Im Näh-Cafe im Louise-Ebert-Zentrum können sich geflüchtete Frauen und Weyherinnen kennen lernen

Begegnungsmöglichkeit bei Nadel und Faden

Ute Kasper (vorn M.) hat das Näh-Café für Migrantinnen initiiert. Marina Bibulatova (hi. 2.v.l.), Lolita Bakhaeva (hi.r.) und Chamsa Abdi (vorn l.) machen mit. Teilnehmerin Marga Steinhauer (hi, 2.v.r.), und Dolmetscherin Sanaa Awis (vo.r.) helfen bei den Treffen, zur Freude der Gleichstellungsbeauftragten Christina Scheele (hi.l.).
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Ute Kasper (vorn M.) hat das Näh-Café für Migrantinnen initiiert. Marina Bibulatova (hi. 2.v.l.), Lolita Bakhaeva (hi.r.) und Chamsa Abdi (vorn l.) machen mit. Teilnehmerin Marga Steinhauer (hi, 2.v.r.), und Dolmetscherin Sanaa Awis (vo.r.) helfen bei den Treffen, zur Freude der Gleichstellungsbeauftragten Christina Scheele (hi.l.).

Kirchweyhe - Von Philipp Köster. Als Ute Kasper Flüchtlingsfrauen mit Plastiktüten in der Hand aus dem Supermarkt kommen sah, hatte sie Idee: Die Taschen könnten sich die Migrantinnen doch auch selbst nähen. Wie wäre es mit einem entsprechenen Treffpunkt? Bei der Gleichstellungsbeauftragten Christina Scheele stieß Ute Kasper auf offene Ohren.

Die Erichshoferin startete einen Aufruf – mit „überwältigendem Erfolg“: Zahllose ausrangierte Nähmaschinen, Stoffe aller Art und kistenweise Knöpfe gaben Weyher im Louise-Ebert-Zentrum während der Öffnungszeiten des Umsonstladens ab, als Spenden versteht sich. „Ich habe nur eine Schere gekauft“, sagt Scheele.

Ein Weyher Bürger hat die Nähmaschinen auf Vordermann gebracht.

Seit ein paar Wochen gibt es im Frauentreffpunkt donnerstags von 14.30 bis 16.30 Uhr das Näh-Café, zu dem Flüchtlingsfrauen kommen, um aus Seide, Leinen, Baumwolle und anderem außer Einkaufstaschen auch Kinderhosen, Röcke und Vorhänge und anderes zu fertigen. Vor dem ersten Mal hätten die Frauen schon mit den Hufen gescharrt und gespannt dem ersten Öffnungstag entgegengefiebert, erinnert sich die Gleichstellungsbeauftragte Scheele.

„Café“ ist indes vielleicht ein bisschen zu viel gesagt. Denn die Teilnehmerinnen zum Beispiel aus Tschetschenien, Syrien, dem Iran und den Philippinen starten zwar anfangs im Erdgeschoss mit einem Tässchen, doch dann geht es oben an die Arbeit, und an den Tischen sollte nicht unbedingt ein voller Becher umfallen.

Der Treff ist kein Nähkurs, die Frauen lernen nicht, sie sind bereits versiert im Umgang mit Nadel und Faden, unterstreichen Kasper und Scheele, die Unterstützung von Sanaa Awis bekommen. Die gebürtige Ägypterin lebt seit fast 20 Jahren in der Gemeinde und springt wenn möglich bei sprachlichen Problemen ein.

Mittlerweile kennen die Migrantinnen laut Christina Scheele aber schon die wichtigsten Begriffe der Nähkunst in Deutsch – auch dank eines Plakats mit übersetzten Symbolen, das sie an die Wand gepinnt hat.

Das Näh-Café steht übrigens nicht nur Migrantinnen offen. Auch einheimische Frauen können mitmachen, so wie Marga Steinhauer.

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