SPD will bei der Kommunalwahl an bewährte Politik anknüpfen

24 Kandidaten im Wahlkampf

Frank Seidel blickt auf die vergangene Legislaturperiode zurück. Außerdem nennt der Fraktionsvorsitzende einige Beispiele aus dem umfangreichen Kommunalwahlprogramm, die die Weyher Sozialdemokraten bis 2021 umsetzen wollen. - Foto: Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. Alle 24 Kandidaten der Sozialdemokraten, die bei der Kommunalwahl antreten, engagieren sich ehrenamtlich. Ein bisschen Stolz schwingt mit, wenn der Fraktionsvorsitzende Frank Seidel von ihnen spricht. Sein Team habe viele Persönlichkeiten und sei vom Alter und von den Berufen – vom Studenten über die Schaustellerin bis zum Leitenden Kriminaldirektor – breit aufgestellt.

Fünf neue bewerben sich um ein Mandat: Peggy Schierenbeck, Uwe Will, Kevin Buch, Siard Schulz und Hans-Wilhelm Niemeyer. Sie ergänzen die Mannschaft aus „alten Hasen“, die in der Rats- und Kreistagsarbeit langjährige Erfahrung mitbringen. Alle haben laut Seidel die Liebe zum Ehrenamt gemein. „Die Kandidaten sind beispielsweise Mitglieder im Behindertenbeirat oder Kirchenvorstand und engagieren sich für das Freibad, in den Vereinen in der Elternarbeit und und und.“ Sie seien dort nicht Mitglied, um der SPD zu helfen, sondern es sei genau umgekehrt.

Mit dieser Mannschaft will die SPD an ihre Kommunalpolitik der vergangenen fünf Jahre anknüpfen und erneut punkten. Seidels Partei habe es in der laufenden Legislaturperiode geschafft, bei den notwendigen Investitionen die Finanzen stets im Blick zu haben. „Der Balanceakt ist uns gut gelungen“, so Seidel. „Nachdem wir den Antrag gestellt haben, alle Schulen zu sanieren, sind die Grundschulen jetzt nahe zu abgeschlossen.“

Im Gegensatz zu anderen Kommunen, die erst jetzt Ganztagsgrundschulen (GTS) einrichten, hat Weyhe dies frühzeitig getan. „Viele wissen aber gar nicht mehr, dass die Einführung der ersten GTS in Leeste auf der Kippe stand und sich beinahe um ein Jahr verzögert hätte. Die Lage spitzte sich zu, als der Gemeindeelternrat die Mehrheit errang, wegen fehlender Unterlagen im Ausschuss das Thema von der Tagesordnung zu setzen. Wegen des fehlenden Votums pro GTS drohte, eine wichtige Frist zu verstreichen.“ Mit ihrem Antrag auf eine Sondersitzung habe die SPD die geplante Einführung auf der Linie gerettet. Andere Schulen haben nachgezogen, Mensen erhalten und seien zu GTS umgewandelt worden. Bald stimme auch das Essen, weil das Catering auf eine neue Basis gestellt wird. Insgesamt hat Weyhe in alle Schulen in den vergangenen zehn Jahren 25 Millionen Euro investiert – ein Teil auch in die energetische Verbesserungen für die KGS Leeste. „Doch das war für die Schüler sekundär. Denn das Klo war weiterhin schäbig.“ Deshalb habe sich die Politik bei der bevorstehenden Sanierung der Leester KGS in einem Rutsch für eine Zukunftsvariante entschieden.

Beim Ausgang der Bürgermeisterwahl habe die SPD einen weiteren Erfolg eingefahren. Der Sozialdemokrat Andreas Bovenschulte habe als Nachfolger von Frank Lemmermann mittlerweile auch die überzeugt, die ihn damals nicht gewählt hatten. Gut gelungen sei auch die beispielgebende Flüchtlingspolitik. In der Wesergemeinde seien Schutzsuchende dezentral untergebracht und bekommen nicht nur eine Sprachförderung, sondern auch Zuspruch von vielen gesellschaftlichen Gruppen und engagierten Einzelpersonen.

Frank Seidel zählt weitere Projekte auf, die die SPD initiiert oder maßgeblich beeinflusst hat: Um das Ehrenamt zu fördern hatte der 47-Jährige den Antrag gestellt, den „Weyher des Jahres“ zu ehren. Und als Stimmen laut wurden, die verfallene Skateranlage abzubauen, habe er als Vize-Bürgermeister auf Jugendliche gehört, die um den Erhalt gekämpft hätten. „Sie kamen in die Sprechstunde und halfen später in Workshops mit, die neue Anlage zu planen.“

Darum gehe es in der Kommunalpolitik und in der Verwaltung: Probleme der Menschen zu lösen. Egal ob als Streetwatcher, Fußballtrainer beim SC Weyhe oder als Gast bei Veranstaltungen: Der Vater von drei Kindern lernt viele Menschen und ihre Bedürfnisse kennen. Anders als in der Bundespolitik seien die Ratsmitglieder greifbar. „Man kann sich nicht wegducken.“ „Häufig kann man sogar bei kleineren Problemen helfen, wenn es darum geht, eine Info an die richtige Stelle im Rathaus weiterzugeben. So war das etwa bei der Familie, die sich Laubkörbe in ihrer Hausnähe gewünscht hatte.“

Künftig will die SPD ähnliche Ziele wie bisher verfolgen. Sie will die Umgestaltung des Leester Ortskerns ebenso voranbringen wie das Projekt schnelles Internet. „Außerdem wollen wir kostenlose Hotspots an zentralen Stellen anbieten“, so Seidel. Das kann im Freibad, beim Rathaus oder auch auf dem Marktplatz sein. Weiterhin wünscht sich der Fraktionsvorsitzende eine Wohnbaugesellschaft, damit laut Seidel jeder in Weyhe wohnen kann, der dort wohnen möchte. „In einigen Ecken gibt es Grundstückspreise von 220 Euro je Quadratmeter.“ Beim ÖPNV möchte die SPD auch eine attraktive Ost-West-Verbindung. „Verkehr gehört auf die BTE-Schiene.“ Die SPD wünscht zudem die Schaffung einer barrierefreien zentralen Gemeindebibliothek. Ihrer Ansicht nach sollte der Dornröschenschlaf des Sudweyher Bahnhofs beendet werden. Sie wollen zudem Fracking auf Gemeindegebiet „konsequent ausschließen“.

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