Anwohner der Eutiner Straße betroffen

Anonymer Apfelwerfer verursacht behördlichen Korb-Entzug

150 Körbe hat die Gemeinde in Weyhe für die Bürger aufgestellt. Doch gehört in den Behälter nur öffentliches Laub hinein. - Foto: sie

Weyhe - Von Philipp Köster. Margot Zimmermann wohnt an der Eutiner Straße in Kirchweyhe, und zwar in der Nähe der großen Grünfläche. Im Lauf der Jahre haben sich die Eichen und Ahorne auf öffentlichem Grund zu stattlichen Bäumen entwickelt und verlieren im Herbst naturgemäß viel Laub. Die Anwohner sammeln es auf und werfen es in den Korb, den die Gemeinde an die Ecke Eutiner/ Husumer Straße stellt.

Bis zum 4. November. Denn an dem Tag war der Korb weg. Margot Zimmermann erkundigte sich im Rathaus nach dem Verbleib. Eine Mitarbeiterin habe ihr mitgeteilt, der Behälter sei eingezogen worden, weil sich in ihm Äpfel befunden hätten. Im nächsten Jahr werde folglich auch kein Drahtkorb mehr auf dem Platz aufgestellt. Das Laub könne auch auf der neuen Deponie „Im Bruch“ entsorgt werden, gibt Margot Zimmermann den Dialog wieder.

Sie ist darüber verärgert. „Das ist doch schräg und albern, dass wir dafür kollektiv bestraft werden, dass jemand Äpfel in den Korb geworfen hat.“ Die Biotonnen fassten die Mengen von Laub nicht. Und den vielen älteren Anwohnern sei nicht zuzumuten zur Annahmestelle zu fahren.

Darüber hinaus findet die Kirchweyherin, dass die Bäume nicht gut gepflegt seien. „Die sind bestimmt seit fünf Jahren nicht mehr beschnitten worden.“ Die Folge sei das viele Laub. Die Nachbarschaft wisse, dass sie gemäß Reinigungssatzung für die Entsorgung des Laubs zuständig sei. Aber die Gemeinde sei auch in der Pflicht, die Bäume zu pflegen.

Bäume werden der Natur überlassen

Thomas Krause, Grünpfleger der Gemeinde, weiß von der Situation. Äpfel wie im besagten Fall oder auch Buschwerk verstopften die Laubsauger. „Das muss man dann händisch entsorgen. Das hält auf.“ Ein Kollege vom Baubetriebshof habe den Korb dann mitgenommen. Grundsätzlich wüchsen die Bäume weiter und die Gemeinde pflanze immer neue. Noch immer sei Weyhe die waldärmste Kommune im Kreis.

Entsprechend werde die Verteilung der insgesamt 150 Körbe auch im kommenden Jahr fortgesetzt und nicht etwa zugunsten der neuen Deponie zurückgefahren. Das System mit den Sammelbehältern sei inzwischen gut austariert. Im vergangenen Jahr um Weihnachten herum habe er bei einer Tour durch die Gemeinde festgestellt, dass Weyhe sehr aufgeräumt wirke. „Das Ortsbild hat sich verbessert.“

Zum Thema Pflege bemerkt Krause: „Die Bäume werden nicht beschnitten. Das hat die Natur auch nicht so vorgesehen.“ Es würden Gewächse in den Baumschulen gekauft, die nicht beschnitten werden müssten. Ausnahmen seien jedoch in den Verkehr ragende oder auf Dächer und Fenster sowie in Dachrinnen wachsene Zweige und Äste. 

Zudem sei ein Subunternehmer vier Wochen damit beschäftigt, mit einem Hubsteiger Totholz zu entfernen. Grundsätzlich „soll ein Baum aber ein Baum bleiben“. Schon mit ein oder zwei nicht fachmännisch ausgeführten Schnitten könnten Ahorn, Eiche, Buche & Co. erheblich geschädigt werden.

Für Margot Zimmermann und die Anwohner der Eutiner Straße stellt Krause aber in Aussicht, dass sie auch im kommenden Jahr wieder einen Korb bekommen. Die Kirchweyherin empfiehlt dem anonymen Apfelwerfer indes, die Früchte auf den Kompost zu werden: für Igel und Vögel.

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