„Bufdi“ Nick Heilenkötter kümmert sich um Flüchtlinge, die nach Weyhe kommen

Kommunikation mit Persisch, Deutsch, Händen und Fußball

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Rathausmitarbeiter Esref Kizilkara, Integrationslotse Wahid Heydari und Bundesfreiwiligendienstler Nick Heilenkötter (v.l.) betreuen die Neuankömmlinge. 

Weyhe - Von Tabea Richter. Zur Begrüßung gibt es Kaffee, Plätzchen und eine süße persische Spezialität. Der Weyher Integrationslotse Wahid Heydari, ein ehrenamtlicher Helfer und Bundesfreiwilligendienstleister Nick Heilenkötter sind zu Gast bei einer iranischen Familie. Die Situation erinnert eher an einen Besuch guter Freunde, dabei kennen sich die drei und die Familie erst seit wenigen Wochen.

Das ist nur eine von vielen Situationen, die Nick Heilenkötter in seinem Alltag als Bundesfreiwilligendienstler (Bufdi) bei der Flüchtlingsbetreuung der Gemeinde erlebt. Das Gefühl von Langeweile kam bei ihm durch die abwechslungsreichen Aufgaben bisher nicht auf.

Zusammen mit den Integrationspaten erlebt er jeden Tag etwas anderes. Er holt Spenden ab, unterhält sich mit Familien und Helfern und unterstützt die Flüchtlinge, wo er nur kann.

Nach seinem Abitur an der KGS Leeste standen dem 17-jährigen Nick eigentlich alle Türen offen. Direkt nach der Schule mit dem Studium zu beginnen, kam für ihn allerdings nicht in Frage. „Für mich stand schon früh fest, dass ich ein Jahr erst mal etwas anderes machen möchte“, sagt er.

Seit dem 1. August arbeitet er in der Flüchtlingsbetreuung der Gemeinde. Diese Aufgabe hat er sich bewusst ausgesucht, um einen Eindruck von der aktuellen Situation der Flüchtlinge zu bekommen.

In die Arbeit der Integrationshelfer eingebunden

Mit 39 Wochenstunden ist der Abiturient fast komplett in die Arbeit der Integrationshelfer eingebunden. Sein Tag beginnt jeden Morgen um 8 Uhr, und dann geht es auch direkt los. Meistens begleitet er den Integrationslotsen Wahid Heydari bei seinen vielseitigen Aufgaben.

Vormittags stehen gleich mehrere Tätigkeiten auf dem Plan. Das Zweierteam wird auf seinem Weg noch von einem ehrenamtlichen Helfer begleitet, der selbst Asylbewerber ist und die beiden tatkräftig als Hilfskraft und Übersetzer unterstützt.

Nick kennt den jungen Mann, der nicht namentlich genannt werden darf, bereits und begrüßt ihn ganz locker mit „Na, alles klar?“ Nach nur anderthalb Monaten kennt er schon viele der Flüchtlinge und Helfer und hat teilweise auch persönliche Beziehungen zu ihnen aufgebaut. „Mit einigen schreibe ich sogar in Whatsapp“, ergänzt er. Dabei hat er auch einige Brocken Persisch gelernt: Er beherrscht schon die Wochentage, kleine Zahlen und einfache Sätze.

Das Ziel führt nun zu einem Haus, das die Gemeinde kürzlich für die Unterbringung von Flüchtlingen gemietet hat. Bisher befinden sich in den Räumen lediglich eine Küche, ein Badezimmer und ein paar Möbel. Die weitere Einrichtung ist bereits in Planung. Dafür messen die drei verschiedene Stellen und Fenster für weitere Möbel und Gardinen aus.

Mit einem herzlichen „Salam“ begrüßt

Wenig später macht sich das Team auf den Weg zu einem anderen Haus, einige Straßen weiter, in dem seit anderthalb Wochen die iranische Familie wohnt. Die drei werden von den vier Mitgliedern freudestrahlend erwartet und mit einem herzlichen „Salam“ begrüßt.

Die Familie verständigt sich größtenteils mit Wahid Heydari auf Persisch, da ihre Deutschkenntnisse für eine tiefgründige Unterhaltung noch nicht ausreichen. Doch sie sind bemüht, die neue Sprache möglichst schnell zu erlernen.

Während des Gesprächs kann auch Nick sich immer wieder einbringen, obwohl er nur wenige persische Ausdrücke versteht. Die Kommunikation gelingt dennoch mit einer Mischung aus Deutsch, Englisch, Persisch und notfalls auch mit Händen und Füßen.

Die kleine Tochter der Familie freut sich ganz besonders darauf, mit Nick eine Runde Fußball zu spielen und zeigt ihm anschließend stolz ihre neue Sandkiste.

Viel Zeit haben der 17-Jährige und die anderen nicht, da sie im Rathaus schon wieder erwartet werden. Dort steht bereits ein neuer Auftrag an, denn im weiteren Lauf des Tages müssen sie sich um zwei ankommende Familien kümmern.

Auch stressige Situationen

Die Zeit mit Migranten und Helfern genießt Nick während seiner Arbeit am meisten: „Die Situationen, die eigentlich gar nicht geplant sind – Unterhaltungen mit den Flüchtlingen oder Spiele mit den Kindern – die gefallen mir besonders.“ Zwischendurch gebe es auch stressige Situationen, denn „es ist schwierig, allen gerecht zu werden, aber wir geben unser Bestes“, sagt Nick. Mit Blick auf seine Zukunft ist er sich sicher: „Ich werde mit den Leuten in Kontakt bleiben und mich, sofern es zeitlich möglich ist, weiter in der Flüchtlingsbetreuung engagieren.“

Sein Betreuer, Esref Kizilkara, kann sich gut vorstellen im nächsten Jahr wieder einen Bufdi anzuleiten, allerdings nur wenn er damit „einen genauso guten Fang wie mit Nick macht“.

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