernte sie ihren Ehemann kennen und beide zogen nach Montevideo. Dort malte sie weiter, allerdings nicht mehr beruflich. Anna Roesler starb am 6. Januar 1922 während eines Besuchs ihrer Eltern in Grünberg/Schlesien.

Sicherlich haben viele der Jubiläumskonfirmanden während des Gottesdienstes hin und wieder auf das so vertraute Gemälde an der Seitenwand geschaut und Erinnerungen an die Zeit vor vielen Jahrzehnten aufkommen lassen.

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