„Wir sind stark!“

Oberschule Wagenfeld veranstaltet Projekt für Zivilcourage und gegen Gewalt

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Die Klasse 6b der Oberschule Wagenfeld beim Projekt „Wir sind stark!“, das im Wagenfelder Gemeindehaus ausgerichtet wurde.

Wagenfeld - Licht, Lärm, Leute, Laufen, das ist kein modernes Gedicht, sondern ein handfester Tipp von der Polizei für Jugendliche in allgemeiner Bedrängnis als vermeintliches Opfer. „Wir sind stark!“ heißt die Idee von der Polizei für Jugendliche gegen Gewalt, das Projekt für Zivilcourage und Anti-Gewalt.

Zur Schulung junger Jugendlicher kam Klaus Fritzensmeier von der Polizeinspektion Diepholz, zuständig für Kriminalprävention Jugend, ins Gemeindehaus der St.-Antonius-Gemende in Wagenfeld. Ihm gegenüber die sechsten Klassen der Oberschule Wagenfeld. Am Mittwoch waren mit dabei Klassenlehrerin Anna-Lena Nehues der Klasse 6b und Schul-Sozialpädagogin Lena Schröder. Die Klassen 6 a und b hatten Montag und Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Schulung, Rollenspiele, Diskussionen und erhielten auf Fragen Antworten von Klaus Fritzensmeier, der ein „alter Hase“ bei der Polizei ist.

„Glaubt mir, ich bin 40 Jahre im Dienst, ich kenne mich mit den Tricks der Räuber aus.“ Ziel des Präventionsunterrichtes ist, dass Jugendliche Strategien und konkrete Verhaltensweisen erlernen, um sich in Gefahrensituationen optimal verhalten zu können. Ihre Zivilcourage, ohne Selbstgefährdung, soll trainiert und die Motivation, sich für eine gefährdete Person einzusetzen gefördert werden. Die Einzelziele definiert das Projekt der Polizeidirektion Oldenburg so: Die Gemeinschaft, das Vertrauen in die Gruppe, Zivilcourage und Anti-Gewalt-Strategien fördern.

Im ersten Part diskutierten die Schüler zum Beispiel, wie man Gewalt überhaupt definiert, dann die Einschätzung auf einer Skala von 0 bis 100, nämlich wann Gewalt anfinge. Und im Rollenspiel zum Thema Zivilcourage wurde der Polizist spontan zum Kleinkriminellen. Kapuzenpulli angezogen, schlüpfte Fritzensmeier in die Rolle eines Räubers mit einem wie er es nannte „Will so ein Syndrom“. 

Gemeint: Ich will und werde Dir jetzt Dein Smartphone stehlen, ich brauche das. Schnell wurde auch das Mobiliar des Gemeinderaumes zum Bus mit Busfahrer, Insassen und Halt an der Bushaltestelle, wo zwei Ganoven zusteigen. Dann wird erst gespielt und später reflektiert. Plötzlich „Hilfe, Hilfe, der hat mein Handy geklaut“, schallte es durch den Bus. Was war geschehen: Ein Mann und eine Frau hatten den fiktiven Bus bestiegen. Sie (gespielt von Lena Schröder) bleibt im Gang stehen und lenkt Bus-Gäste ab. 

Er (Klaus Fritzensmeier) setzt sich zu Kian, der alleine in der Mitte der Rückbank sitzt und offen mit seinem neuen Handy spielt. Der Mann hinkt, bittet um den Platz im Gang und drängt Kian ans Fenster auf den sogenannten „Loser-Platz“, da er von dort nicht wegkommt. Dann bittet der Fremde um das Handy, da er angeblich im Krankenhaus anrufen möchte, droht Kian leise „Nicht schreien, sonst gibt es was aufs M…“ und flieht nach vorne. Seine Komplizin mit ihm.

Die Fragen an die Mitspieler und Beobachter reichen von „Was habt Ihr beobachtet, was war gut, was schlecht von den Reaktionen.“ Gut war eindeutig, dass Kian laut war, gemäß der Regel Licht, Lärm, Leute, Laufen. Besser hätte er machen können, erklärt der Polizeibeamte, dass er dem Hinkenden den Platz zwar aus Höflichkeit überlassen konnte, aber dann zu den anderen Busgästen sich hätte setzen müssen.

Ein weiterer Tipp war, die flüchtenden Kriminellen irgendwo bei einem Stopp herauszulassen, dann die Polizei anzurufen auf 110 und eine Personenbeschreibung abzugeben. „Ihr sollt Euch aber nie selbst wirklich in Gefahr bringen“, so der Polizist. Es sei auch äußerste Vorsicht bei Flüchtenden zu beachten, denn es könne zu ungeplanten Reaktionen der Täter kommen, wenn sie sich bedrängt fühlen. „Wenn Ihr also den Tätern ein Bein gestellt hättet, hätten die brutal zurückschlagen können“, sensibilisierte er.

Mit zum zweitägigen Intensivkurs der Schüler gehörten Vertrauens- und Verantwortungsübungen und Gruppen stärkende Spiele.

sbb

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