Martin Stamnitz mit 30 Jahren Rektor der Grundschule

Frisch gebackener Chef mit reichlich Erfahrungsschatz

Martin Stammnitz steht seit Schuljahresbeginn dem 18-köpfigen Kollegium der Leester Hundertwasser-Grundschule vor. - Foto: jeh

Leeste - Von Philipp Köster. So selten wie männliche Grundschullehrer, mindestens ebenso selten sind Rektoren an diesen Bildungseinrichtungen. Insofern ist der neue Chef der Leester Grundschule, Martin Stamnitz, fast schon ein Exot. Hinzu kommt, dass er erst 30 Jahre alt ist.

Doch einen solchen Posten bekommt man nicht mal eben so. „Ich bin zwar jung, habe aber schon viele Erfahrungen gesammelt.“ Bereits als Sekundarstufe-I-Schüler am Bremer Hermann-Böse-Gymnasium gab er Nachhilfe. Später während des Lehramtsstudiums in Vechta unterstützte Stamnitz Kinder in Lernhilfeprojekten in sozialen Brennpunktvierteln in Blockdiek und Tenever. Sein Freiwilliges Soziales Jahr verbrachte der junge Mann in der Kirchengemeinde Oberneuland mit diakonischen Tätigkeiten, und mit der Kolping-Familie fuhr er auf Sommerfreizeiten. Besonders nachhaltig war ein Rotary-Austauschjahr in einem Waisenhaus in der mexikanischen Wüste. „Noch heute halte ich Kontakt dorthin.“ Aber auch in Altenheimen hat Martin Stamnitz gearbeitet. „Ich habe also mit allen Generationen zu tun gehabt.“

Als angestellter Junglehrer arbeitete er wieder in Tenever sowie in Kattenturm, beides soziale Brennpunkte, die einem frisch ausgebildeten Pädagogen einiges abverlangen, aber auch Erfahrungen mit auf den Weg geben, von denen er heute noch zehren kann. „Ich gebe mir Mühe für eine schöne Stunde gut vorbereiteten Unterricht. Die Schüler hier danken es. Es herrscht eine gute Lernatmosphäre“, zieht der Rektor vielsagende Vergleiche.

Vor zwei Jahren kam der damals 28-Jährige an die Hundertwassergrundschule. Rasch zählte Stamnitz’ Vorgängerin Ingrid Delgehausen auf seine Fähigkeiten, so dass er sie ein halbes Jahr vertreten konnte, als sie erkrankt war. Und als es an das „Erbe“ ging, fiel schnell auch der Name Stamnitz bei Landesschulbehörde und Kollegium.

Der neue Schulleiter hat sich auf die Fahnen geschrieben, Kommunikation und Koordination zu verbessern – nach innen und nach außen, also zum Beispiel mit seinen 17 Kolleginnen und dem einen Kollegen sowie mit Eltern und der Gemeinde als Schulträgerin. Daneben will er das Profil der Schule weiter ausbauen. Vor allem die naturwissenschaftlichen sogenannten Mint-Fächer haben es ihm angetan. Sie seien schließlich arbeitsmarktrelevant.

Die Arbeit als Rektor ist Stamnitz dank der Vertretung von Ingrid Delgehausen nicht unbekannt, doch die Beanspruchung als Schulleiter in diesem „ganzheitlichen Beruf, hinter dem voll und ganz stehen muss“, müsse sich erstmal setzen, fasst er die Eindrücke der ersten Wochen zusammen.

Wenn etwas Ruhe eingekehrt ist, will Martin Stamnitz, der auf der Werder-Insel in Bremen lebt, wieder mehr Sport treiben, vor allem laufen. Das hält jung.

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