Wagenfelder Freibad öffnet Becken erstmals für Hunde

Schwanzwedelnd und mit Schnauze ins Bad

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Wagenfeld - Von Simone Brauns-Bömermann. Wenn Hunde das Eintritts-Billett an der Kasse ins Freibad lösen, später ihre Bahnen ziehen und Herrchen sich am Beckenrand freut, dann ist etwas anders im Freibad. Mit der endenden Freiluftsaison fand am Samstag erstmals ein Erlebnistag für Hunde im Wagenfelder Hallen-Freibad statt. Das Motto: Abbaden mit Spaßfaktor und Baderegeln. Mit rund 50 tierischen Teilnehmern konnte der Badespaß für die Vierbeiner starten – bei angenehmen 24 Grad Celsius Wassertemperatur.

Zwar hatte es eine ähnliche Aktion schon im Naturbad Bassum gegeben, aber dort war eine Gruppe von passionierten Hundefreunden unter sich geblieben.

Erstmal schauen, ob man dem nassen Element überhaupt trauen kann, scheint dieser Vierbeiner am Beckenrand zu denken.

Die Wagenfelder Initiatoren Christine Haake und Christian Möllers, Bademeistergehilfin und Bademeister im Hallen-Freibad Wagenfeld, hatten die erste öffentliche Veranstaltung dieser Art im Landkreis Diepholz organisiert. Angemeldet hatten sich rund 50 Besitzer von Hunden der unterschiedlichsten Rassen und Größen – mit unterschiedlichem Interesse. Manche „Wasserratte“ sprang wie selbstverständlich vom Beckenrand und zog ruckzuck ihre Bahnen, während der nächste vierbeinige Badegast noch vorsichtig das Terrain sondierte.

Nach der Eintritts-Hürde mit Kontrolle des Impfpasses und dem Haftpflichtversicherungsnachweis, der von Tierärztin Dr. Helga Eils aus Wagenfeld kontrolliert wurde, empfing Hundetrainer Nils Höbel vom Hundeinternat Antonienwald in Wagenfeld die Vierbeiner und ihre Begleiter. „Die Halsbänder bitte abnehmen. Dann schauen wir, wie sozialisiert der Hund ist“, lauteten seine klaren Anweisungen. Denn das Gruppen- und Sozialverhalten der vielen unterschiedlichen Tiere musste genau eingeschätzt werden, um einen friedlichen Schwimmspaß zu ermöglichen. Die Baderegeln für Hund und Halter ähnelten den Regeln für Schwimmer. „Nicht mit vollem Magen baden, nicht unbeaufsichtigt lassen, langsam an die Wassertemperatur gewöhnen, nicht verausgaben, nach dem Schwimmspaß abtrocknen und Schutz vor Sonnenbrand bedenken.“ Letzteres war kein Problem, denn die Außentemperatur war am Hundebadetag niedriger als das angenehm temperierte Wasser.

Baden ohne Chlor

„Das Wasser haben wir vom System des Hallenbades komplett abgeschieden, es enthält kein Chlor oder Flockungsmittel“, erläuterte Christine Haake zur Hygiene. Mit zu ihrem Beaufsichtigungsteam gehörten Tom Stasik und Ursel Maelck.

Für den Hunger zwischendurch oder nach dem Badespaß sorgte das Bistro Kösterlich aus dem Hallenbad.

Komm her, Kumpel: Völlig ausgelassen toben die Hunde im Wagenfelder Freibad miteinander. - Fotos: Brauns-Bömermann

Zwar hatte Hundetrainer Nils bei der Erstbesprechung der einzelnen Gruppen, die jeweils rund eineinhalb Stunden Zeit zum Planschen, Baden und Schwimmen hatten, gesagt: „Kein Spielzeug bitte“. Aber wie aus dem Nichts schwammen plötzlich kleine unscheinbare Stöckchen im Becken. „Die kann man doch gut apportieren, war doch so gemeint, oder?“, schienen sich einige der vierbeinigen Schwimmer zu fragen. Manches Herrchen ging mit einem Leckerli am Beckenrand entlang. Die Gäste kamen aus der gesamten Region – aus Preußisch Oldendorf, Rahden, Bockstedt, Rehden, Ströhen, Wetschen, Wagenfeld und anderen Orten. „Zilli“, die vier Monate alte Münsterländerdame aus Ströhen, war ebenso dabei wie „Sam“, der elf Jahre alten Labrador aus Rahden. Senior Sam genoss sein ruhiges Schwimmen, zog seine Bahnen. „Das warme Wasser ist gut für seine Arthrose“ freuten sich seine Besitzer die auch ihren Urlaub immer an der Ostsee verbringen, „schon wegen Sam“.

Rutsche gefällt auch Hunden

„Emma“ die junge Boxerhündin, hat junge Besitzer mit Übermut. Und so rutschte „Emma“ plötzlich von der Kinderrutsche Kopfüber ins nasse Idyll. „Dafür bekommt sie nachher ein neues Halsband“, versprachen die Besitzer.

Hundeschwimmen in Wagenfeld

Die Gruppen waren ganz unterschiedlich besetzt: Vom Mops, der gern erst noch schaute, was die Artgenossen da so treiben, bis zum Weimaraner, der seinen Übermut kaum zügeln konnte. Die klassischen Wasserhunde wie Labrador und Cockerspaniel waren genauso dabei wie Golden Retriever und Border Collies. Nur ein paar Mal musste Nils Höbel eingreifen, wenn gebellt und gejault wurde auf der Grünfläche beim Spielen zwischen den Badegängen. Er griff konsequent als Trainer durch, vergab auch schon mal eine gelbe Karte.

Für „Lana“ und „Melly“, die Hunde von Jaqueline Werner, war das Baden das reine Vergnügen. Viel zu schnell für den Fotoapparat ihres Herrchens sprang die zweijährige Lana vom Rand kopfüber ins Becken, schwamm, suchte die Treppe und schritt souverän ins Trockene. Schütteln – und fertig. „Mala“ aus Wetschen machte das eins zu eins nach, schließlich möchte ihre Besitzerin ihren Hund später ausgebildet in der Physiotherapie einsetzen.

Viel Spaß hatten alle: Vierbeiner und ihre zweibeinigen Begleitpersonen – alle waren nach der Schwimmstunde um Erfahrungen reicher.

www.hundimfreibad.de

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