Umweltbeauftragter: Wespen schützen

Schwarz-gelbe Gäste an der Kaffeetafel

Der bescheidene Beginn eines Wespenestes, das der Weyher Bienenexperte Günter Schneider in Händen hält. - Archivfoto: Ehlers

Weyhe - Von Philipp Köster. Gegen Ende des Sommers, wenn die Brut versorgt ist, vagabundieren manche Wespen auf der Suche nach Nahrung umher – und sprengen so manche Kaffeetafel. Und auch wenn es scheint, dass es in diesem Jahr nicht so viele schwarz-gelbe Plagegeister gibt, hat mancher Bürger doch ein Nest auf dem Dachboden, am Rollladenkasten im Gartenhaus oder sogar über dem Eingang und fragt sich, was zu tun ist.

Der Weyher Umweltbeauftragte Ulf Panten klärt auf. Grundsätzlich sei es gut, wenn es Wespen gebe, denn die Insekten erfüllten in der Natur wichtige Aufgaben als Schädlingsbekämpfer auf der Suche nach proteinreicher Nahrung. Deswegen seien sie auch durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Das gelte auch für die Hornissen, die ebefalls zu den Wespen gerechnet werden. „Sie waren früher fast verschwunden, schön dass es sie jetzt wieder gibt.“

Manchmal ein bisschen lästig würden ohnehin nur zwei der acht heimischen Arten, die deutsche und die gemeine Wespe, die vorwiegend im Boden leben. Sie verschmähten auch einen Kuchen nicht, um ihren Bedarf an Zucker zu decken. „Die anderen, die ihre Nester freihängend errichten, interessieren sich nicht für Süßes.“

Die Tiere seien in Ruhe zu lassen, bittet Panten nachdrücklich. „In der Regel passiert auch nichts.“ Das sei erst jüngst in einer Weyher Kita deutlich geworden. Der Hausmeister habe ein Bodennest mit Flatterband abgesperrt und ein Kanalrohr über das Loch gestülpt, sodass die Insekten ihre Einflugschneise in zwei Metern Höhe wählen mussten. „Kein Kind ist gestochen worden.“

In Ausnahmefällen dürfe ein Staat umgesiedelt oder bekämpft werden. Aber dafür ist nicht die Gemeinde zuständig, betont Ulf Panten, sondern der Landkreis als Untere Naturschutzbehörde. Diese gibt den Fall an einen ehrenamtlichen Wespenbeauftragten weiter, der sich die Sache vor Ort anschaut und entscheidet, ob das Nest verschwinden darf. Das erledige dann eine Spezialfirma auf Kosten des Auftraggebers, also des Hausbesitzers. „Bauhof, Feuerwehr und der Wespenbeauftragte dürfen nicht tätig werden“, unterstreicht der Umweltbeauftragte.

Nach dem Absterben des Volkes ab Ende September und des Fortflugs der Königin an eine geschützte Stelle dürften alte Nester im Winter gefahrlos entfernt werden.

Im Rathaus gibt es ein Infoblatt zum Thema. Auch stehen Panten unter Ruf 04203/71 100 oder Christina Mielke unter Telefon 04203/71 144 für Fragen zur Verfügung.

Mehr zum Thema:

Späte Tore lassen Werder jubeln

Späte Tore lassen Werder jubeln

Eindrücke vom Oktoberfest: Blauer Himmel und gute Laune

Eindrücke vom Oktoberfest: Blauer Himmel und gute Laune

Illuminierte Nacht in Scheeßel

Illuminierte Nacht in Scheeßel

Welt-Artenschutzkonferenz entscheidet über 500 Tierarten

Welt-Artenschutzkonferenz entscheidet über 500 Tierarten

Meistgelesene Artikel

Von Schwarme bis zum Polizeikommissariat in Leeste eskortiert

Von Schwarme bis zum Polizeikommissariat in Leeste eskortiert

Mordfall in sechs Stunden gelöst

Mordfall in sechs Stunden gelöst

Tödlicher Unfall auf der B51

Tödlicher Unfall auf der B51

Junger Filmemacher aus Twistringen bringt „Nirgendwo“ in die Kinos

Junger Filmemacher aus Twistringen bringt „Nirgendwo“ in die Kinos

Kommentare