„StreetArt“-Festival für Laien und Profis

Provokant und auch so beabsichtigt

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Einige Sprayer beweisen ihre künstlerische Spontanität, andere zeigen sich kamerascheu.

Kirchweyhe - Von Angelika Kratz. Dem tristen Grau eines verregneten Sommertages hat das „StreetArt“-Festival am Sonnabend fröhliche bunte Farben entgegengesetzt. Der Geruch von Lösungsmitteln lag über dem ehemaligen Maddox-Areal am Bahnhof in der Luft, wo zum vierten Mal die Gemeinde zum kreativen Wettkampf mit Spraydosen eingeladen hatte.

„Europas bester DJ Ataxy“ legte auf seinem Bühnen-Wagen die passende Musik zwischen Hip-Hop und Punkrock auf, und Moderator „Mister to cool“ gab im rasenden Tempo alle nötigen Informationen rund um das kreative Ereignis am Nachmittag. Bestens war die Stimmung beim generationsübergreifenden Publikum trotz gewaltiger Regengüsse zwischendurch.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte ließ sich das Spektakel mitten im eigenen Urlaub nicht entgehen und staunte mit seinem Stellvertreter Frank Seidel nicht schlecht über die spontanen Künste der Graffiti-Sprayer.

Kinder probieren Sprayen aus

Fachliche Unterstützung bekam das „StreetArt“--Festival auch in diesem Jahr wieder von Fachmann Adem Sahantürk und seinem Mitarbeiter Reemt Beyer. Die beiden Profis aus der Bremer Firma „atxartwork“ warteten unter dem regensicheren Dach auf viele Neueinsteiger. Mittels Schablonen konnten Kinder zur Farbdose greifen. „Mundschutz anlegen und Handschuhe anziehen“, galt allerdings als Voraussetzung. Die meisten der „großen“ Sprayer umgingen indes die Sicherheitsregeln. Mit einem Kopfschütteln nahm Adem Sahantürk dies hin. „Die sind alle volljährig und wissen um die Gesundheitsrisiken ihres Hobbys“, ging sein besorgter Zeigefinger von der Sprühdose zu möglichen Erkrankungen von Leukämie und Lungenkrebs.

Bereits eine Stunde nach dem Start der Veranstaltung zeigten alle Wände der angetretenen Laien und Profis ihre unterschiedlichen Stilrichtungen. Zwischen den Motiven bekannter öffentlicher Graffiti auf Brücken, Zügen oder Hauswänden und ihrer eher zackigen Aussagekraft von Buchstaben, ging es bei den Könnern viel weiter. Provokant und nicht unbedingt schön anzuschauen, aber sicherlich genauso beabsichtigt, zeigte sich die Geburt eines Kindes. Gleich nebenan versöhnte ein friedlich grinsendes grünes Monster den Betrachter.

Sonne, Magie und Pokémon

Rasend schnell und immer wieder die Sprühköpfe wechselnd ging es beim Wettkampf der „Battle-Box“ zu. Die Worte „Sonne, Magie und Pokémon“ hatte das Publikum vorgegeben. Es galt für die Kandidaten nun, innerhalb von 15 Minuten, diese Begriffe auf großen Wänden umzusetzen. Jacky-Lee, die wie die meisten Sprayer nur unter Pseudonym auftraten und oft sogar die Kamera scheuten, gewann nach Publikumswertung. Die Kunstwerke wurden gnadenlos mit weißer Farbe übermalt, und weiter ging es in die nächste Runde. „Ananas, Aschenputtel, Musik und Ochse“ war die nächste Herausforderung, die trotz eines erneuten Regenguss ganz unterschiedliche Ergebnisse erbrachte. „Überaus interessant empfand „Didi-Doktor“ Diedrich Heumann als einer der älteren Gäste das Spektakel. Seine Schuhe wollte der Lahauser indes für den Einsatz von Spraydosen nicht hergeben. Dabei hätten sie wie bei einigen jungen mutigen Gästen mit ihrem neuen Regenbogen-Look sicherlich für Aufsehen im Dorf gesorgt.

Street-Art-Festival in Kirchweyhe

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