Ergebnisse bis 20 Prozent unter Vorjahresniveau bei gesunkenen Ankaufspreisen

Ernte: Mindereinnahmen in fünfstelliger Höhe

Sein Weizen ist eingebracht und lagert in einer Halle. Der Landwirt Theo Fohne hofft, in den nächsten Monaten einen höheren Verkaufspreis zu erzielen als zur Erntezeit. Mit einem Thermometer überprüft der Unternehmer die Temperatur des Korns. - Foto: Schritt  

Weyhe - Von Sigi Schritt. Die Ergebnisse der diesjährigen Getreideernte liegen 15 bis 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau, sagt Landwirt Theo Fohne. Wer gedacht hatte, dass ein steigender Ankaufspreis die Folge wäre, irrt. Denn genau das Gegenteil sei derzeit der Fall. Die Folge: Wer einen 100-Hektar-Betrieb bewirtschaftet muss unterm Strich laut Fohne mit Mindereinnahmen von einem mittleren fünfstelligen Betrag ausgehen.

Zu Erntebeginn im vergangenen Jahr hätten die Genossenschaften die Gerste im Schnitt für 16 Euro je 100 Kilo angekauft. „In diesem Jahr lag der Preis bei 12,50 Euro“, so Fohne. Ein ähnliches Bild hat sich auch beim Weizen abgezeichnet: Der Einstiegspreis lag 2015 bei 18 Euro, zwölf Monate später sackte er auf 15 Euro. „Es fehlen drei Euro je 100 Kilo“, rechnet Fohne vor.

Nach der Ernte ist vor der Ernte: Ein Landwirt pflügt in Leeste ein abgemähtes Feld. - Foto: Schritt

„Die Gerste hat mehr versprochen, als sie gebracht hat“, urteilt Jörg Wagenfeld aus Leeste, Weyher Bezirkssprecher des Landvolks Mittelweser. „War es Regen zur falschen Zeit? Experten rätseln. Der Bestand auf den Feldern sah immer gut aus, doch das Ergebnis ist katastrophal.“ Gut seien Ergebnisse von 63 Kilohektoliter. Doch auf Sandböden in der Wesergemeinde haben die Landwirte im Schnitt 50 Kilohektoliter erzielt. „Wir haben leichtes Korn eingeholt“, so Wagenfeld.

Die Ergebnisse für Raps waren bei wasserspeichernden Lehmboden in der Marsch zufriedenstellend. Auf Sand mussten Landwirte auf zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresertrag verzichten. Allerdings seien die Preise konstant geblieben.

Weniger in der Kasse haben auch die Unternehmer, die Tritikale und Roggen angebaut hatten: Die Erntemenge sei um fünf Prozent bei gleichzeitig abgesenktem Preisniveau gefallen.

„Mit schwankenden Erträgen können die Agarökonomen leben“, so der Landvolk- Bezirkssprecher. „Probleme bereiten den Bauern jedoch die enormen Preisschwankungen, die vom Weltmarkt abhängig sind.“ Der Markt beruhe auf Erntesschätzungen. Bei positiven Erwartungen seien die Preise unter Druck. Die meisten Landwirte müssen ihre Liquidität auf dem Hof sichern, und verkaufen deshalb in der Erntezeit. Wem eine Lagerfläche zur Verfügung steht, kann sich überlegen, ob sich die Konditionen noch verbessern und das Korn solange in seinen Hallen belassen. „Doch auch das ist auch ein bisschen wie ein Lotteriespiel“, sagt Fohne. Der Leester hatte bis zum Frühjahr gewartet, um zwei Drittel der Vorjahresernte zu verkaufen. „Ich habe ein dickes Minus gemacht“, so Fohne. Aber er sieht in der Lagerhaltung grundsätzlich noch eine Möglichkeit, bessere Preise zu erzielen.

Bei den Weltmarktpreisen sei es schon fast nicht mehr möglich, kostendeckend zu produzieren, sagt Jörg Wagenfeld. Seit Jahren gingen die Preise immer mehr in den Keller, hat er beobachtet. Und dabei ist es egal, um welche Art es sich handelt.

Die Getreideernte ist noch im Gang: Das für Mittwoch angekündigte Wetter mit hochsommerlichen Temperaturen wollen Landwirte nutzen, um den Rest der Weizen-Bestände einzuholen. Denn Sonnenwetter erspart eine kostenintensive Trocknung. Doch andere Bauern wünschen sich für ihren Mais lieber etwas anderes: Regen.

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