40 Höherbetagte frönen zweimal im Monat der Geselligkeit im Gemeindehaus 

Seniorenclub hat Magnetwirkung auf viele ältere Einwohner

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Gleich nach dem Kaffeetrinken sitzen Seniorinnen wie Senioren bei ihren regelmäßigen Zusammenkünften im evangelischen Gemeindesaal beim zünftigen Doppelkopf oder anderen Spielen beisammen. 

Ströhen - Spätlese ist ein Prädikat für Qualitätsweine und steht für die Ernte vollreifer Trauben nach der regulären Weinlese. Um Reife, Lebenserfahrung und Alter geht es auch bei der Ströher Variante der „Spätlese“, einem vor fast drei Jahren von sozial engagierten Einwohnern der Ortschaft ins Leben gerufenen Seniorenclub mit Magnetwirkung auf viele ältere Ströher.

Jeweils am ersten und dritten Montag im Monat kommen im evangelischen Gemeindehaus an der Kirche annähernd 40 höherbetagte Bürger zusammen, um gemeinsam drei gesellige Stunden zu verbringen – mit Kaffee und Kuchen zum Auftakt, einem zünftigen Doppelkopf oder anderen Spielen bis in die Abendstunden. Etwa ein Drittel sind männliche Gäste, der Rest rüstige Seniorinnen.

Betreut werden die Besucher jedesmal von einem Team engagierter Ströher Frauen: Heide Husmann, Inge Hallermann, Elke Lorenz, Martina Hodde, Sylvia Stabe und Diana Urban. Das Sextett kocht Kaffee in der Gemeindehaus-Küche, serviert den Senioren leckeren Butterkuchen, erfüllt andere Getränkewünsche, überreicht Geschenke nach 90. Geburtstagen und seltenen Ehejubiläen und kredenzt, wenn es gewünscht wird, auch schon mal ein Likörchen für die Frauen oder einen Klaren für die Männer. „Für Kaffee und Kuchen erheben wir einen kleinen Kostenbeitrag, andere Getränke geben wir zum Selbstkostenpreis ab“, klärt Heide Husmann die Finanzierungsfrage.

Die Initiative für die Gründung eines regelmäßigen Seniorentreffs ging Anfang 2014 vom viel zu früh verstorbenen Thomas Beyerle aus, der ein Jahr zuvor beim „Lokschuppen“ bereits einen „Workshop für Kids“ gegründet hatte. „Einfach mal raus und etwas Neues hören und erleben“, warb Beyerle zum Auftakt für die regelmäßigen Seniorenzusammenkünfte im Gemeindehaus. Eingeladen hatte er für einen Samstagnachmittag. „Ich hoffe, ihr alle nehmt euch den Mut und kommt ins Gemeindehaus, denn es kann nur etwas Tolles werden, wenn viele daran teilnehmen“, war in der in unserer Zeitung veröffentlichten Einladung zu lesen.

Doppelkopf ganz oben auf der Wunschliste

Schon das erste Treffen war gut besucht. „25 Frauen und Männer von 70 bis weit über 80 Jahren füllten das Gemeindehaus“, erinnert sich Inge Hallermann. Und Heide Husmann weiß noch, „dass es zuvor schon etwas anders gestaltete Seniorennachmittage vom Verein für ambulante Hilfen gegeben hat.“ Während heute ein zünftiger Doppelkopf ganz oben auf der Wunschliste der Gäste stehe, seien bei den Treffen davor altersspezifische Gedächtnisübungen, Sitztänze und leichte gymnastische Übungen angeboten worden.

Beim Auftakt-Treffen einigten sich die Besucherinnen und Besucher auf den Montagnachmittag für die weiteren Zusammenkünfte. Die Namensgebung erfolgte ein Jahr später. „Teenager-Spätlese“ hatte ein Ströher vorgeschlagen, die Kurzfassung „Spätlese“ ist bei der Abstimmung herausgekommen. „Weitere Vorschläge gab es nicht, von verschiedenen Seiten allerdings ein wenig Kritik“, weiß Inge Hallermann bis heute. Die meisten Senioren hätten sich aber von Beginn an mit dem Namen identifiziert, freut sie sich.

Martina Hodde wies bei der jüngsten Veranstaltung aus gegebenen Anlass darauf hin, dass bei den 14-tägigen Treffen nicht nur Ströher Senioren, sondern auch interessierte ältere Menschen aus umliegenden Ortschaften willkommen sind.

Besondere Aktionen in unregelmäßigen Abständen

„So war es von Anfang an geplant, so wird es auch gemacht.“ Derzeit sei nur eine auswärtige Seniorin aus Barenburg dabei, die jedesmal ihre in Ströhen lebende Schwester begleite. Zudem macht sie darauf aufmerksam, dass jederzeit gern Anregungen für Gestaltungsänderungen entgegengenommen würden.

Während die Zusammenkünfte im Gemeindesaal immer nach dem gleichen Schema ablaufen, gibt es in unregelmäßigen Abständen auch besondere Aktionen. Die Senioren haben in der Vergangenheit schon den Bibelgarten in Wagenfeld, den Sinnesgarten in Freistatt, die Ausstellung in den Ströher „Moorwelten“, den Tierpark und den Life Musikpark besucht. Und der Termin für die nächste Besichtigungstour steht auch bereits fest: Am 21. Oktober geht es zur Siebenhäuser Molkerei nach Rehden.

Die Senioren freuen sich, dass es die regelmäßigen Treffen für sie gibt, und seitens des Helferinnen-Teams betont Heide Husmann, „dass wir zufrieden sind, wenn es unseren Gästen gefällt.“ Schon ein kurzer Blick in die Runde macht deutlich, dass das rührige Frauen-Sextett allen Grund hat, zufrieden zu sein. 

ges

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