Fahrtag des Reit- und Fahrvereins Ströhen

Frank Kellermann einmal auf Rang zwei

Guter und spannender Fahrsport wurde den Besuchern am Sonntag im Tierpark Ströhen geboten. - Foto: Brauns-Bömermann

Ströhen - Eine Sache stand am Fahrtag des Reit- und Fahrvereins (RFV) Ströhen klar am Sonntag im Vordergrund: Dies ist ein super Training für Pferde und Fahrer, weil die Richter sich so viel Zeit nehmen und erläuternd bewerten.

Das wünsche man sich auch in der Schule, diese konstruktive Beurteilung, detailliert, gut beobachtet und mit nachhaltigem Mehrwert, der Konsens einiger Zuschauer auf dem Gelände des Tierparks in Ströhen. Zu dem Event hatten sich insgesamt 32 Gespanne angemeldet, 22 Einspänner und zehn Zweispänner.

Mit Ulrich Müller aus Celle aus dem Niedersächsischen Landgestüt Celle und Veterinärin Dr. Henriette Harbort aus Morsum, die auch den Parcours für Ströhen entwickelt hatte, fanden sich zwei exzellente Wertungsrichter mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl. In der Meldestelle saß Sabine Lühmann mit Teamkollegen vom RFV Ströhen und denen war es auch aufgefallen: „Es sind sicher zehn bis 15 Neueinsteiger, viele junge Frauen, die Kutsche fahren.“

Am Sonntagmorgen begann der Fahrtag mit den Dressurprüfungen in den unterschiedlichen Anspannungen. Denen folgten ab Mittag das Stilhindernisfahren durch zwei Kegelpylone, die eigens auf die Spurbreiten jedes Gespannes neu eingestellt wurden. Als letzte Disziplin fuhren die Gespanne durch einen Hindernisparcours, wie zum Beispiel durch zwei enge Gatter oder alternativ über eine rumpelnde Holzbrücke, an deren Seite ein Wassergraben plätscherte. Nicht die leichteste Übung.

Die Gespanne waren genauso interessant anzuschauen wie Hindernisse auf dem Parcours-Platz und Fahrer. Auf dem Platz sommerliche Dekoration vom Badestrand mit Sonnenschirm und Sand, Leuchtturm, Südsee und Schatztruhe. Für die Pferde schien das irritierend, für die Besucher sommerlich anzusehen.

Die Gespanne ebenso unterschiedlich: Von der Idee einer holzbereiften gelb-schwarzen Postkutsche, über die sportliche Version „Fahrturnier“, Pony-Schützentransport-Kutsche bis zum Modell „Am Sonntag will mein Liebster mit mir ausfahren“, war alles dabei.

Die Fahrer kamen nach Auskunft von Lühmann bis aus Bremerhaven angereist: „Die Fahrer lieben die familiäre Atmosphäre ohne Stress hier und sehen das ganze Turnier auch wie ein zusätzliches Training.“ Die Kennzeichen der Pferdeanhänger verrieten auch die Heimat aus Nordrhein-Westfalen, Verden, Diepholz, Nienburg, Oldenburg.

Was neben dem Spektakel des Fahrens für die Zuschauer, deren Anzahl mit etwa 50 ruhig höher hätte sein können, sehr hilfreich und für die Fahrer lehrreich war, war die nicht knappe mündliche Einschätzung und Beurteilung der Wertungsrichter direkt nach der Fahrt. Wer nicht mitfuhr und dessen Herz trotzdem für den Fahrsport schlug, schaute zu und lernte viel.

sbb

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