Bauausschuss berät über B-Plan „Henry-Wetjen-Platz“

Ampel? – „Geht auch so!“

Für die Umgestaltung des Henry-Wetjen-Platzes wird das alte Leester Rathaus in einigen Monaten weichen. - Fotos: Husmann

Weyhe - Von Philipp Köster. Ein wichtiger Bestandteil der Sanierung des Leester Ortskerns ist, wie mehrfach berichtet, die Neukonzeptionierung des Henry-Wetjen-Platzes. Wenn man den Neubau von Kirchengemeindezentrum und Pfarrhaus dazurechnet, ist die Umgestaltung schon in vollem Gange.

(Links-)abbieger, die aus der Schul- oder Kirchstraße kommen, würden laut Gutachter von einer Ampel profitieren, weil sie im Schnitt nicht mehr so lange warten müssten. Doch hätte eine Anlage Auswirkungen auf den zurzeit recht gut fließenden Verkehr auf der Hauptstraße.

Nach dem Fortzug von Rettungswache und Notdienst in einigen Monaten an die Angelser Straße können die Abrissbagger ihr Werk tun und das alte Rathaus samt Garagen dem Erdboden gleichmachen. Und südlich der Kirche soll 2017 ein großes augenärztliches Zentrum seinen Betrieb aufnehmen. Die Freude im Bauausschuss war im Frühjahr groß gewesen, als der Leipziger Architekt Guido Rottkämper und der Bassumer Augenarzt Alexander Klatt als Investor den „Leuchtturm der Augenheilkunde“ vorstellten.

Inzwischen hat die Verwaltung den Bebauungsplan (B-Plan) „Henry-Wetjen-Platz“ auf den Weg gebracht. Bürger hatten bei einem Workshop ihre Ideen geäußert. Und am Mittwoch gab der Bauausschuss den Planinhalten einstimmig seinen Segen.

Der B-Plan enthält jedoch nur bauleitplanerische Eckdaten, konkrete gestalterische Konzepte von Architekten liegen frisch im Rathaus vor, die die Verwaltung in Kürze publik machen will.

Der B-Plan sieht laut Planerin Susanne Spille vom Büro NWP unter anderem ein größeres Baufenster vor, in dem Bücherei und Volkshochschule untergebracht werden könnten. Es würde zum Teil auf Gemeinde-, zum Teil auf Privatgrund entstehen, dazu seien aber noch Gespräche mit den Eigentümern zum Erfolg zu führen, hieß es.

Die CDU hatte sich in einem kurzfristig gestellten Antrag für die Ausweisung eines entsprechenden Mischgebiets für das Gebäude ausgesprochen, gab sich aber mit den Ausführungen der Verwaltung zufrieden, dass es in besagtem Baufenster verwirklicht werden könnte.

Die erwartete rege An- und Abfahrt von Patienten zum Augenarztzentrum würde die verkehrliche Belastung in dem Bereich erhöhen, so die Befürchtung vor allem der CDU im Vorfeld. Sie hatte in dem gleichen Antrag vor der Sitzung des Bauausschusses die Installation einer Ampel an der Kreuzung Haupt-/Schul-/Kirchstraße gefordert. Wie aber der Verkehrsplaner Lothar Zacharias dem Gremium verdeutlichte, müsse nicht zwangsläufig eine Ampel her. Er stellte verschiedene Modelle für die Gestaltung des Knotenpunkts vor.

Kurz gefasst: Die Kirchstraße könne den Patientenverkehr mit circa 720 Zu- und Abfahrten verkraften. Eine Ampel – mit oder ohne Linksabbiegersignal – würde Auswirkungen auf die Wartedauer für den bislang recht reibungslos abfahrenden Verkehr auf der Hauptstraße haben: Die durchschnittliche Wartedauer würde sich für alle Autofahrer von jetzt vier bis fünf Sekunden auf maximal 35 Sekunden erhöhen, wenn das Linksabbiegersignal auch noch separat zum Signal für die Geradeausspur geschaltet wird. „Wir müssen das empfehlen, dass es richtig schön wird, aber theoretisch geht das auch so“, sagte der Planer. Ans Herz legte Zacharias den Lokalpolitikern aber eine Vergrößerung des Fußwegs an der Kirchstraße.

Der CDU-Vorsitzende Dietrich Struthoff machte sich auch für die Versetzung des „historisch nicht bedeutsamen“ Portals mit Gedenktafeln vor der Kirche an die Seite stark. Er hegte zudem Bedenken, dass das Grundstück westlich für Gastronomie, VHS und Bücherei zu klein sein könnte, wenn mit dem Eigentümer keine Einigung erzielt werde, zumal das Augenarztzentrum ob seiner immensen Ausmaße „größer als die Kirche“ ohnehin platzbestimmend sei.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte sagte, die gestalterische Planung gehe nicht mit der Bauleitplanung synchron, sondern sie folge. „Die Gestaltungs- und Verfügbarkeitsfragen sind noch zu klären.“ Außerdem räumte er Sorgen der CDU aus, die Anlieger würden an den Kosten für eine Umgestaltung der Kirchstraße beteiligt. Der Verwaltungschef und der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Seidel betonten, die Kostenübernahme durch den Investor werde durch eine städtebaulichen Vertrag geregelt.

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