Gänsebachers im Insolvenzverfahren

„Der Betrieb bleibt weiter geöffnet“

Das Gänsebachers in Leeste. - Archivfoto: Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. „Die jungen Köche bereiten im Gänsebachers fantastische Speisen zu. Sie stellen beispielsweise Pasta selbst her. Die Qualität ist exzellent“, sagt der Rechtsanwalt und vorläufige Insolvenzverwalter Berend Böhme aus Bremen. Er habe großen Respekt vor der Leistung ungeachtet, ob das betriebswirtschaftlich sinnvoll ist oder nicht. Der Jurist führt derzeit die Geschäfte des Leester Betriebs, nachdem das Amtsgericht Syke im Juli das Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Betreiber-GmbH eröffnet hatte.

Das Gericht hatte zudem ein allgemeines Verfügungsverbot gegen die seit etwa einem Jahr eingesetzte Geschäftsführerin Marion Neidhold erlassen. Das Verfahren soll nach Recherchen der Kreiszeitung eine Krankenkasse ins Rollen gebracht haben, die ihre Ausstände einfordert. Die Forderungen aller Gläubiger sind höher als ein fünfstelliger Betrag. Konkret will sich der Anwalt „zu diesem Zeitpunkt“ nicht äußern. Nur soviel: Würden die Schulden beglichen, sei das Verfahren schnell abgeschlossen. Der Jurist arbeite intensiv daran, die Zukunft der Arbeitsplätze zu sichern.

Mit einem Abschluss des Verfahrens sei jedoch „mit Sicherheit“ in diesem Jahr nicht zu rechnen. Fest steht allerdings, dass das Gänsebachers weiter geöffnet bleibt, betont er. Fakt ist auch, dass der Anwalt derzeit verschiedene ökonomische Modelle auslotet, wie die Gastronomie an diesem Ort, in Verbindung mit den neun Gästezimmern, die unterschiedliche Eigentümer vermieten – langfristig bestehen kann. Denn zum Vermögen der GmbH gehört nicht nur die Restaurantimmobilie im Erdgeschoss, sondern auch der Gesellschaftsclubraum im Souterrain.

Künftig wird der Prokurist Björn-Erik Wendel die Gäste nicht mehr empfangen. Gegen ihn besteht mittlerweile ein Hausverbot. Das bestätigte der Anwalt. Zu den Gründen mochte er sich allerdings nicht äußern.

In einem offenen Brief erklärte Wendel auf Facebook lediglich, dass „das Verfahren aufgrund einer Unzufriedenheit eines Gläubigers eröffnet worden ist“. Der Hamburger und Weyher Gastronom, der in Leeste aufgewachsen ist und auch dort wohnt, begründet das Hausverbot mit der „Tatsache, dass einige ehemalige Gäste sowie Geschäftspartner sich schriftlich und telefonisch über die Familie Wendel“ beim Anwalt beschwert hätten und deshalb das Betretungsverbot ebenfalls gegen seine Frau gerichtet war, um sie vom Geschäftsbetrieb auszuschließen. Es sei für ihn als Gastgeber daher nicht mehr möglich gewesen, den Betrieb durch eine Brauerei-Finanzierung sowie Stundungserklärungen aufrechtzuerhalten. Er selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Den offenen Brief müsse er so hinnehmen, kommentiert der Anwalt. Obwohl jetzt nur Böhme die Geschäfte führt, sei er nicht Inhaber des Facebookaccount des Restaurants und könne sich auf dieser Internet-Plattform nicht einmischen. Den dort getätigten Äußerungen widerspricht aber der vorläufige Insolvenzverwalter. Wendels Frau habe weder „eine Funktion im Geschäftsbetrieb“ noch bestehe „ein Hausverbot“.

Die „Songs and Whispers“-Reihe, in dessen Rahmen regelmäßig Musiker auch im Gänsebachers ein Konzert geben hatten, wird dagegen nicht mehr in Leeste fortgesetzt. Sie ist mittlerweile nach Kirchweyhe umgezogen. Die Veranstalter hatten Differenzen mit dem Betreiber als Grund für den Wechsel angegeben.

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