Ensemble überzeugt mit „Liebe, Lust und Hähnchenbrust“

Furioses Tempo auf der Bühne des Weyher Theaters

Nicht nur dieses Paar nimmt an einem denkwürdigen Abend auf dem Sofa im Hause Winthrop Platz. - Fotos: Ehlers

Weyhe - Von Regine Suling. Die Flitterwochen hätten so schön entspannt enden können. Doch nachdem Jeremy Winthrop (Thorsten Hamer) und seine Frau Celia (Sarah Kluge) eine Woche früher als geplant nach Hause kommen, um ihren Honeymoon nach einer misslungenen Hochzeitsreise dort zu verleben, haben es sich in ihrem trauten Heim schon Jeremys Chefs gemütlich gemacht – allerdings jeder mit der Frau des jeweils anderen.

Sechs Menschen unter einem Dach, die denken, sie seien eigentlich nur zu zweit und die nichts voneinander wissen dürfen: Das ist die Aufregung verheißende Basis für die Komödie „Liebe, Lust und Hähnchenbrust – oder: Wirst du mich auch morgen früh noch lieben?“, mit der das Ensemble des Weyher Theaters am Freitagabend brillierte und eine umjubelte Premiere auf die Bretter legte.

Ganz besonders Thorsten Hamer und Sarah Kluge geben dabei im zweiten Akt alles: Sie bewirten Jeremys Chefs gleichzeitig, und das an unterschiedlichen Orten im Haus. Hetzen vom Wohnzimmer auf die Veranda, stürzen sich die Suppe direkt aus der Tasse den Hals hinab.

Derweil wundern sich die Gäste über die Eile. Peregine Ward (Marco Linke) wartet gar nicht mehr auf seine Gastgeber, er gießt sich seinen Brandy selbst ein. „Wenn sie vorbeispurten, winke ich ihnen zu“, sagt er zu seiner Affäre Thelma Jessel (Isabell Christin Behrendt). Diese gibt sich aufreizend-selbstbewusst, während Peregrine anfangs schüchtern-zugeknöpft daherkommt, nicht wissend, ob er mit diesem Seitensprung das Richtige tut.

„Da liegt ein Toter in der Badewanne“

Nach richtiger Leidenschaft sieht das nicht aus.

Nicht anders ergeht es seiner Gattin Sara Ward (Nathalie Bretschneider), die mit seinem Geschäftspartner Humphrey Jessel (Marc Gelhart) eine Wochenend-Affäre erleben will. „Ich glaub’, ich kann nicht“, sagt die auf den ersten Blick ernsthafte Sara – um sich im nächsten Moment vor Erregung zu schütteln, als Humphrey sie zärtlich berührt. „Ich kann meine Dessous nicht auspacken, wenn du daneben stehst. Und dann diese ganzen ‚Ohs’ und ‚Ahs’“, sagt Sara und verschwindet im Bad. Nur Augenblicke später erscheint sie kreischend im Flur: „Da liegt ein Toter in der Badewanne.“

Wie durch ein Wunder ersteht dieser auf – es ist Syd Clancy alias Simon Kase, der Mann der Putzfrau im Hause Winthrop, der eigentlich nur eine Dichtung am Wasserhahn austauschen will. Im Verlauf des Stücks setzt der Klempner, der gerne zum Flachmann in seinem Blaumann greift, den gesamten Keller unter Wasser.

Tempo und Wortwitz

Das indes ist nur ein Nebenschauplatz des Stücks, das im zweiten Akt mit seinem furiosen Tempo für große Begeisterung in den Zuschauerreihen sorgt. Wie Jeremy und Celia zwei Paare gleichzeitig bewirten, ohne dass diese voneinander erfahren, nötigt Respekt ab – der Schweiß tropft Thorsten Hamer förmlich von der Stirn.

Tempo und Wortwitz zeichnen das gesamte von Kay Kruppa inszenierte Stück aus. Die Rollen sind bestens besetzt. Das Ensemble überzeugt mit dieser Komödie von Brian Clemens und Dennis Spooner, das Publikum ist restlos begeistert. Mehrere Runden Applaus für eine durchweg gelungene schauspielerische Leistung sind daher die Belohnung nach zwei Stunden bester Unterhaltung – und die Gewissheit, auch mit diesem Stück wieder den Geschmack der Zuschauer getroffen zu haben.

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