Henry-Wetjen-Areal Thema im Ausschuss

Damit aus dem Platz auch ein Platz wird

Der Henry-Wetjen-Platz wird bald neu gestaltet. - Foto: hu

Weyhe - Von Philipp Köster. Mit dem Thema Gestaltung des Henry-Wetjen-Platzes (HWP) hat sich am Dienstagabend der Bauausschuss befasst. Er empfahl einstimmig dem Verwaltungsausschuss zu beschließen, dass das Rathaus die Ergebnisse des Gutachterverfahrens mit den Anliegern abstimmt und einen Entwurf für die weitere Bearbeitung vorschlägt.

Wie berichtet, hatten Landschaftsarchitekten aus Bremen, Köln und Leipzig vier Gestaltungsideen erarbeitet und vor zwei Wochen bei einer Bürgerversammlung im Rathaus vorgestellt.

Mit Ausnahme der FDP haben sich die Fraktionen noch nicht für eine Variante ausgesprochen.

Die grobe zeitliche Planung sieht laut Baudirektor Steffen Nadrowski für den späten Herbst eine Entwurfsplanung, für den Sommer 2017 den Abbruch des alten Rathauses und der Garagen sowie den Beginn der Herstellung vor. 2018 soll der Platz in Abhängigkeit mit den anderen Projekten in Leeste fertig sein.

Carsten Hauch, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, sprach sich als einer der vielen Zuschauer im Ratssaal für den Kölner Entwurf mit einem großen Platz aus, gewann aber auch der Idee mit den beiden Bauminseln etwas ab. Wichtig sei, dass der Weihnachtsmarkt auch in Zukunft eine Bleibe habe und alle bisherigen Versorgungsleitungen und Abmessungen möglich seien. Die übrige Zeit im Jahr dürfe der Henry-Wetjen-Platz aber keine leere große Fläche sein.

Zuhörerin Kerstin Daneke mahnte die Einbeziehung der erhöhten Verkehrsströme und genügend Fahrradabstellflächen an. Die Leester Schulelternratsvorsitzende Cathrin Mahlau, Anwohnerin der Bonner Straße, kritisierte die Belastung durch das geplante Augenarztzentrum und sprach von Gefahren für die Kinder auf dem Weg zur Schule. Ein anderer Bürger warnte davor, den Platz als bloße Zufahrtsstraße zum späteren Augenzentrum zu gestalten, sondern es möge auch Ruhezonen geben. Es gehe schließlich um das Aussehen für die kommenden 80 Jahre.

Nadrowski entgegnete, alle Landschaftsarchitekturbüros hätten in ihre Konzepte auch verkehrliche Themen, wie etwa Stellflächen eingearbeitet. Mindestens 30 Parkplätze seien für den HWP vorgesehen, das Augenarztzentrum erhalte 60. Die Planer hätten für diese Vorentwürfe nur vier Wochen Zeit gehabt, bei der Ausführungsplanung würde das Thema ruhender und fließender Verkehr genauer betrachtet.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte sprach von einer einmaligen Chance, einen Platz zu gestalten, den es bisher nicht gebe. Bei der Ausarbeitung seien die verschiedenen Nutzer und möglichen Aktivitäten kultureller, sozialer und religiöser Herkunft zusammenzubringen, darunter eine neu angesiedelte Bücherei, was aber noch bibliotheksfachlich zu prüfen sei. Ein Abriss der Alten Wache, wie von einem Zuhörer angedacht, komme nicht infrage, sagte der Verwaltungschef. Sie nehme eine wichtige soziale Funktion ein und habe einen ortsbildprägenden Charakter, was für das alte Rathaus nicht gelte. Es sei baulich „abgängig“, nicht am Rand des Platzes und zudem habe es bald auch keine Mieter mehr.

„Alte Wache gehört dorthin“

Ausgleichsflächen seien für die Brache, die beim Bau des medizinischen Hauses verschwindet, nicht vorzuhalten, sagte Stadtplaner Christian Silberhorn.

Ausschussmitglied Berthold Groeneveld (SPD) lobte die Verwaltung für die Einbeziehung der Bürger. Seine Fraktion werde noch über die Pläne beraten und womöglich Modifikationen vorschlagen.

Annika Bruck (Grüne) sagte, es gehe jetzt nicht um das Augenzentrum, sondern um den Henry-Wetjen-Platz. Bei der Gestaltung laufe es auf einen Kompromiss hinaus, denn die Anlieger seien einzubeziehen. „Die Alte Wache gehört dort einfach hin.“

Günther Borchers (FDP) betonte, dass die Gemeinde keine Schnelligkeitsrekorde aufstellen müsse, sondern die Anliegen der Bürger aufzunehmen seien. Seine Fraktion befürworte den Entwurf von Kilian und Frenz aus Bremen mit den beiden Bauminseln als Grundlage, ohne ihn zu 100 Prozent übernehmen zu wollen.

Ingrid Söfty (CDU) sagte, ihre Partei habe noch keinen Favoriten. Sie fand das jetzige Gutachterverfahren mit den vier Landschaftsarchitekten klasse. Das hätte sie sich vor 20 Jahren bei der Gestaltung des Kirchweyher Marktplatzes auch gewünscht: „Was wär der schnuckelig geworden!“ Gleichwohl findet sie den Marktplatz in seiner jetzigen Form „wunderschön“.

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