Letzte Vorstellung von „Düvel uk, Herr Pastor“ 

Finale auf der Freilichtbühne

Geschafft! Am Mittwochabend hieß es auf der Wagenfelder Freilichtbühne ein letztes Mal „Düvek uk, Herr Pastor“. Der Applaus war den Darstellern auch in diesem Jahr sicher. J Foto: Brauns-Bömermann

Wagenfeld - Im Finale der aktuellen Spielsaison waren die Schauspieler auf Hochtouren. Ein letztes Mal hieß es am Mittwochabend auf der Freilichtbühne Wagenfeld „Düvel uk, Herr Pastor“. Für die Spieler war es wohl eher ein „Düvel uk, schon vorbie?“, denn vom Wetter war das Laienspielensemble in dieser Saison nicht verwöhnt worden.

„Deshalb freuen wir uns umso mehr, den Abschluss mit immerhin 127 Besuchern heute Abend hier genießen zu können“, meinte Spielleiter Carsten Falldorf nach der Vorstellung. Insgesamt hatten 3 850 Besucher in den 16 Vorstellungen das Stück besucht und sich amüsiert. Immer unterstützt im Rahmenprogramm von heimischen Akteuren mit Tanz, Musik, Dönkens und mehr.

Und das Stück? Die Lacher bewiesen es immer wieder: Regisseur Wolfgang Gottwald, Spielleitung und Schauspieler hatten den richtigen Riecher gehabt. Themen wie Kirche, korrupte Bänker, Zwischenmenschliches und Skurriles sind immer willkommen. Am Ende darf Freddie Schwarz alias Hermann Spreen als Wanderprediger in der Gemeinde bleiben, denn auch die Kirche müsse sparen. Freddie hatte gerade gebeichtet, dass er gar kein echter Pfarrer ist, aber das wussten Haushälterin Mathilde und Küster Harald längst. „Keen aver, op’t letzt geiht dat ja ok üm unse Tokunft“, beschließt Mathilde resolut das Kapitel: Wann kommt denn nun wirklich der neue Pastor?

Eine großartige schauspielerische Leistung lieferten alle Darsteller ab. Ganz wie von selbst und als wenn sie nichts Anderes eh und je getan hätten, fügten sich die drei „Neuen“ im großen Ensemble, Jule Kawemeyer, Josephine Kunsemüller und Annika Hartrampf, ins Stück. Hermann Spreen der geborene Pastor in Statur, Maske, Spiel und mit einem unvergesslichen Lachen. Walter Rogge als wenn der gebügelte Bänker-Look und die Aktenmappe ihn schon immer begleitet hätten mit Charakter als Bernhard Mauschel, mit Ungereimtheiten in Berufsethos und Wahlversprechen. Wilhelm Schröder als Küster Harald Kopp, hat es wie immer faustdick hinter den Ohren, wenn er Gott die Kollekte abringt, damit Freddie bleiben kann. Eine schöne Szene, wenn er den Hut mit dem Geld der sonntäglichen „Scheinwerfer“ in die Höhe streckt und ruft: „Herr, nimm di, wat du brukst“. Und als er den Korb wieder herrunternimmt und reinschaut: „So, un de Rest is för uns.“

Lach-Impulse entgegengeschleudert

Janine Hagelmann überzeugt als Landtagskandidatin Britta Fiebich mit ihrem Gerechtigkeitssinn. Bianka Mackenstedt ist Garant für skurrile Rollen, Verkleidungen, Auf-den-Tisch-hauen und im Stück den roten Faden zu halten. All das geling ihr bestens als Mathilde Faust. Marcel Eils als Adsche, Tippelkumpel von Freddie, dreht im Finale noch einmal ganz auf. Bei ihm verschmelzen Rolle, Stimme, Intonation, Gestik und Mimik und schleudern dem Publikum den Impuls zum Lachen entgegen.

Sonja Falldorf ist auch eine von den Frauen, die ein ganz praktisches Anliegen an den neuen Pastor haben: Sie spielt Josefine Maurer, ihr Mann muss schnellstens beerdigt werden. Ihr gehört zwar das Mitleid, aber man ahnt, dass die Trauer nicht lange anhalten wird. Annika Hartrampf als Dorothea Kruse schnappt sich letztlich Adsche als Partner vor dem Altar. Josephine Kunsemüller und Jule Kawemeyer sind beide in geteilter Rolle Linde Bruhns, die immer ihren Senf dazugeben, was im Pastorenhaus passiert. Christa Rogge ist Pauline Maack durch und durch: Vorsitzende des Hausfrauenvereins und weiß alles.

Am Schluss waren fast alle Beteiligten auf der Bühne vom Regisseur bis zur Souffleuse, von Maske bis zur Organisation und Spielleitung. Nur die Technik verließ den wichtigen Platz nicht, sonst wäre das Licht aus. Blumen wechselten die Besitzer und viele Steine polterten hörbar von den Herzen: „Geschafft“, schienen sie zu murmeln. Hella Bultmann, jetzt passives Mitglied der Bühne, war sehr bescheiden gewesen. Der Spielleitung fiel erst gegen Ende der Saison auf, dass sie 50 Jahre der Bühne die Treue hielt. „Düvel uk, jetzt machen wir Winterpause“, stand in den Gesichtern, bis das neue Stück gelesen und ausgesucht ist, denn es gilt: Nach dem Stück ist vor dem Stück.  

sbb

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