Wagenfelder Großmarkt eröffnet 

Eine Reise nach Australien und andere Anekdoten

Unterstützung beim Fassanstich erhielt Matthias Kreye von Gerd Walsemann (Barre Bräu), Dirk Lütvogt und Christof Barre (v.l.)

Wagenfeld - „Keine Termine und leicht einen sitzen.“ Mit diesem Zitat von Harald Juhnke und dessen Definition von Glück entließ Wagenfelds Bürgermeister Matthias Kreye am Ende seiner Rede die anwesenden Gäste der Eröffnungsfeier des 432. Großmarktes in ein unterhaltsames Marktwochenende. Gäste waren Volksvertreter von Landes- bis Gemeindebene, Vertreter der verschiedensten Institutionen und Behörden sowie Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden. „Quasi die gesamte Kompetenz unserer Region ist hier und heute versammelt“, brachte es Kreye auf eine Kurzform.

„Es ist alles so, wie es sein muss. Kein Regen in Sicht, die Karussells stehen, die Gewerbeschau ist aufgebaut“, hatte Kreye seine Rede begonnen. Der Großmarkt sei die fünfte Jahreszeit in Wagenfeld. Der Gemeinsinn stehe bei diesem an erster Stelle, ein Fest, mit dem sich die Menschen in der Region identifizierten. Geselligkeit und Zusammengehörigkeitsgefühl zeichneten den Markt aus.

Was ihn ganz besonders freue, sei die wieder wirklich attraktive Gewerbeschau. Für die tonangebende, musikalische Unterhaltung sorgten die Original Huntetaler, die seit 25 Jahren bestehen und „Silberhochzeit“ feiern. Dazu brachte Kreye humorvoll eine Geschichte mit seinem Tenniskollegen, der in diesem Jahr auch die Silberhochzeit feiert: Seine Frau fragte ihn schon Wochen vorher ganz aufgeregt: „Schatz, was schenkst du mir eigentlich zur Silberhochzeit?“ „Eine Reise nach Australien.“ Seine Frau war begeistert: „Wirklich? Das ist ja kaum zu toppen! Was schenkst du mir denn dann zur goldenen Hochzeit?“ „Dann hole ich dich wieder ab!“

Humorvoll ging es in seiner Rede weiter, auch wenn es um für Wagenfeld wirklich wichtige Themen ging. Wirklich Kopfzerbrechen machten ihm nicht Brexit, Erdogan, Flüchtlingskrise oder Holzmännchen in Diepholz, sondern zum Beispiel die vielen Werder-Fans in der Gemeinde, die gar nicht wieder zur Erholung kämen. „Erst der Rausschmiss von Lotte und heute Abend wahrscheinlich eine zweistellige Niederlage gegen Bayern“, womit Kreye auf hörbar geteiltes Echo im Festzelt stieß. Weitere ernste oder auch nicht so ernste Themen folgten: Turnhallenbau in Ströhen und seine Folgen, Europäisches Fachzentrum Moor und Klima, Mautgebühr für die Straße nach Ströhen.

Und: Die Bundesregierung empfiehlt „Hamsterkäufe“. „Ich empfehle ihnen am Sonntagmorgen den Besuch unseres Kleintiermarktes. Dort halten die Aussteller viele kleine Hamster bereit“, schmunzelte Kreye.

Mit mehrfachem diskreten Räuspern machte Landrat Cord Bockhop vor seinem Grußwort darauf aufmerksam, dass er „ohne“ (Bier) dastand. Der Bürgermeister sorgte schnell für Abhilfe und Bockhop leerte das Glas in einem Zug. „Jetzt bin ich nicht mehr unterhopft“, frohlockte er.

Der Wagenfelder Großmarkt sei ein wunderbares Ereignis, eines mache ihm allerdings Sorgen: das Smartphone. Früher seien Pötte und Pannen und anderes Geschirr angeboten und verkauft worden, die Menschen seien sich näher gekommen, oft seien dadurch Familien entstanden. „Jetzt laufen alle nur noch so durch die Gegend“, schaute Bockhop auf sein Smartphone. Das sei nicht gerade der Familiengründung dienlich, meinte er.

„Wir haben ja demnächst Kommunalwahl“, machte er einen Schlenker zum 11. September. „Es geht fair zu“, bescheinigte er den Parteien. „Und es geht um Menschen. Und wenn es um Menschen geht, dann gibt es keine Alternative für Deutschland“, beendete Bockhop unter Beifall seine Rede. 

hwb

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