TC 71-Vorsitzender: „Ex-Werder-Stürmer hätte seine Freude daran gehabt“

In Melchiorshausen entsteht erster Padel-Court im Kreis

Alexander Schwarz befindet sich auf dem Areal, auf dem im Mai eine neue Padel-Anlage mit Glaskäfig entstehen soll. Er hat die Schläger in der Hand, die die künftigen Spieler bei der Trendsportart (Mischung aus Squash und Tennis) verwenden.
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Alexander Schwarz befindet sich auf dem Areal, auf dem im Mai eine neue Padel-Anlage mit Glaskäfig entstehen soll. Er hat die Schläger in der Hand, die die künftigen Spieler bei der Trendsportart (Mischung aus Squash und Tennis) verwenden.

Melchiorshausen - Von Sigi Schritt. Ob der ehemalige Werder-Bremen-Stürmer Franco Di Santo in Bremen geblieben wäre, wenn es für sein Hobby in der Hansestadt oder der Umgebung einen sogenannten Padel-Platz gegeben hätte? Dass er einen solchen in der Region vermisste, hatte der Bundesliga-Kicker einst im Interview mit dieser Zeitung erzählt.

„Padel, eine Mischung aus Squash und Tennis, ist in Spanien und in Südamerika sehr beliebt“, erklärt Alexander Schwarz, Vorsitzender des TC 71. Der Melchiorshauser Verein will im Mai den ersten Padel-Court im Kreis eröffnen. Derzeit gibt es bundesweit 18 Anlagen.

Glaswände begrenzen die 20 Meter lange und zehn Meter breite Freiluftanlage. Sie entsteht auf dem Melchiorshauser Sportnebenzentrum und soll rund 60000 Euro kosten.

Di Santo im Interview zu "Padel"

Eine Firma hatte vor wenigen Tagen mit einem Bagger Bäume, Sträucher und den Mutterboden entfernt. Der Verein überlegt aber noch, ob er eine Bodenplatte aus Beton favorisiert, ein Streifenfundament anlegt, Lastplatten verlegt oder eine Asphaltschicht mit einer Drainage aufträgt. Ob die weiteren Arbeiten von einem Generalunternehmer oder von einzelnen Handwerkern erledigt werden, steht laut Schwarz noch nicht fest. „Wir sind noch in der Entscheidungsfindung“, so der Vorsitzende. Der Vorstand habe nicht nur die Baugenehmigung in der Tasche, sondern auch diverse Förderzusagen. „Der Anteil des Kreissportbundes und des Landes beträgt 35 Prozent, weil es sich um eine sogenannte Sportentwicklungsmaßnahme handelt. Außerdem gibt die Gemeinde 20 Prozent hinzu“, so Schwarz. Eigenmittel und eine Finanzspritze der Kreissparkasse runden das Finanzierungskonzept ab.

Laut Schwarz ist es erklärtes Ziel, sich später mit Spielern anderer Vereine auszutauschen und eine Deutsche Meisterschaft nach Weyhe zu holen. Die Idee zur Errichtung der Anlage ist schon zwei Jahre alt, berichtet Alexander Schwarz.

Ihm und seiner Familie sei es nicht entgangen, dass der Tennis-Boom der 1980er-Jahre stark abgeebbt ist. „Viele Plätze in Deutschland werden nicht mehr bespielt.“ Die Zeiten, als es beim TC 71 einen Aufnahmestopp gab, sind längst vorbei. Doch Besuche in Spanien hätten gezeigt, dass der Schlägersport eine Renaissance erlebt. In Spanien ist Padel nach Fußball mittlerweile die zweitbeliebteste Sportart. Es sei kein Wunder, weshalb Di Santo dafür schwärmte und eine Anlage vermisste. „Der Ex-Werder-Stürmer hätte sicherlich seine Freude daran gehabt.“

Wie Schwarz und seine Familie hat auch Ehren- und Gründungsmitglied Heinrich Pleus in Spanien gesehen, wie Vereine verstärkt auf Padel setzten und auch dadurch Tennis wiederbelebten. Sie konnten die rund 70 Mitglieder schnell überzeugen, eine Anlage zu bauen.

Weshalb ist diese Sportart so attraktiv? „Das liegt daran, dass die Wände in das Spiel einbezogen werden“, erklärt Schwarz. Gespielt wird grundsätzlich im Doppel, und die Gegner befinden sich wie beim Tennis hinter dem Netz auf der anderen Seite. Die Schläger sind aber viel kürzer. „Ein weiterer Vorteil ist, das Spieler schnelle Erfolge erleben. Denn bei Padel ist nicht die Technik, sondern die Taktik sowie die Kommunikation mit dem Partner entscheidend.“ Anders als beim Tennis müssten Sportler nicht viele Trainerstunden buchen, um die Technik zu beherrschen, damit sie einen gelungenen Ballwechsel initiieren.

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