„Zeitlos“ kreiert wieder spektakuläre Dinnerkonzerte 

Ein Ritt durch Pop, Schlager, Shanty und Madrigal

Rote Autotür und Lenkrad sind die Requisiten beim Song „Im Wagen vor mir“ von Henry Valentino, der mit diesem Lied 33 Wochen in den Charts platziert war. - Foto: Brauns-Bömermann

Ströhen - Von Simone Brauns-Bömermann. Zweimal Genuss gefällig? Einmal für den Gaumen, einmal für die Ohren und beides zusammen in einem Termin? Kein Problem für die in Summe an drei Terminen rund 300 Besucher der Dinnerkonzerte am Freitag- und Samstagabend und für die Café-Konzert-Besucher am Sonntagnachmittag im Tierparkrestaurant in Ströhen. Die Dinnerkonzert-Serie Numero neun zelebrierte der Chor „Zeitlos“ aus Ströhen für seine treuen Fans und interessierte Besucher.

Mit Titel „Wunschkonzert“ kamen Wunschtitel nicht etwa der Besucher zu Gehör, sondern ganz lieb gewonnene Titel der Sänger, Evergreens und Persönliches auf die Bühne. Nicht, dass es reicht, die Wunschsongs einzustudieren, anzumoderieren von dem jeweiligen Wünscher, nein, das Ensemble unter der Leitung von Petra Thiesing-Jöres übt sich noch in Schauspiel, ausgewählter Requisite und Bühnenshow.

Und dabei gibt es sich wirklich zeitlos: Von Schlaf- über Film-, Lobpreis- und Appellmusiken ist alles dabei. Ein Ritt durch Pop, Schlager, Shanty und Madrigal erlebt das Publikum. Immer wieder mit Solisten, die besonders geeignet sind und mit auf den Leib geschnittenen Songs.

Die Lust am Singen und Hören eingängiger Melodien überträgt sich auf das Publikum und dabei spielt es gar keine Rolle, ob das Lied aus der „Muppet Show“, aus Musical oder aus der Chartliga stammt. Beginnen die Konzerte mit einem Wunsch von Christian aus dem Chor wie passend mit Oliver Gies Song „Nette Begegnung“, enden sie mit einer Feststellung, die sich Rose wünschte: „Life is life“, ein Gassenhauer der österreichischen Band „Opus“. Dazwischen das Abendlied von Matthias Claudius „Der Mond ist aufgegangen“ als von Chorleiterin Thiesing-Jöres zu Trainingszwecken ausgesuchter siebenstimmiger Gesang. „Sie haben es noch nicht ganz, klingt aber schon recht passabel“, ihr Urteil.

Die Protagonisten der „Muppet Show“ mögen alle Sänger besonders, ein Wunschhit vermutlich von allen. Eine Ströher Coverversion des legendären Songs von Simon & Garfunkel „The sound of silence“ hängt sich an das großartige Cover der US-amerikanischen Metal-Band „Disturbed“ von 2016 an, das im Netz mit: „This song has to be played at my funeral …“ (dieser Song muss auf meiner Beerdigung gespielt werden) kommentiert wird. Klaus Ullmann sieht in dem Song die Kraft aus der Stille.

„Halleluja“ von Leonard Cohen ist von vielen gecovert, heute von uns für Sie“ sagt Dorothea. Dann ein Einschub in das reguläre Programm: Ludger Hartz singt seiner Liebsten im Publikum entgegen: „Schenk mir ein Bild von Dir“ von keinem geringeren als Gerhard Winkler, der schrieb auch die „Capri-Fischer“ und „Bella, bella Donna“. „Hört wie zart er singt“, kündigte Thiesing-Jöres den Solisten an. Dem Publikum ging es ans Herz.

Die „Stage-performance grandioso“ kam jedoch mit dem Wunsch von Ulli. Der verwandelte sich mit Schal und Karohut in den verliebten Autofahrer Henry Valentino, der 33 Wochen in den Charts mit seinem Song „Im Wagen vor mir“ gesanglich hinter einer jungen Dame fuhr, und sie verehrte. Heute würde man den Inhalt vielleicht Stalking nennen? Ist aber ja nichts passiert, denn sie fährt im Song ja ab. Zum Gesang trägt er eine rote Autotür und „sie“ ein Lenkrad. Birgit wünschte sich „99 Luftballons“ von Nena und Pastor Dirk Brandt „Fleisch ess Lust“ von Fee Badenius.

Zu den Gesängen gab es am Sonntag ein Kuchenbuffet mit wohlklingenden Namen von der neuen Küchenchefin und Berliner Künstlerin Katharina Ismer: Buchweizen-Butterkuchen und Zebratorte.

Zu den Dinnervorstellungen passte das Heidschnuckengulasch. Und wie wäre es mit einem Arbeitslied, einem Wechselgesang, wie er an Bord der großen Segler gesungen wurde? Das Shanty „Bully in the alley“ war so ein Arbeitssong.

Und ein vierstimmiges Madrigal kann der Chor auch: Eines des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Morley „April was my mistress face“.

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