Marco Genthe: Unterrichtsversorgung liegt in den beiden Gesamtschulen unter 100 Prozent

Liberale schlagen digitale Strichliste vor

Marco Genthe (links) und Wolfgang Kubicki unterhalten sich an der KGS Leeste über Schulpolitik. - Foto: Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. Der Landtagsabgeordnete Marco Genthe (FDP) kritisiert die Unterrichtsversorgung im Land, die im Schnitt rund 98 Prozent beträgt. „Durch diese Unterdeckung, und der Tatsache, dass das Kultusministerium mit 10.000 bis 15.000 Schülern weniger gerechnet hat, fehlen in jeder Woche 100.000 Lehrerstunden.“ Die Unterrichtsversorgung liegt nach seinen Angaben bei der KGS Kirchweyhe knapp unter 100 Prozent und bei der KGS Leeste deutlich darunter. Er habe sich vergeblich nach konkreten Zahlen erkundigt. Die seien ihm verwehrt worden und würden erst nach der Kommunalwahl veröffentlicht.

Bei einem Gespräch mit dem Vize-Bundesvorsitzenden seiner Partei, Wolfgang Kubicki, zum Thema Schulpolitik, gab dieser den Tipp, Schüler und Schülervertretungen könnten eine Art digitale Strichliste führen, um Ausfälle transparent zu dokumentieren. „Unterricht gilt im Übrigen als erteilt, wenn die Schüler das Schulgelände nicht verlassen“, so Kubicki. Deshalb sei nicht die Prozentangabe der Versorgung entscheidend, sondern die faktisch erteilten Lehrerstunden.

Den in Weyhe neu eingeführten integrativen Unterricht für die Jahrgänge fünf und sechs trage die FDP ebenso mit wie die Ortsverbände CDU, SPD und die Grünen. „Wir sehen ihn als Bestandssicherung unserer Schulform KGS.“ Die der IGS lehnen die Liberalen ab. Eine gute Schule benötigt aber nicht nur ein passendes Gebäude, sondern auch motivierte Lehrer. Für Kubicki ist es „völlig egal, ob die Schule eine KGS oder IGS ist“. Nicht die Form sei entscheidend, was aus den jungen Menschen wird, sondern die Gestaltung des Unterrichts und die Vermittlung von Lerninhalten. Was nützten Inklusion oder IGS, wenn Lehrer fehlen?, fragt er. Er forderte ausreichende Kapazitäten, um Lehrer nicht zu überfordern.

Bei der bevorstehenden Kompaktsanierung gehen die Liberalen ebenfalls wie SPD, CDU und Grüne davon aus, dass die reine Gebäudesanierung am Ende nicht ausreichen wird. Für Genthe sei es ebenfalls wichtig, ein optimales Raumkonzept zu erarbeiten. Klassenräume müssten größer ausgelegt und den Anforderungen an den integrativen Unterricht in den fünften und sechsten Jahrgängen angepasst werden. Im Rat wird sich die FDP in Sachen Kompaktsanierung der KGS für das Zukunftsszenario entscheiden, kündigte Genthe an. Dabei geht es nicht nur um eine Sanierung der Gebäudehülle (6,5 Millionen) Euro, sondern auch um die drei Millionen teurere Neustrukturierung aller Gebäudeköpfe.

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