Aufführung von „Düvel uk, Herr Pastor“

Bergfest, Besucher, Blitz und Donner auf der Bühne

Der Pastor durch Zufall und wider Willen ist Hermann Spreen. Ihm passt die Rolle wie angegossen. Links Marcel Eils.

Wagenfeld - Von Simone Brauns-Bömermann. Die Wetterkapriolen dieses Sommers machten auch vor den Spielterminen der Freilichtbühne Wagenfeld mit ihrem aktuellen Sommerstück „Düvel uk, Herr Pastor“ nicht Halt. Bis zum Spieltermin am Mittwoch zählten die Verantwortlichen trotzdem 2 199 Besucher bei insgesamt zehn Vorstellungen, von denen nur zwei wegen der Wetterbedingungen ausfielen.

Zählt man die öffentliche Generalprobe mit, spielen die Laienspieler insgesamt 16 Mal, ihr Bergfest feierten sie am vergangenen Samstag. „Dann bringt jeder ,Fingerfood’ mit und unsere Jubilare Alfred Bünte und Christa Rogge haben dieses Jahr ,einen Lütten’ ausgegeben“, beschreibt es Spielleiterin Henrike Heine. Fassbier und Ströher Schwarten nach Zitterpartie, ob das Wetter hält und erfolgreichem Spiel, eine willkommene Abwechslung für die Spieler.

40 Jahre sind Bünte und Rogge der Bühne treu und ihr Lachen, die Hilfsbereitschaft sind wunderbar anzuschauen, wie am ersten Tag. Der Name Bünte taucht im Programmheft und in real vielfach auf. „Alfred Bünte gehört zu den fleißigen Händen, der gemeinsam und abwechselnd mit Wolfgang Meyer und Horst Guse fast täglich unsichtbar und unverzichtbar, werkelt, aufräumt, harkt, fegt, pflanzt“, fasst es Brigitte Spreen zusammen. Denn der Waldboden ist immer gefegt, wenn die Gäste eintrudeln, die Lampen geputzt und den Spinnen im Wald entrissen.

Bünte ist auch Mitglied im Technikteam. Seine Frau Irmtraud steigt abwechselnd mit Stefanie Meyer in die Souffleusen-Kabine, um Stichworte zu geben, wenn der Text mal stockt.

Christa Rogge spielt zwar offiziell diese Saison nicht, aber ihr Mann und so verbringt das Ehepaar selbstverständlich viel Zeit auf der Bühne. Rogge wuselt überall, wo Hilfe gefragt ist.

In der Technik sieht man in dieser Saison Frederik Tepe, für Ton, Licht, Aussteuerung verantwortlich. „Freddy, Hermann klingt so blechern technisch, oder?“, schallt es mitten im ersten Akt von Regisseur Wolfgang Gottwald hinauf. Freddy regelt nach und nun stimmt es wieder. Mit ihm im Team Wolfgang Uffenbrink, Julian Hartau und Jesper Kawemeyer. „Die flitzen immer durch die Reihen, schauen, ob alles klappt, hören ob die Regelung stimmt.“ Und dann steht, neben dem Bühnenhaus-Ensemble, dem Technik- und Informationshaus, den zwei Kassenhäuschen und der Stauraum-Scheune, noch ein wenig versteckt das Getränke- und Leckereien-Fachwerkhaus für die kleinen Snacks und Erfrischungen in den Pausen, vor und nach den Vorstellungen. Dafür zeichnen die Eltern von Janine Hagelmann, die Schmöckels, verantwortlich. Herta Hodde bietet leckere Bratwürstchen auf die Hand im benachbarten Zelt an.

Morgen ist nach der Vorstellung die After-Show-Fete mit DJ Willi K. avisiert. Dazu lädt die Bühne alle Besucher herzlich ein, eine rauschende Nacht mit Musik und guter Laune nach dem Spiel zu verbringen.

Christian Maas und Nicole Fenker sind die kühlen Rechner, addieren Besucherzahlen, organisieren rund um den Bühnenbetrieb. Sind lange vor Beginn der Spieltermine an der Röthekuhle und nehmen Kartenbestellungen aktuell telefonisch und persönlich entgegen und informieren vor, während und nach den Auftritten.

Zur Bergfest-Vorstellung stellten die Spieler fest: „Düvel uk, weh ebbt fiefe Pastors hier auf der Bühne“. Damit gemeint nicht der Pastor, den Hermann Spreen so authentisch mimt, sondern das Wagenfelder Pastorenehepaar Edith und Michael Steinmeyer und Ilka Strehlow aus Barnstorf mit Freund im Publikum. „Der soll auch ein Geistlicher sein“, munkelte es im Publikum.

Wenn das Wetter jetzt weiter mitspielt, findet die letzte Vorstellung am Mittwoch, 3. August statt, bis dahin freuen sich die Spieler auf zahlreiche Besucher, die mit den Spielern lachen werden um die Verstrickungen eines Pastors wider Willen.

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