Chancenwerk: Freiwillige sollen Schutzsuchende im Rahmen einer Ausbildung begleiten

Mentoren für Flüchtlinge gesucht

Sarah Lübker (links) und Sarah Wieneke (rechts) vom „Chancenwerk“ der Diakonie, Wirtschaftsförderer Dieter Helms (2.v.r.) sowie die Weyher Integrationsbeauftragte Astrid Friedmann werben mit Faltblättern um Mitstreiter. - Foto: Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. Für den Wirtschaftsförderer Dieter Helms ist es nach seinen Worten eine Herzensangelegenheit, dass junge Flüchtlinge eine Ausbildung erhalten. Doch eine Umsetzung ist trotz offener Stellen leichter gesagt als getan. Es hapert an der Sprache, weshalb die jungen Menschen sich nicht bewerben. Außerdem sind sie mit dem dualen System – eine Kombination aus Berufsschule und Besuch im Lehrbetrieb – nicht vertraut. Helms setzt auf ehrenamtliche Mentoren und unterstützt das Programm „Chancenwerk“, das Berufserfahrene für die Ausbildungsbegleitung sucht.

Träger ist das Diakonische Werk des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Syke-Hoya. „Zurzeit betreuen wir 13 Flüchtlinge, für die wir gezielt Freiwillige suchen“, sagt Sarah Wieneke, Projektkoordinatorin für Flüchtlingsarbeit. Aus Stuhr und Weyhe kommen sieben Bewerber, ergänzt die Flüchtlingssozialarbeiterin Sarah Lübker.

Die jungen Menschen, um die es konkret geht, seien fit. Diese können nach Ansicht der Mitarbeiterinnen des Diakonischen Werks durchaus eine Ausbildung packen. Sie interessieren sich beispielsweise für die Berufsfelder Informatik, Pflege und Bau. Doch es gibt auch Interessenten, die noch nicht so genau wissen, was möglich ist und was nicht. „In der Wirtschaft gibt es eine große Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen“, sagt Helms, doch die Unternehmen möchten nicht mit administrativen Zusatzaufgaben belastet sein. Es sind die einfachen Fragen, die aber geklärt werden müssen: Wie kommt der Flüchtling zum Ausbildungsbetrieb? Gibt es die entsprechende Aufenthaltsgenehmigung und eine arbeitsrechtliche Erlaubnis? „Wir haben nicht immer eine eindeutige Antwort finden können“, nennt Helms zumindest bei Erwachsenen ein großes Problem. Für die Zeit der Ausbildung wird allerdings kein Azubi ausgewiesen, ergänzt die Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Astrid Friedmann.

Die Zusammenarbeit mit der Kirche bietet aus Sicht von Helms viele Vorteile, weil damit ausgeschlossen wird, dass jemand durchs Raster fällt.

Dass eine junge Frau innerhalb eines Jahres so gut Deutsch spricht und die Voraussetzungen mitbringt, an der Uni ein Vorstudium zu beginnen, sei sicherlich die Ausnahme, so Sarah Lübker. Doch sie glaubt, dass die Hilfe der Mentoren sich positiv auf die jungen Flüchtlinge auswirkt, damit sie die Arbeitseinstellung kennen lernen. „Wenn der Arbeitsbeginn um 8 Uhr ist, ist er nicht eine Stunde später“, ergänzt Helms. Doch auch so etwas ist schnell erlernbar. „Die Mentoren leisten dabei Hilfe und begleiten die berufliche Integration für eine bestimmte Zeit als Berater.“

Es sei auch völlig egal, aus welchen Bereichen die Mentoren kommen. Die Projektbetreuerinnen würden entsprechend vermitteln, kündigen sie an. Mentoren seien nicht auf sich selbst gestellt, sondern erhalten ein Einführungsseminar und Fortbildungen.

Wer Interesse an dem Projekt hat, kann sich an Sarah Lübker und Sarah Wieneke unter der Telefonnummer 04242/168749 wenden.

Die Sozialarbeiterinnen sind auch per E-Mail erreichbar: chancenwerk@gmx.de.

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