Gericht verurteilt Martfelder (44)

Beschimpfung mit 1200 Euro geahndet

Ahausen/Syke - Von Dieter Niederheide. Das Amtsgericht Syke hat einen 44-jährigen aus Martfeld wegen Beleidigung eines Polizisten zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (20 Tagessätze zu je 60 Euro) verurteilt. Er soll am 17. April bei einer Geschwindigkeitskontrollstelle im Vorbeifahren das Wort „Wichser“ dem in einem Auto sitzenden Messbeamten zugerufen haben. Der Angeklagte bestritt den Vorwurf. Deshalb hatte im Strafprozess Aussage gegen Aussage gestanden.

„Ich habe nicht 'Wichser' gesagt“, beteuerte der Angeklagte. Ganz anders schilderten die Polizeibeamten die Situation, die bei der Geschwindigkeitsmessung vor Ort waren. Der Messbeamte habe das beleidigende Wort – lautstark geäußert – gehört, sagte er vor Gericht.

„Ich habe keine hohe Meinung von Polizeibeamten, dafür habe ich mit denen zu schlechte Erfahrungen gemacht“, zog der Angeklagte vom Leder. Der 44-Jährige hatte gegen einen Strafbefehl Einspruch erhoben und schilderte den Vorfall aus seiner Sicht. Er sei damals unterwegs zu einem Termin gewesen, habe das Auto und den Beamten entdeckt und das seiner Lebensgefährtin gezeigt. „Mehr nicht.“

Im Gerichtssaal beschwerte er sich über das Verhalten der Beamtin, die zum Anhaltekommando gehörte. Er sei zu spät zum Termin gekommen, weil ihn die Polizei 45 Minuten lang aufgehalten habe. Der Angeklagte sprach von „Amtsmissbrauch“ und gab an, eine Dienstaufsichtsbeschwerde verfasst zu haben. Er lasse sich „nicht von oben herab“ behandeln.

Ihm sei die Beleidigung vorgehalten worden und zudem habe man ihn beschuldigt, per Lichthupe andere Verkehrsteilnehmer gewarnt zu haben. Beides habe er nicht getan. Als er nach Beweisen für die Anschuldigungen gefragt habe, so der Angeklagte, sei ihm von der Polizistin gesagt worden, dass sie keine Beweise brauche, die Behauptung reiche. Die Lebensgefährtin aus Eystrup versicherte als Zeugin, dass er niemals „Wichser“ gesagt habe.

Doch der Messbeamte hatte die Situation anders im Gedächtnis: Der Angeklagte sei nicht zu schnell vorbeigefahren, die Scheibe der Fahrertür sei unten gewesen.

Die Polizistin, über die sich der Angeklagte beschwert hatte, sagte ebenfalls aus und gab einen Einblick in das Verhaltensmuster des Martfelders: Der 44-Jährige habe sofort entgegnet, was er gegen die Beamtin unternehmen könne. Die Polizistin habe auf Anweisung des Messbeamten den Wagen gestoppt. Eine Verwechslung sei deshalb ausgeschlossen gewesen, weil der Wagen des Angeklagten zu dieser Zeit das einzige silberfarbene Auto gewesen ist, der auf den Kollegenhinweis passte. Dass der Mann so lange warten musste, habe daran gelegen, dass es im Zuge der Kontrolle zu dem Zeitpunkt noch weitere Vorfälle gab.

Die Staatsanwältin war sich im Plädoyer sicher, dass der Anklagevorwurf zutraf. Der Messbeamte habe detailliert und schlüssig den Vorfall mit der Beleidigung geschildert.

Die Richterin folgte dem Antrag der Anklagevertreterin. Sie begründete ihren Schuldspruch damit, dass der Zeuge keinen Grund gehabt hatte, den Angeklagten zu belasten. Er kannte ihn nicht. Die Strafrichterin ging noch weiter: Sie bezeichnete den Polizisten als einen ruhigen und gelassenen Beamten mit Berufserfahrung. In seinem „letzten Wort“ versicherte der bis dato unbestrafte Angeklagte: „Es mag sein, dass jemand Wichser gerufen hat, ich war es aber nicht.“

Rubriklistenbild: © dpa

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