Gemeinsame Pokémon-Pirsch

„Ich hatte gehofft, in der Menge durch Weyhe zu ziehen“

Schauen sich an, wo sich das nächste Fantasiewesen aufhält: die 13-jährigen Jonas Pajer, Nico Dummeyer, Christoph Gutsmann und Damian Hillebrand (v.l.n.r.) - Fotos: Yasmine Goldschmidt

Kirchweyhe - Von Siard Schulz. Die Server überlastet, der Sommer im Anflug und kein Organisator vor Ort: Es gab einige Gründe, weshalb nur wenige Weyher den Weg am vergangenen Sonntag zum Marktplatz fanden und die Wenigen, die da waren, bereits nach einem kurzen Aufenthalt wieder nach Hause gingen. So richtig wollte die Veranstaltung der Pokémon-Go-Spieler aus Weyhe also nicht anlaufen. Rund 20 Spieler sind zu der Facebook-Veranstaltung erschienen.

Die Facebook-Gruppe „Pokémon Go – Weyhe“ hatte die Veranstaltung ins Leben gerufen. Das selbst gesetzte Ziel, gemeinsam durch den Ort zu ziehen, um weitere Fantasiewesen zu sammeln, konnte nach Meinung der jungen Jäger nicht erfüllt werden. Einer von ihnen war Nico Dummeyer aus Dreye. Der 13-Jährige ärgerte sich am meisten über die anhaltenden Serverprobleme. So kann der leidenschaftliche Sammler nämlich nicht weiter auf die Jagd mit seinen Mitschülern gehen. „In den vergangenen drei Tagen bin ich bestimmt 15 Kilometer gelaufen“, ergänzt er. Vorerst musste er jedoch eine Pause einlegen. 

Das Spiel läuft auf verschiedenen Handys, die unterschiedliche Betriebssysteme haben können.

Der 19-jährige Vincent Wessels aus Melchiorshausen legt sogar noch eine Schippe drauf: Er will bis zu 20 Kilometer zurückgelegt haben, um neue Pokémon zu finden. Ein mobiles Aufladegerät für sein Smartphone habe er immer dabei, „damit der Akku nicht versagt, während ich mit Freunden auf der Pirsch bin“, erklärt der Abiturient. Trotzdem sei man mit anderen Erwartungen zum Marktplatz gekommen: „Momentan ist hier jeder für sich alleine. Ich hatte gehofft, dass man in der Menge durch Weyhe zieht, wie es bei Facebook angekündigt war“, sagt er. 

Jonas Mundt sieht das ähnlich. Er sei extra wegen der gemeinschaftlichen Suche gekommen, erklärt der 18-Jährige, obwohl das Spiel selbst keinen Mehrspielermodus vorsieht. Trotz der enormen Beliebtheit, glaubt Jonas Mundt nicht an ein langanhaltendes Phänomen: „Spätestens zu Beginn des neuen Schuljahres, wenn man weniger Zeit hat, im Freien zu sein, ist das Spiel nicht mehr populär.“ Momentan sieht es allerdings noch nicht nach einem Ende aus. 

Nach eigenen Angaben des Entwicklers, soll das Spiel in 26 Ländern für Mobiltelefone verfügbar sein, allein bis zu 50 Millionen Mal soll die Applikation von Nutzern mit dem Betriebssystem Android installiert worden sein. Auch bei Apple rangiert die App auf Platz eins der meist heruntergeladen Programme. Die Besonderheit bei dem neuen Spiel ist, dass die Grenzen zwischen virtueller und realer Welt verschwinden.

Kreiszeitung-Autor Max Brinkmann und Redakteur Guido Menker testeten das Spiel bereits im Selbstversuch. Doch die App birgt auch Gefahren, wie beispielsweise den Handy-Raub, Unfälle oder gar den Fund einer Leiche

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