Bürgerbus fährt seit 15 Jahren durch die Wesergemeinde

1,2 Millionen Kilometer in Weyhe zurückgelegt

Die Umsteigerinnen warten schon auf den Bus, aber zuvor muss Fahrer Gerhard Hoffmann noch Udo Wittig helfen, weil der nach einem Unfall zum Arzt will. - Foto: Büntemeyer

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Seit 15 Jahren fährt der Bürgerbus zuverlässig, pünktlich und sicher durch Weyhe. In diesem Zeitraum haben die roten Kleinbusse rund 300 000 Fahrgäste transportiert. Der Bürgerbus-Verein stellt eine beeindruckende Bilanz vor. „Rechnerisch hat nahezu jeder Weyher in dieser Zeit rund zehnmal den Bus genutzt“, sagt der Bürgerbus-Vorsitzende Franz Riedel.

Dabei legten die Fahrzeuge etwa 1,2 Millionen Kilometer zurück, und die Fahrer leisteten 57 200 Stunden unentgeltlichen Dienst. Hinzu kommen rund 20 000 Stunden, die ehrenamtlich „im Hintergrund“ geleistet werden mussten. In erster Linie handelt es sich dabei um Organisatorisches, um Sitzungen der Verantwortlichen, aber auch um kleinere Reparaturarbeiten. „Die schönen Dinge habe ich nicht mitgezählt“, sagt Riedel schmunzelnd und meint damit die regelmäßigen Fahrertreffen, das jährlich als „Fahrergrillen“ bezeichnete Fest. Außerdem zählt er die geselligen Veranstaltungen wie beispielsweise die Dampferfahrt auf der Weser auf. Der Verein hatte am Sonntag den besonderen Geburtstag mit Fahrern, Ehemaligen und Sponsoren gefeiert.

Insgesamt waren bislang 120 Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz. Um den regelmäßigen Linienbetrieb zu gewährleisten werden 40 Vereinsmitglieder benötigt – 20 pro Linie. Zurzeit gibt es insgesamt 38. Sie sind jeweils entweder nachmittags oder vormittags eine „Schicht“ pro Monat unterwegs. So eine Schicht dauert vier Stunden und besteht aus zwei Rundfahrten. Entweder auf der Linie 117, auf der sie dann 120 Kilometer zurücklegen, oder auf der im Mai 2009 eingerichteten Linie 116, die nur je Schicht 90 Kilometer lang ist.

Für den reibungslosen Ablauf der Bürgerbustouren ist der Fahrdienstleiter verantwortlich. Bei ihm müssen sich die jeweiligen Chauffeure morgens und mittags eine halbe Stunde vor Antritt der Tour melden, damit er weiß, dass die Busse einsatzbereit sind oder dass er noch schnell rechtzeitig Ersatz besorgen muss.

Für die Mitglieder ist das Fahrertreffen an jedem zweiten Dienstag im Monat in der Alten Wache sehr wichtig. Dann stellt der Leiter den Dienstplan für den folgenden Monat vor, außerdem berichtet der Vorstand über mögliche Änderungen im Fahrbetrieb oder über besondere Vorkommnisse.

Bei diesen Treffen haben auch die Fahrzeugführer die Möglichkeit, sich auszutauschen, über eigene Erfahrungen zu berichten oder Anregungen zu geben.

Ein häufig diskutiertes Problem ist die Situation an der Umsteige-Haltestelle „Marktplatz“, wo die Busse manchmal aufeinander warten müssen. Gegenüber der Haltestelle versprren parkende Fahrzeuge dem fließenden Verkehr häufig die Fahrbahn.

Ständig steigende Fahrgastzahlen beweisen, dass der Bürgerbus in der Bevölkerung angenommen wird. 2015 erhöhte sich das Gastaufkommen gegenüber dem Vorjahr erneut um 2,6 Prozent, wobei die Steigerung auf der Linie 117 allein fast 3,5 Prozent betrug. „Wenn es ihn nicht schon gäbe, müsste er erfunden werden“, erklärte Inge Neumann kürzlich. Sie kommt oft mit dem Zug aus Bremen nach Weyhe und wünscht sich noch häufigere Abfahrten am Bahnhof Kirchweyhe.

Etwa zweimal wöchentlich fährt Renate Dzuva mit dem Bürgerbus und lobt die Einrichtung: „Das klappt immer sehr gut“.

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