Vortrag behandelt Weserbrückensanierung 1927

Meisterleistung von Technikern und Ingenieuren aus Europa

Austausch der Flutbrückenelemente im Herbst 1927: Handwerker von örtlichen Betrieben und Eisenbahner bauten sich für dieses Bild des Fotografen Friedrich Eickhorst auf. - Repro: Meyer

Weyhe - Ein Bildervortrag über die Eisenbahn in Weyhe von Wilfried Meyer behandelt am morgigen Sonntag während des Bahnhofsfests von 11 bis 18 Uhr auch ein herausragendes Ereignis: den kompletten Austausch aller Elemente der Eisenbahnbrücke in Dreye im Herbst 1927, den der Kirchweyher Eisenbahner und Fotograf Friedrich Eickhorst dokumentierte.

Beim Bau der Eisenbahnstrecke Hamburg-Bremen-Ruhrgebiet in den Jahren 1870 bis 1873 war die Weser das größte natürliche Hindernis. Lange war unklar, wo der Fluss überquert werden könnte. Schließlich fiel die Entscheidung auf die Trasse bei Dreye. Dadurch wurde dieses kleine Dorf als Teil der Gemeinde Kirchweyhe überregional bekannt, im Zweiten Weltkrieg aber auch unfreiwillig Ziel unzähliger Bombentreffer, die hauptsächlich der Brücke galten. Am 19. März 1945 gelang es den Alliierten schließlich, den wichtigen Schienenweg mit einem Volltreffer zu unterbrechen.

Der Eisenbahner und Fotograf Friedrich Eickhorst aus Kirchweyhe erhielt damals den Auftrag, das gesamte Brückenprojekt fotografisch zu dokumentieren. Es entstanden einmalige Bilder in sehr guter Qualität. 

Im Herbst 1927 war diese Brücke schon einmal in den Mittelpunkt von Ingenieuren und Technikern aus ganz Europas gerückt. Die drei Brückenbogen und alle Flutbrückenkonstruktionen mussten komplett ausgetauscht werden. Der Grund war die Einführung der Großgüterwagen durch die Reichsbahn, die mit 40 bis 50 Tonnen Tragfähigkeit den Güterverkehr wirtschaftlicher gestalten sollten. Dieser Belastung war die Dreyer Eisenbahnbrücke über die Weser nicht mehr gewachsen.

Obwohl in diesem Streckenbereich mit damals 150 planmäßigen Zugdurchfahrten pro Tag ein viergleisiger Ausbau erforderlich gewesen wäre, entschloss man sich zu einer Erneuerung der bestehenden zweigleisigen Überführung. Aufgabe der Techniker war es nun, den Brückenaustausch zeitlich so abzustimmen, dass eine möglichst kurze Unterbrechung des Schienenverkehrs erforderlich sein würde. Die Weser ist dort 185 Meter breit, dazu kommt noch ein 420 Meter breites Überschwemmungsbebiet.

Außer den drei jeweils 60 Meter langen Brückenbogen mussten auch die 27,5 Meter langen Flutbrückenkonstruktionen erneuert werden. Von diesen Elementen waren allein 15 Stück erforderlich, die fertig montiert auf dem Schienenweg vom Ruhrgebiet nach Dreye transportiert wurden. Auf dem Kirchweyher Verschiebebahnhof montierten Arbeiter noch die Schienen auf diese Brückenteile, und so konnte der Einbau vor Ort in kürzester Zeit erfolgen.

• Der Vortrag beginnt um 12 Uhr in den Räumen der früheren Bahnmeisterei, die der Museumslokverein hergerichtet hat. Der Eintritt geht an den Verein. 

wm

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