Baurecht für Ladestraße und B6-Gewerbegebiet 

Supermarkt soll auf GS-agri-Industrie-Brache

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Nachdem die landwirtschaftliche Genossenschaft agri Anfang des Monats die Brachfläche östlich des Bahnhofs und das genutzte Firmengrundstück verkauft hat, kann sie den schon länger geplanten Umzug nach Melchiorshausen in Angriff nehmen. 

Weyhe - Von Philipp Köster und Sigi Schritt. In Leeste geht es nun in Siebenmeilenstiefeln voran. Kaum sind verschiedene Entwürfe für die Gestaltung des Henry-Wetjen-Platzes vorgestellt, befasst sich die Gemeinde mit dem Baurecht für einen weiteren der drei neuralgischen Punkte im Leester Zentrum: das Bahnhofsumfeld, das als nördlicher Anker des Sanierungsgebiets gilt.

Hintergrund ist der Verkauf des überwiegend brachliegenden früheren Landwehr-Areals östlich des Bahnhofs durch GS agri. Das geht aus der Sitzungsvorlage für den Bauausschuss am Dienstag, 27. September, um 18.30 Uhr im Rathaus hervor. Demnach hat die landwirtschaftliche Genossenschaft das Areal an einen Investor verkauft, der an der Ladestraße einen Verbrauchermarkt mit maximal 2 500 Quadratmeter Verkaufsfläche inklusive Bäcker und Vorkassenzone errichten will.

Nach Informationen der Kreiszeitung handelt es sich bei dem Investor um Famila Nordost mit Sitz in Kiel. Zum Vergleich: Der Famila-Markt im Syker Hachepark hat nach der Erweiterung vor fünf Jahren eine Verkaufsfläche von 7 800 Quadratmetern. Doch der gehört zur ostfriesischen Nordwest-Gruppe des Unternehmens. Der Nord-Ost-Zweig hält es nach Angaben einer Sprecherin mit kleineren Märkten zwischen 3 000 und 4 000 Quadratmetern Größe, was in etwa der Hoyaer Filiale entspricht. Investor: Famila Nordost. Offiziell bestätigen konnte die Sprecherin den Deal jedoch noch nicht. Zum Vergleich: Der Leester Rewe-Markt hat eine Verkaufsfläche von rund 1 200 Quadratmetern.

Auf einem Areal nordöstlich der B 6 will sich GS Agri ansiedeln. Auch kleinere Gewerbebetriebe könnten dort bauen. 

Beworben hatte sich auch die Mindener Edeka-Gruppe, erhielt nach Auskunft der Pressestelle jedoch keinen Zuschlag. Das sei bedauerlich, zumal es sich bei dem Käufer um einen Großflächenbetreiber handele. „Wir hoffen, dass durch diese Entscheidung nicht in einem späteren Bauleitverfahren die Verkaufsfläche weiter vergrößert werden wird. Eine solche Entscheidung würde aus unserer Sicht stärkere negative Auswirkungen für den örtlichen Einzelhandel in Leeste und Kirchweyhe haben“, sagt Unternehmenssprecherin Alexandra Antonatus.

Edeka stellt Anstrengungen nicht ein

Trotz Misserfolgs beim Werben um die Brache und befürchteter Konkurrenz durch einen großen Markt stellt Edeka seine Anstrengungen jedoch nicht ein: „Wir bemühen uns mit der Familie Husmann bereits seit vielen Jahren, einen weiteren zukunftsfähigen, modernen Edeka-Markt in Leeste anzusiedeln.“ Familie Husmann aus Oldenburg betreibt den Markt an der Kirchweyher Straße und hatte bis vor zwei Jahren auch eine Filiale an der Hauptstraße, die aber dem Medicum weichen musste.

Antonatus: „Unsere Expansionsexperten haben bereits kurzfristig Termine mit verschiedenen Grundstückseigentümern vereinbart, um zeitnah einen Standort im zentralen Versorgungsbereich am Standort Leeste zu realisieren.“

Zum Prozedere des Bauleitverfahrens zählen laut Sitzungsvorlage die Erstellung eines Verkehrsgutachtens, um die neuen Verkehrsströme zu prognostizieren und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Eine Machbarkeitsstudie soll zudem klären, wie die Erschließung der Ladestraße verkehrlich funktionieren kann. Ein Einzelhandelsgutachten schließlich soll die „kommunale und regionale Zentrenverträglichkeit“ nachweisen. Die Kosten für Bauleitplanung und Gutachten soll der Investor tragen, was über einen städtebaulichen Vertrag zu regeln ist.

Langfristig möchte die Verwaltung auch den Busplatz von der gegenüberliegenden Seite der Leester Straße auf den Flächen des alten Bahnhofs integrieren, um „eine angemessene funktionale Verknüpfung zwischen den Verkehrsmitteln“ zu erreichen. Laut bisherigen Planungen soll irgendwann ja auch mal die Straßenbahn am Leester Bahnhof halten.

Für Neuordnung und Erschließung sind umfangreiche „Abrissmaßnahmen und Grundstücksberäumungen erforderlich“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Bauausschuss weiter. Möglicherweise würden auch Bodensanierungen notwendig, eine Altlast sei bereits bekannt.

GS agri indes hat Fläche nordöstlich der B 6 im Visier

Auf einem Areal nordöstlich der B 6 will sich GS Agri ansiedeln. Auch kleinere Gewerbebetriebe könnten dort bauen. 

GS agri indes kann durch den Verkauf seinen schon länger geplanten Umzug nach Melchiorshausen an die B 6 vorantreiben. Wie bereits im Juli 2015 von der Kreiszeitung gemeldet, hat das Unternehmen mit Sitz in Schneiderkrug bei Cloppenburg eine Fläche nordöstlich der B 6 im Visier. Auf 12 000 Quadratmetern soll ein landwirtschaftlicher Handels- und Lagerbetrieb entstehen. Das geht aus einer anderen Sitzungsvorlage für besagten Bauausschuss am kommenden Dienstag hervor. Denn auch für diese Ansiedlung strengt die Gemeinde ein Bauleitverfahren an. Der Bebauungsplan „Gewerbegebiet Melchiorshausen / B 6 II“ umfasst ein etwa dreieckiges Areal, das durch die Melchiorshauser Straße, den Kuhweg sowie die Bundesstraße inklusive der lockeren Bebauung mit Mischnutzung westlich von ihr abgegrenzt ist.

Auch im Rahmen dieses Verfahrens muss ein Verkehrsgutachten her. Die Verwaltung geht aber davon aus, dass „mit keinen unüberwindbaren Schwierigkeiten“ zu rechnen ist und verweist auf ein Gutachten, das für die urspünglich im bestehenden Gewerbegebiet (Handwerkerhof) geplante Ansiedlung von GS agri im Jahr 2010 erstellt worden war.

Aber nicht nur das landwirtschaftliche Unternehmen soll dort Platz finden können. „Der Standort eignet sich aufgrund seiner Lage und guten verkehrlichen Anbindung darüber hinaus zu einer weitergehenden Entwicklung. Aufgrund eines Engpasses im Bereich der Gewerbeflächen für kleine und mittlere Unternehmen soll der ermittelte Standort zu einem Gewerbegebiet entwickelt werden, das neben dem genannten Betrieb auch weitere Betriebe aufnehmen kann“, heißt es in der Beschlussvorlage weiter.

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