Erziehung mit „Limo“

Pädagogin Damaris Freischlad referiert in Grundschule Lemförde

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Damaris Freischlad sorgte bei den Besuchern für so manchen „Aha“-Effekt. 

Lemförde - Von Christa Bechtel. „Ich freue mich, dass wir Ihnen diesen besonderen Vortrag in Zusammenarbeit mit allen Kitas anbieten können“, sagte Beate Gondek, Schulleiterin der Lemförder Grundschule.

Gemeint war der Vortrag „Kinder fordern uns heraus – Praxisorientierte Tipps und Hintergründe für eine stressfreie Erziehung“, für den Schule und Kitas Damaris Freischlad, Pädagogin und Trainerin des Instituts für Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Konflikttraining in Osnabrück, gewinnen konnten. Danke sagte Gondek den Firmen ZF Friedrichshafen sowie Thrien Bedachungen Brockum, die den Vortrag finanziell unterstützten.

„Wie ist das eigentlich mit der Erziehung insgesamt? Da gibt es schöne und nicht so schöne Momente“, meinte Damaris Freischlad, die ihre Zuhörerschaft im gut gefüllten Forum der Lemförder Grundschule mittels virtuellen Warenkorbs in einen pädagogischen Supermarkt entführte und so für manche „Aha“-Effekte sorgte. „Was braucht man eigentlich für Fähigkeiten und Fertigkeiten, um mit manchen herausfordernden Situationen klar zu kommen oder damit besser umzugehen?“, warf die Grund- und Hauptschullehrerin, die in der Jugendarbeit in der „Arche“ in Berlin-Hellersdorf als pädagogische Leiterin im Kinderbereich tätig war, als nächste Frage auf.

Per Methodensack, der gute und schlechte beinhaltete, stellte die freiberufliche Trainerin heraus: „Bei Einwirkung von negativem Stress kommen die Methoden alle durcheinander. Wenn wir Stress haben, brauchen wir ein Ordnungssystem, sozusagen einen inneren Kompass.“ Denn bei negativem Stress würden reaktive, reflexartige und häufig hochgradig affektive Entscheidungen getroffen. Im Laufe des Abends spielte sie per Videoclips immer wieder hautnahe Beispiele ein. „Wenn Sie aufgeregt, nervös sind oder richtig wütend werden: Wie wird dann Ihre Kommunikation?“, bat sie die Besucher, sich gegenseitig zu dieser Frage auszutauschen. „Miteinander sprechen, Perspektiven austauschen“, ihr erster Tipp.

Machtlos gegen Lob

Erneut per Videos, die ein Basketballteam sowie eine Tänzerin zeigten, griff Freischlad das Thema „selektive Wahrnehmung“ auf. Befehlsformen wie „Hab keine Angst“ oder „Freu dich mal“ sind ihrer Meinung nach Sätze, die man mit null Erfolg einsetzt. Alternative sei „Limo“ – „Lob“, „Interesse“, „Mängel“, „Offenheit“. Gegen Angriffe könne man sich wehren, gegen ein Lob sei man machtlos, betonte die Referentin. Interesse könne man mithilfe von Fragen äußern. „So bringe ich immer jemanden zum Nachdenken“, hob die Pädagogin hervor. Mängel zugeben, indem man beispielsweise sage: „Es tut mir leid“ oder „Manchmal geht es mir morgens wie dir“. „Die Anerkennung von Mängeln erfüllt ein Grundbedürfnis“, so die Trainerin, die Grundbedürfnisse mit einer Pyramide vorstellte. Denn: „Kinder brauchen Regeln, Grenzen, Normen. Das heißt, das Verhalten wird grundsätzlich kontrolliert, erkannt und thematisiert. Üben und trainieren Sie im Alltag“, ihr nächster Ratschlag. Und: „Kinder und Jugendliche müssen überall auf die dieselben Regeln stoßen und sich auf die strikte Anwendung verlassen können.“ Zum Punkt „Offenheit“ sollte man mit Fragen agieren, um eine Lösung zu finden. Das Geheimnis des Erfolgs sei, den Standpunkt des Anderen zu akzeptieren. Probleme könne man nicht mit Fähigkeiten lösen, die man nicht hat.

Als Hausaufgabe gab Damaris Freischlad dem Auditorium auf, Stärken und Schwächen aufzuschreiben. „Trainieren Sie das, was Sie besonders gut können. Und denken Sie immer daran: die Perspektive ändert sich, wenn man mit anderen spricht.“

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