Elfriede Becker feiert 101. Geburtstag

Gute Laune und Gesundheit

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Gute Wünsche, Urkunden und Blumen: Elfriede Becker nimmt Gratulationen von stellvertretendem Landrat Werner Schneider (v.l.), Meritus-Leiter Karl-Heinz Bösselmann, und Bürgermeister Matthias Kreye entgegen.

Wagenfeld - Es gibt wohl kaum ein beglückenderes Gefühl, als einem 101 Jahre alten Menschen in sein lächelndes Gesicht zu schauen. Das Glück hatten im Meritus Seniorenzentrum in Wagenfeld Bürgermeister Matthias Kreye und stellvertretender Landrat Werner Schneider, als sie der derzeit ältesten Einwohnerin von Wagenfeld, Elfriede Becker, zu ihrem 101. Geburtstag gratulieren durften.

„Ich bin stolz, Sie kennenzulernen und bleiben Sie fit“, beschrieb Kreye das erhabene Gefühl. Tatsächlich saß den Gästen eine adrette alte Dame mit einem einnehmendem Lächeln gegenüber, zufrieden, in sich ruhend, ausgeglichen. Auch der neue Leiter des Meritus-Seniorenzentrums in Wagenfeld, Karl-Heinz Bösselmann aus Lüneburg, und Betreuerin Andrea Bohn aus Barver gratulierten und feierten mit Kuchen, Blumen und Kerzenschein.

Ursprünglich aus Bünde

Bei guter Laune und Gesundheit nahm Elfriede Becker die Geschenke und Urkunden entgegen, am meisten freute sie aber der Besuch. Wache Augen, ein freundliches Gesicht zeichnen die Hunderteinjährige aus, die erst vor etwa elf Jahren mit ihrem Neffen Martin Kemner aus Bünde in Nordrhein-Westfalen nach Wagenfeld gezogen war und dort ein neues Zuhause fand. „Letztes Jahr habe ich auch gratuliert“, erinnerte sich Schneider und damals sagte ich: „Liebe Frau Becker, nun ist es soweit, Sie wurden 100 Jahre, das Schöne daran ist, wir sehen uns nun im nächsten Jahr wieder“. Montag war es soweit, man traf sich zum 101. Geburtstag.

Ab dem hundertsten Lebensjahr gratuliert der Landkreis Diepholz den „Geburtstagskindern“ jährlich. „Frau Becker ist eine sehr umgängliche, ja liebenswerte alte Dame, die immer lacht und freundlich ist“, betitelt Bohn ihren Schützling. Und das alles trotz eines harten Lebens. Heiterkeit stand ihr nicht immer im Leben zu Gesicht. Elfriede Becker blieb zeitlebens unverheiratet, lebte und arbeitete auf dem Gut ihrer Vorfahren in Bünde in Land- und Viehwirtschaft.

Große Liebe zu Tieren

Als ihre Schwester Lisa Kemner verstarb, versprach sie ihr, sich um den Sohn Martin zu kümmern. Das galt für Martin umgekehrt. Elfriede Becker sei immer eine zarte aber zähe, kernige Person gewesen und Martin wurde Sohn-Ersatz für sie. Auch die Tiere seien ihre große Liebe gewesen, vor allem das Milchvieh auf dem großen Gehöft. Vor etwa sechs Jahren kam Elfriede Becker ins Meritus-Seniorenzentrum nach Wagenfeld und fühlt sich dort wohl. Dann scheint die Sommersonne in den Aufenthaltsraum, wo Gratulanten und Geburtstagskind sitzen und Rhabarberkuchen genießen. Es ist eine familiäre Atmosphäre, Beckers Betreuer Herr Steffens ist auch da, nur Martin fehlt.

Kreye rechnet zurück: „Sie lebten ja schon, da hatten wir noch Kaiser Wilhelm den Zweiten.“ Da lachte sie wieder, die Seniorin, nimmt das Leben wie es kommt, ist zufrieden. Schade, dass sie kein Buch mehr schreiben wird, da gäbe es sicherlich so viel zu erzählen, von Kaisern, Kriegen, Machthabern, guten und schlechten Zeiten und über das Altwerden. Auf der Urkunde der Gemeinde steht: „Wir wünschen Ihnen einen schönen und ungetrübten Lebensabend.“ - sbb

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