Bauausschuss diskutiert über Gestaltung des Marktplatzes

Belebung des „roten Platzes“ vom Rand her

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Weyhe - Von Philipp Köster. Die Uhr tickt – Eile ist geboten: Im Herbst 2017 wird der Marktplatz, das Zentrum der Gemeinde, 20 Jahre alt. Und Verwaltung, Politik und Bürger arbeiten schon einige Zeit an Ideen, wie sie den großen „roten Platz“ attraktiver gestalten können. Der Maskenbrunnen hat sich bereits in ein Hochbeet verwandelt, und das vor einem Jahr von vielen Beteiligten favorisierte Fontänenfeld ist schon wieder verworfen: zu teuer.

Nun hat die Verwaltung im Bauausschuss ein kleinteiligeres Konzept vorgelegt, das sich vor allem der Ecken annimmt. Mehr Leben auf dem Marktplatz sei nicht ohne eine Gestaltung möglich, sagte Baudirektor Steffen Nadrowski dem Gremium am Mittwochabend. Nur der Bereich beim Hochbeet vor dem Eiscafé lade zum Verweilen ein. Die Kinder seien auf die Grünfläche im Norden „abgedrängt“.

Nadrowski stellt sich konkret vor, dass die Gastronomen über die Straße an die Ränder kommen und Sitzgelegenheiten aufstellen. Sitzen, pausieren und speisen könnte man auch unter einem sogenannten Baumdach.

Vor Schüttert im Südwesten könnte ein Wasserspiel Kinder anziehen. Der Fachbereichsleiter verwies beispielhaft auf ein entsprechendes „Stadtmöbel“ in Syke, das sich dort ebenfalls vor Schüttert befindet und Sprösslinge zum Spielen einlädt. „Das Fontänenfeld wurde kritisch gesehen, aber wir wollen uns nicht vom Thema Wasser verabschieden.“

Perspektivisch seien auch ein Neubau und die Ansiedlung von Gastronomie im Norden denkbar, wo jetzt das Toilettenhäuschen steht. Nach dem Beschluss könnte Grünplaner Thomas Krause zusammen mit externen Planern loslegen, damit die Umbauten noch rechtzeitig vor dem Herbst 2017 fertig wird, sagt Nadrowski.

Ingrid Söfty (CDU) quittierte die Ideen zwar mit Anerkennung, monierte aber vehement, dass sie nicht neu seien. Für die Gastronomen hätte der Rat extra die Marktordnung geändert, auf dass sie sich erweitern könnten. Doch es habe kein Interesse gegeben. Auch vermisse sie konkrete Ergebnisse der seit eineinhalb Jahren tagenden Arbeitsgruppe Marktplatz. „Es muss was passieren. Das wird verdammt noch mal höchste Zeit!“, ereiferte sie sich. Auch das Thema Parkplätze sei in dem Entwurf nicht angesprochen.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte entgegnete, es sei doch die CDU, die immer in Ausschüssen diskutieren wolle und nicht in Arbeitsgruppen. Die Ideen der AG hätten zudem mit Werbegemeinschaften, Wochenmarktbeschickern und Veranstaltern wie den Lions, die das Weinfest stemmen, abgesprochen werden müssen. Zuvor hatte schon Steffen Nadrowski deutlich gemacht, dass ein großer zentraler Bereich für Veranstaltungen und Wochenmarkt bleiben müsse.

Bovenschulte ergänzte, das Thema Parkplätze sei zunächst außen vor, weil noch mit Grundstückseigentümern zu reden sei. Von seiner Verwaltung werde auf keinen Fall ein Vorschlag kommen, für drei Jahre ein Areal an der Lahauser Straße zu pachten und es für 50 000 Euro für Parkraum herzurichten. Auch könne er nicht garantieren, dass die Wirte kommen. Aber durch eine bessere Gestaltung der Ecken des Marktplatzes würden sie vielleicht auch besser durch die Gastronomie genutzt.

Annika Bruck (Grüne) hieß den Entwurf der Verwaltung gut. „Das Fontänenfeld wollten wir nicht. Und mehr Grün finden wir Grünen immer toll.“ Aber auch bei Baumdächern und weiteren Hochbeeten sei auf die Kosten zu achten. Zum Stichwort Parkplätze merkte sie an, es gebe eigentlich genügend, man könne ja auch mal beim Baumarkt halten.

SPD-Fraktionschef Frank Seidel wertete die Pläne als hervorragende Lösung den „roten Platz“ kleinteiliger und gemütlicher zu machen. Wichtig sei, Wasser mit einzubeziehen.

Die Gemeinde will die Aufenthaltsqaulität auf dem Marktplatz verbessern. Dazu soll es mehr Sitzgelegenheiten geben, unter anderem aufgestellt von den anliegenden Gastronomen.

Christdemokratin Söfty hegte Zweifel, dass der Zeitrahmen mit der Frist Herbst 2017 eingehalten werden könne. Bovenschulte sagte, er habe den festen Willen, dass es klappt, aber nur wenn sich Verwaltung, Politik und Bürger nicht wechselweise blockierten. Die Entwicklung der Gestaltungsideen sei ein evolutionärer Prozess gewesen, in dessen Verlauf man sich von einigen Lösungen wie dem Fontänenfeld verabschiedet habe. Er habe jetzt bei diesem Gesamtplan ein besseres Gefühl. „Es wäre aber eine riesige Peinlichkeit, wenn wir es nicht hinbekommen.“ CDU-Chef Dietrich Struthoff sagte, „letztes Jahr waren wir weiter. Warum haben wir Zeit vergeudet?“ Er warb dafür, das gesamte Umfeld in die Betrachtungen einzubeziehen und dazu auch die Themen Parken und Verkehr zu zählen. Der Marktplatz sei kleiner zu gestalten, die westliche Flanke sei immer offen. „Und seit 20 Jahren wachsen die armen vergewaltigten Bäume (im Norden des Areals, d. Red.) nicht.“

Jürgen Borchers (SPD) sprach von einem ambitionierten Zeitplan, das Thema Umfeldgestaltung solle später erfolgen.

Nach zum Teil leidenschaftlich vorgetragenen Redebeiträgen waren sich die Ausschussmitglieder am Ende aber doch einig und gaben der Beschlussvorlage einstimmig ihren Segen.

Diese sieht vor, dass die Verwaltung auf Grundlage der von Nadrowski vorgestellten Ideen eine konkrete Entwurfsplanung anfertigt und erneut dem Ausschuss vorlegt.

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