Familie Schierenbeck-Brüning ist in die Gänsezucht eingestiegen

Die künftigen Braten müssen sich erstmal hinten anstellen

Zunächst machen sich die kleinen Enten über die Mais-Leckerli her, die ihnen Philipp Schierenbeck-Brüning vorwirft. Die großen Gänse warten ungeduldig, bis die Enten endlich das Feld räumen. - Foto: bt

Sudweyhe - Von Heiner Büntemeyer. In großartiger Formation stürmen die Gänse über die Wiese zum Zaun. Dort haben die Tiere Philipp Schierenbeck-Brüning entdeckt, der in einer Plastiktüte ihr Lieblingsfutter trägt: sattgelbe Maiskörner. „Das sind ihre Leckerli“, erklärt seine Mutter, Anita Schierenbeck-Brüning.

Aber den ersten Zugriff haben nicht etwa die rund 70 Gänse, sondern 10 Enten machen sich zunächst darüber her und lassen die viel größeren Gänse einfach hinter sich warten. Natürlich geschieht das alles mit sehr viel lautem Geschnatter und bösem Zischen, aber es dauert seine Zeit, bis auch die Gänse ihr Futter bekommen.

Dass Anita und Ralf Schierenbeck-Brüning nicht die genaue Anzahl ihrer Tiere kennen, liegt daran, dass der Fuchs anfangs einige gefangen hat und die Gänseherde jetzt dauernd in Bewegung und einfach nicht zählbar ist. Jedenfalls hatten sie Ende Mai 70 flauschig-gelbe Gänseküken gekauft und sie auf dem Weg zum Hof am „Kabelweg“ zunächst den Kitakindern gezeigt.

Zunächst wurden die Küken abends in den Stall getrieben, aber es wurden trotzdem weniger. Erst als Ralf Schierenbeck-Brüning das Loch im Zaun entdeckt und verschlossen hatte, durch das der Fuchs ins Gehege eingedrungen war, blieb die Zahl der Tiere konstant. Durch weitere Zukäufe erhöhte er die Gänsezahl wieder.

„Wir hatten noch nie einen so schönen Rasen im Vorgarten“

Und es kamen noch zehn Enten dazu, die Schierenbecks zunächst im Hausgarten gehalten hatten. „Wir hatten noch nie einen so schönen Rasen im Vorgarten“, sagt Anita Schierenbeck-Brüning und lacht. Dort wurden die Enten handzahm, freuten sich, wenn der Gartenschlauch ausgerollt wurde, um die Tränke aufzufüllen, vor allem aber auf die erfrischende Dusche.

Dieses Vorrecht der persönlichen Kontaktaufnahme haben sich die wenigen Enten von der großen Gänseherde nicht streitig machen lassen, obgleich alle gemeinsam schon einige Wochen auf der 16.000 Quadratmeter großen Weide grasen. „Die haben hier mehr Auslauf als so mancher Hund“, erklärt Ralf Schierenbeck-Brüning, der immer wieder davon überrascht ist, wie sich in der Herde die sozialen Strukturen unter den Tieren herausbilden und ausgefochten werden. Nach welchen Kriterien sie sich entschieden haben, zwei etwa gleich große Gruppen zu bilden, ist ihm trotzdem rätselhaft geblieben.

Getreide- und Maiskörner als „Leckerli“

Das Federvieh wird nicht gemästet. Das meiste Futter finden Enten und Gänse auf der Weide, nur wenige handvoll Getreidekörner oder Mais werden ihnen als „Leckerli“ zugefüttert. Es sind kerngesunde Tiere, die schon als Küken geimpft und im Sommer einer Wurmkur unterzogen wurden. Auch bei der Trockenheit steht ihnen ein großes Wasserbecken zum Baden zur Verfügung. Ihr Wasser holen sie sich aus einer von Ralf Schierenbeck-Brüning selbst konstruierten „Hygienetränke“, die sich ständig selbst reinigt.

Was die Gänse noch nicht wissen: Am 11. November ist „Martinstag“, ein Tag, den besonders jüngere Leuten wieder festlich mit einem Gänse- oder Entenbraten feiern. Einige der Gänse auf Schierenbeck-Brünings Hof werden diesen Tag nicht überleben. Die anderen enden später als Weihnachtsgans.

Geschlachtet werden sie in einer Geflügelschlachterei in Riede-Felde, wo die Mitarbeiter die toten Tiere noch einmal auf mögliche Erkrankungen untersuchen, ehe Schierenbeck-Brünings sie verkaufsfertig zurückerhalten.

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