36 Besucher besichtigen Grundschule Kirchweyhe

Bis zu 80 Kinder in einem Klassenraum

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Die Gäste staunen über die moderne Mensa. Zu ihrer Schulzeit gab es soetwas nicht. 

Kirchweyhe - Gästeführerin Ingrid Schierenbeck hat am Freitag insgesamt 36 Besucher begrüßt, die mit ihr die Kirchweyher Grundschule besichtigen wollten.

Die Gäste haben am Ende viel über die Historie der Schulen erfahren. Einige Weyher hatten die in Kirchweyhe sogar selbst besucht und freuten sich über einige Räumlichkeiten, die sie an diese Zeit erinnerten.

Als „Geburtstag“ der Kirchweyher Schule nannte Schierenbeck das Jahr 1683, als die bis dahin eingerichtete Küsterschule aufgeteilt und in Ahausen, Sudweyhe und Kirchweyhe eigenständige Schulen geschaffen wurden. Fast 200 Jahre blieb es in Kirchweyhe eine einklassige Schule. Bevor 1858 eine zweite Lehrerstelle eingerichtet wurde, hatte es schon 40 Jahre lange eine Kompromisslösung gegeben. Für die Wintermonate hatten die Verantwortlichen ein „Winterschulgehilfe“ eingestellt.

Durch den Bau der Eisenbahn stiegen in Kirchweyhe Einwohner- und Schülerzahlen. Bis 1913 wurden in dem kleinen Schulgebäude fünf Schulklassen von vier Lehrern unterrichtet. Als endlich ein Schulneubau erfolgen sollte, begann der erste Weltkrieg. Nach Kriegsende verhinderte die Inflation die Finanzierung. Die Raumnot war kaum vorstellbar: Bis zu 80 Kinder wurden in einem Klassenzimmer unterrichtet.

Erst 1926, also vor genau 90 Jahren, wurde der Grundstein für das neue Schulgebäude gelegt und 1927 die Schule bezogen. „Firmen, die wir heute nur noch dem Namen nach kennen, haben an dem Bau mitgewirkt“, erklärte die Gästeführerin.

Die Schule verfügte nun über viel Gelände als Pausenhof und über einen Sportplatz, auf dem auch Turngeräte aufgestellt und 25 Lindenbäume gepflanzt wurden. Ab 1940 wurden unter Beratung durch die „Reichsfachgruppe Seidenbau“ 900 Maulbeerbäume gepflanzt, die Lehrer Winckelmann und die Schulkinder mit Erfolg betreuten.

Der damalige Rektor Schacht sei ein überzeugter Nazi gewesen, berichtete die Gästeführerin. 1945 sei die Weyher Jugend von ihm brieflich aufgefordert worden, zu den Waffen zu eilen, um dem „Vaterland“ zum Sieg zu verhelfen. Als während des Krieges die Fliegerangriffe auf Bremen häufiger wurden, wurde ein Teil der Schule nach Sachsen verlegt, doch einige Eltern weigerten sich, ihre Kinder fahren zu lassen.

Nach dem Krieg stiegen die Schülerzahlen durch zugezogene Vertriebene weiter an, so dass 1950 ein Erweiterungsbau bezogen wurde. Aber Raum- und Lehrermangel zogen sich bis Ende der 1970er-Jahre durch die Schulchronik. Zeitweise wurden Kirchweyher Schüler in Dreye unterrichtet.

Erst nach der Gebiets- und Verwaltungsreform wurden auch in der neuen Großgemeinde die Schulstrukturen neu geordnet. 1995 wurde die Kirchweyher Schule erweitert, im vorigen Jahr eine Mensa eingerichtet.

Dieser große schulgeschichtliche Bogen, den Ingrid Schierenbeck schlug, fand seine Ergänzung durch einen von Rektorin Bramstedt gruppenweise geführten Schulrundgang, bei dem sie auch darauf hinwies, dass ihre Bildungsstätte eine von deutschlandweit fünf sogenannten UBUNTU-Schulen ist, in denen Toleranz und Gemeinsamkeit einen ganz besonderen Stellenwert haben.

Die letzte Gästeführung dieses Jahres endete mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken in der Mensa, bei dem die Besucher sich über ihre eigenen Erfahrungen austauschten und diese mit der gegenwärtigen Vielfalt des Unterrichts und der Betreuung verglichen. „Da könnte man neidisch werden“, fasste eine Besucherin ihre Eindrücke zusammen. 

bt

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