KGS-Direktoren stellen die Rückkehr zu einer Art früherer OS vor

Gesamtschulen führen integrative Eingangsstufe ein

Weyhe - Von Sigi Schritt. Intensiv diskutiert und zu Beginn des neuen Schuljahres in den Kooperativen Gesamtschulen Kirchweyhe und Leeste nun eingeführt: Die Rede ist von der neuen integrativen Eingangsstufe für die Klassen fünf und sechs. Eltern, die selbst einmal in Weyhe die Orientierungsstufe (OS) besucht haben, werden sich sicherlich an ihre Schulzeit erinnern und Ähnlichkeiten entdecken.

Mussten nach der Abschaffung der OS bislang Mütter und Väter für ihre Viertklässler entscheiden, auf welchen Schulzweig sie nach den Sommerferien wechseln (Haupt-, Realschule oder Gymnasium), so wird diese Wahl nun um zwei Jahre hinausgezögert. Ein Passus im Schulgesetz ermöglicht diese neue Eingangsstufe.

„So viel gemeinsamer Unterricht wie möglich, so viel Differenzierung wie notwendig.“ So lautet die Maxime, der die beiden Direktoren, Rainer Patzelt (Leeste) und der neue Leiter der Kirchweyher Einrichtung, Martin Baschta, folgen. Sie erklärten am Mittwochabend im Rathaus im Ausschuss für Schule, Kindertagesstätten und Jugend, weshalb sie das neue System favorisieren. Mit dem Blick auf die Anmeldezahlen konnte weder in Leeste noch in Kirchweyhe eine Hauptschulklasse gebildet werden. In der Realschule würden nur zwei Klassen zur Verfügung stehen, in einer Schulform, die laut beider Pädagogen nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre zunehmend verhaltensauffällige Schüler besuchen.

Außerdem drängten Kinder mit Hauptschulempfehlung in diesen Zweig. Das wiederum hätte zur Folge, dass Mädchen und Jungen mit Realschulempfehlung in den gymnasialen Zweig strömten. Diese Dreigliedrigkeit widerspreche jedoch der Inklusion, so Patzelt.

Baschta erinnerte an die Abschaffung der OS, an die Einführung des Abiturs in der zwölften Klasse und an die damit verbundene komprimierte Stundentafel. Zu viele Schüler hätten für ihren Zweig keine Empfehlung. Das habe viele Probleme verursacht. Die KGS-Direktoren kritisierten die zu frühe Abschlussprognose für die Kinder im Alter von neun Jahren.

Die Weichen sind nun also neu gestellt: In den Fächern Gesellschaft, Naturwissenschaft, Sport, Kunst, Religion, Werken und Textiles Gestalten erfolgt laut Baschta in der Klasse in den Jahrgängen fünf und sechs eine sogenannte Binnendifferenzierung – so kann auch ein guter Hauptschüler mit einer angepassten Aufgabenstellung die Note Eins bekommen.

Im Fach Deutsch gibt es Kurse mit unterschiedlichen Niveaus. Das gilt auch für Mathematik für beide Jahrgänge und auch für Englisch für Jahrgang sechs. Die Politik, Eltern- und Lehrervertreter loben die neue Vorgehensweise.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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