A-cappella-Gruppe „C-Sur“ begeistert Publikum in der Wagenfelder Auburg

Musikalische Highlights ganz ohne Instrumente

Das Repertoire von „C-Sur“ reichte von internationalem Pop und Jazz bis zu deutschen Songs. Eigene Arrangements sorgten bei den Zuhörern für teils ungewöhnliche Musikerlebnisse. J Foto: Brauns-Bömermann

Wagenfeld - Von Simone Brauns-Bömermann. Die zwei Sängerinnen und zwei Sänger auf der Bühne in Wagenfelds Auburg wussten nicht so recht was sie wollten: Wollte man nun einen „wealthy man“ wie ABBA es besang in ihrem Song „Money, Money, Money“ oder einen dressierten Mann ohne Chips und Cola vor dem Fernseher mit selektivem Hören? Einen, der sie nach Paris nur so zum Spaß im Stil von Udo Jürgens einlud oder einen, der endlich damit aufhört ständig Heiratsanträge zu machen. Fast kippte die Stimmung, die zwei Männer überlegten, ob sie nach der Pause wiederkommen.

Alles auf null: Das war natürlich die Show der A-cappella-Gruppe „C-Sur“ aus Vechta am Samstag zu Besuch in der Auburg. Sprachwitz, Lebens- und Liebesfreude kamen mit Petra Dase-Zurborg (Alt), Stefan Keppler (Tenor), Martin Zurborg (Bass) und Delia Schneider (Sopran) zu den rund 80 Gästen. Hochpräziser mehrstimmiger Gesang und Instrumentenersatz mit viel Witz, charmant moderiert, entspannte das Publikum. Die Steckenpferde der Sänger sind Schlager und Pop, die 20er Jahre und Jazz. Und aus dem Nähkästchen plaudern, in Erinnerungen an die Studentenzeit schwelgen und Witze über die Kollegen machen.

Den Begriff A-cappella-Gesang nehmen die vier Musiker sehr ernst: Nämlich wie aus dem Italienischen übersetzt „Im Stile der Kapelle“, Gesang eines Vokalensembles ohne Instrumente. Dabei habe sich über die Jahrhunderte einiges auf dem Gebiet der A-cappella-Musik getan. Gerade im erst ausgeklungenen 20. Jahrhundert entwickelte sich dieser Stil enorm. Von den Revellers über die Comedian Harmonists bis hin zu den King’s Singers und heute den Senkrechtstartern Maybebop.

Für manche vielleicht Unbekanntes, lernte das Publikum in der Auburg: Die Kühlschrankbotanik. „Nur keine Panik“, singt das Quartett „das ist nur, wenn der Tomatenchor in moll singt, der Kohl sich mit der Roulade paart, der Joghurt pelzig schmollt, auf der Butter ein Bonsai wächst und die Salami langsam senil wird.“ Ein Song über studentische Kühlschränke in Studentenwohnheimen. Die zwei Damen verscherzen es sich fast mit ihren Mitsängern, wenn sie skandieren: „Mit Mitte zwanzig sind die Jungs noch süß, nicht so ranzig, sondern schön, weil sie duschen gehen.“ Vielleicht versteht sich so auch der Titel des Konzertes „Freitag der 13.“. „Eigentlich wünscht sich doch jeder ,A beautyful day‘ bei der Gewissheit, dass so viele Dinge im Leben schiefgehen können“, erläutert Delia Schneider, die wunderbar mit ihrer Sopranstimme besticht und alle singen den gleichnamigen Song von Michael Bublé. Das Medley über das Thema Geld fängt mit der Macht des Geldes an und endet mit „Ich brauche keine Millionen“, wie es weltweit Marika Rökk sang.

Und dann geht es weiter auf Kosten der Männer: Wenn die Mimmi in die Heia geht und ihre Krimis liest und das Licht die ganze Nacht an bleibt. Den Rest liest sie immer laut, das von der Cyankali-Suppe. „Da bleibt dem Mann doch nur eins, in die Kneipe fliehen“, findet Stefan Keppler. Dann die Shopping-Tortur der Männer, wenn sie mit ihren Frauen einkaufen müssen. „Wie komme ich nur raus aus der Boutique, ohne Scheidung, ohne Krieg?“ Im Song „Artgerecht“ gehen die Männer dann mit Transparenten auf die Bühne, wenn sie ihre Rechte einfordern mit eindeutigem Slogan „Rettet die Männer“.

Mit den vier Sängern kam eine ganze Kapelle mit in die Auburg, ein Zeitvertreib der besonderen Art, Muße für die Zuhörer, Arbeit mit viel Spaßfaktor für die Sänger.

Mehr zum Thema:

500 Zivilisten in Aleppo getötet

500 Zivilisten in Aleppo getötet

Grundschule Horstedt feiert Geburtstag

Grundschule Horstedt feiert Geburtstag

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Nikolaus im Kindergarten Stuckenborstel

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag

Meistgelesene Artikel

Nordwohlder Weihnachtsmarkt kommt gut an

Nordwohlder Weihnachtsmarkt kommt gut an

Zoff um Nikolaus-Aktion

Zoff um Nikolaus-Aktion

Schüler (15) von Hund gebissen - Halter flüchtig

Schüler (15) von Hund gebissen - Halter flüchtig

Auch Sitzen kann eine körperliche Belastung sein

Auch Sitzen kann eine körperliche Belastung sein

Kommentare