„Alexander von Humboldt II“

Im Urlaub ein Abenteuer unter Segeln erleben

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Kirchweyhe - Von Heiner Büntemeyer. Es gibt viele Traumschiffe: Die Fernsehzuschauer lieben beispielsweise die MS „Deutschland“ und die Urlauber ihre Kreuzfahrtschiffe. Für Uschi Bölts, Jana Schöbel, Lennart Koch, Leif Ampts und Jan Oehlmann aus Kirchweyhe ist die „Alexander von Humboldt“, die sie „Alex“ nennen, das Größte. Denn sie sind nicht nur mit dem Schiff gefahren, sondern mussten auch tatkräftig mitanpacken.

Ihre „Alex“ ist wesentlich umweltfreundlicher als die großen „Pötte“: Sie misst nur 65 Meter in der Länge und zehn in der Breite, ist dafür aber 36 Meter hoch und mit 24 Segeln bestückt. Die „Alexander von Humboldt“ ist ein Großsegler, genauer: ein Rah-Segler, mit 1 .360 Quadratmetern grüne Segelfläche. Die Freunde aus der Wesergemeinde berichten über das Schiff und darüber, was Mitfahrer als Crew-Mitglied auf Zeit erledigen müssen.

Sie schwärmen von ihren Fahrten mit der „Alexander von Humboldt II“: Jana Schöbel, Leif Ampts, Jan Oehlmann, Uschi Bölts und Lennart Koch (v.l.). 

Das Schiff sei eben kein schwimmendes Hotel: Wer eine Reise auf der „Alex“ bucht, muss kräftig zupacken, sagen die Fans. Ein Gast beginnt „ohne Ansehen der Person“ als „Trainee“ und kann sich sich frühestens nach 30 Tagen an Bord zum Leichtmatrosen hocharbeiten. Als Trainee muss er täglich zweimal vier Stunden „Wache schieben“. Dabei bedeutet „Wache“ nicht, dass man oben im Ausguck sitzt und nach anderen Schiffen oder Eisbergen Ausschau hält. Vielmehr bedeutet „Wache“ die Teilnahme an der täglichen Arbeit an Bord. Außerdem muss jeder Trainee an einem Tag die „Backschaft“ verrichten. Darunter versteht der Seemann die Arbeit in der Küche.

Leben an Bord

Jede Wache untersteht einem Steuermann, der für die nautischen Belange zuständig ist, sowie dem „Topps-Matrosen“ als Wachführer, Vordenker und Anleiter. Jeder Trainee kann, muss aber nicht, in die Takelage klettern. In der Freizeit können die Gäste das Leben an Bord und in der Vier-Bett-Kabine genießen.

Wer auf der „Alex“ mitfahren möchte, benötigt keine nautischen Vorkenntnisse. „Jeder Gast ist willkommen“, berichtet Lennart Koch, der es inzwischen zum „Topps-Matrosen“ gebracht hat. Seine Freunde sind Leichtmatrosen, und Uschi Bölts arbeitet seit fünf Jahren als Wirtschafterin an Bord. Davor fuhr sie acht Jahre als „Trainee“ mit.

Immer wieder zieht es sie in den Semesterferien oder im Urlaub auf die „Alex“. Es ist inzwischen die „Alexander von Humboldt II“, nachdem die erste „Alex“ für immer in Bremen an der Schlachte festgemacht hat. 2011 lief die „Alexander von Humboldt II“ vom Stapel und unternimmt regelmäßig ganz unterschiedlich lange Fahrten in Nord- und Ostsee, im Mittelmeer und im Atlantik.

Es gibt Tagestörns, doch in der Regel dauern die Törns zwischen vier und zwölf Tagen, aber jeder Mitreisende hat die Möglichkeit, vorzeitig abzumustern.

Im Sommer in Nord- und Ostsee

Im Sommer kreuzt die „Alex II“ vorwiegend in Nord- und Ostsee und legt in den skandinavischen Häfen oder denen des Baltikums an. Im Winter ist sie im Mittelmeer und im östlichen Atlantik bei den Kapverdischen Inseln unterwegs. Im Januar überquert sie den Atlantik und fährt dann von der Karibik aus an der Ostküste der USA entlang bis nach Halifax und Quebec in Kanada. Dort startet dann eine Großsegler-Regatta mit dem Ziel Le Havre/Frankreich. Lennart Koch kann es kaum erwarten, denn er gehört dann zur Crew, während Uschi Bölts in wenigen Tagen nach Gran Canaria aufbricht, um dort wieder für zwei Törns anzuheuern.

„Eine Reise auf der Alex ist unglaublich schön“, schwärmen die Fünf, und sie haben noch keinen Gast erlebt, der den Aufenthalt an Bord nicht ähnlich wie sie erlebt hat, wenn die anfängliche Seekrankheit überstanden ist. Dafür sorgen die „Docs“, zu denen auch Stefan Waldinger aus Barrien gehört. Er verbringt seinen Urlaub auf dem Schiff ebenso freiwillig wie die gesamte Besatzung, vom Kapitän über Maschinisten, Steuermänner, Smuts und Smutjes bis zum Leichtmatrosen und Trainee.

„Eine Reise auf der „Alex II“ ist mehr als ein Abenteuer, es ist ein unvergessliches Erlebnis mit unvergleichlichen Stimmungen auf See und an Bord“, schwärmen die jungen Leute, die sich übrigens alle über den Verein „Pro Yougend“ mit dem Segel-Virus infiziert haben.

Weitere Infos gibt es im Internet.

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