„15art15“ noch bis Jahresende im Dienstleistungszentrum Wagenfeld

Große Ausstellung für kleine Formate

Neun von 15 Künstlern waren am Donnerstag im Dienstleistungszentrum in Wagenfeld anwesend. Noch bis zum 31. Dezember können Besucher die ausgestellten Kunstwerke bestaunen. J Foto: Brauns-Bömermann

WAGENFELD - Von Simone Brauns-Bömermann. Während die Ausstellung „15art15“ am Donnerstagabend im Dienstleistungszentrum (DLZ) Wagenfeld ihren Anfang nahm und bis Ende des Jahres zu sehen ist, entstehen weitere 180 kleinformatige Kunstwerke zu den verbleibenden zwölf Montagen in 15 mal 15 Zentimetern bis zum 31. Dezember unter den Händen der fünfzehn Künstler der gleichnamigen Gruppe.

Denn die internationale Künstlergruppe nennt sich selbst die „Montagsmaler“ und präsentiert jeden Montag seit sechs Jahren Arbeiten auf Holzfaserplatte auf ihrer Website. Bislang sind mehr als 4 000 Werke entstanden. Im Jahr also 780 Quadrate und die Gruppe hat 72 Follower aus der gesamten Welt. Seit Donnerstag vermutlich auch aus Wagenfeld und Umgebung.

Im DLZ hängen von den kleinen Formaten mit großer Wirkung allein 255 Impressionen und bildeten laut Bürgermeister Matthias Kreye zur Begrüßung „eine große Ausstellung kleiner Formate“. Er wünschte sich voller Begeisterung: „Ich wünsche den Künstlern, dass die kleinen Formate groß rauskommen.“

Unterstützt wurde die Ausstellung wieder vom Verein „Kunst in der Provinz“ und den Mietern des DLZ. Brigitte Cording hatte einmal mehr untrügliches Gespür bewiesen, wonach die weißen Wände im DLZ dieses Mal schrien: „Kunst im Quadrat“. Die Sänger des Popchores Wagenfeld unter der Leitung von Leta Henderson sangen darüber, was die Künstler in Farbe, Form und ganz individueller Manier ausdrückten: „Geboren um zu leben.“

Wer die Künstler sind, wie alles begann, wo die Künstlergruppe jetzt steht, wie sich alles entwickelte und wohin der Weg weiterführt, dazu sollte Mitglied in der Gruppe Clemens Niewöhner in seiner Einführung berichten.

Am Donnerstag waren neun der 15 Künstler zur Vernissage gekommen, die wie Beate Köhne und Helmut Fittkau aus Berlin anreisten, Claudia Bartholomäus und Birte Plutat aus Bremen, Clemens Niewöhner aus Süstedt, Kerstin Friedrichs aus Liebenau, Ingrid Wittkau aus Achim, Ruth EE Cordes aus Syke und Andrea Döring aus Marklohe. Letztere hat doppelte Arbeit, denn Döring baut die Bilder jeweils in den Internet-Blog ein.

„Wir sind die Montagsmaler, die immer montags neue Exponate bloggen, uns anfangs real trafen, uns heute schon mal via Skype treffen, um zu kommunizieren“, erläuterte Niewöhner. Inzwischen habe die Gruppe die Möglichkeit, einen Server zur Archivierung der entstandenen Arbeiten der Universität Hamburg zu nutzen. „Wir reklamieren mit der neuartigen Art immer präsent für die gesamte Welt zu sein und das pünktlich, konstant und mit Fleiß und der Fähigkeit zu kommunizieren und kritikfähig zu sein ein Alleinstellungsmerkmal“, empfand der Laudator.

Das bedeute aber, dass die Künstler eine einschlägige künstlerische Ausbildung haben und Ausstellungserfahrung nachweisen können. „Wenn, wie jetzt aktuell zum Jahresende, vier Künstler ausscheiden, rücken vier nach, das geht inzwischen nur noch über eine Bewerbung“, erklärte Niewöhner. Also wird 2017 noch spannender, wenn neue Künstler hinzukommen.

Wohin es geht mit der Gruppe? „Das bleibt offen, wir wissen es nie“, im besten Fall wäre es wie bei anderer Gegenwartskunst, wenn erst die Nachwelt darüber entschiede, ganz zum Leidwesen des einzelnen Künstlers“, so Niewöhner weiter.

„15art15“, die erst „15x15“, dann „15 im Quadrat“ hießen, kann man sich wie einen Zug vorstellen mit Haltestellen. Er hält, Gäste steigen aus und ein, das sei sehr bereichernd, mal traurig, immer spannend. Was die einzelnen Künstler zeigen in den kleinen ganz „großartigen“ Werken, jeder nach seiner Manier, muss selbst erkundet werden.

Die Idee ist großartig, neuartig und auf längere Sicht aufgebaut. Als Einstieg: Da hängt Alltagsgeschehen an Landlust, Historie an Wolken- und Wellenlandschaft, Evolution an Grafik, Geografie an Skyline und Skurriles an „manuellem Photoshop“, wie Helmut Fittkau seine Gegenwartskritiken, in Malerei mit Wachsschichten überzogen, nennt.

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