Präventionstag an der Oberschule Wagenfeld behandelt unterschiedliche Themen

Im Alltag lauern viele Süchte und Gefahren

Lehrerin Michaela Lucassen (Mitte) diskutierte mit Schülerinnen und Schülern einer siebten Klasse über das Thema Rauchen und die daraus resultierenden Gefahren für die Gesundheit und das Portemonnaie. - Foto: Brauns-Bömermann

Wagenfeld - Mögliche Gefahren und Süchte hielten für die Klassen sieben bis zehn am Dienstag Einzug in die Oberschule Wagenfeld. Keine Sorge: Nur theoretisch, mit Anschauungsmaterial und mit sinnvollen Erläuterungen, wie man den beschriebenen Gefahren begegnen kann. Schulsozialarbeiterin Lena Schröder hatte den Tag organisiert, Referenten eingeladen, Inhalte erarbeitet.

„Die Klingel bleibt an dem Tag komplett ausgeschaltet“, erläutert Schröder. Und das aus gutem Grund: Den Referenten sollte die Möglichkeit gegeben werden, selbst zu entscheiden, wann eine Pause notwendig ist. Um den Präventionstag mit Inhalten zu füllen, waren unterschiedliche Institutionen angetreten: Die Polizei aus Diepholz, das Diakonische Werk Diepholz, die Justizvollzugsanstalt (JVA) Vechta, der Verein für sozialpädagogische und lerntherapeutische Hilfen (VSL) Vechta und Fahrschule Mario König aus Diepholz.

„Wichtig war uns allen, dass die jeweiligen Klassenlehrer ihre Schüler den gesamten Tag begleiten, um die Themen später zu reflektieren“, erläutert Schröder. Dabei waren die Lerninhalte auf die Klassenstufen altersmäßig abgestimmt. „Wir haben entschieden, dass das Thema ,Gefahren neuer Medien’ durchaus für Siebtklässler relevant ist.“ Viele Jugendliche hätten bereits ein Smartphone und seien den Versuchungen im Netz ausgesetzt.

Die weiteren Themenfelder erstreckten sich auf Internet und Spielsucht, Schuldnerberatung im Kontext mit Medienkonsum. In der Klasse neun von Mario Braksiek war es sehr still geworden, als Justizvollzugsbeamter Tim Reinermann der JVA Vechta aus dem Alltag Jugendlicher im Strafvollzug und der Untersuchungshaft berichtete.

„Was glaubt Ihr, was ist das Schlimmste im Knast?“, fragte er in die Runde. Schweigen. „Die totale Kontrolle über das Leben der Gefangenen, die sind nicht mehr selbstbestimmt“, erläuterte der Fachmann, der täglich mit Jugendlichen ab 14 Jahren im Jugendvollzug zu tun hat. Die Delikte, weswegen sie einsäßen, seien Sachbeschädigung, Diebstahl, Körperverletzung, Drogenkonsum, räuberische Erpressung, Raubkopieren bis hin zum Mord.

Erschrocken haben sich die Schüler bei der Vorstellung des Tagesablaufes jugendlicher Straftäter, der so beginnt: „6 Uhr Lebendkontrolle…“. „Man muss den Aufenthalt im Gefängnis als Chance begreifen. Zur Schule gehen, eine Ausbildung nachholen, um nach der Haft auf das Leben vorbereitet zu sein.“ Hinter anderen Türen besprachen die Schüler, nach Mädchen und Jungen getrennt, Sexualprävention und Alkohol in der Schwangerschaft.

An das Themenfeld Suchtprävention näherten sich die Schüler mit ihren Coaches den Gefahren durch Alkohol, Tabak, Werbung. Wie gefährlich das Rauchen in der Entwicklung von jungen Menschen ist, zeige das Hochziehen der Altersgrenze. „Die Grenze wurde aufgrund der Forschung von 16 auf 18 Jahre angehoben“, erläuterte zum Beispiel Lehrerin Michaela Lucassen. Einmal abgesehen von den enormen Kosten, die das regelmäßige Rauchen erzeugt, näherten sich die Schüler an die schlimmen gesundheitlichen Folgen an. In Gesprächen versuchten sie ihr eigenes Umfeld und ihre Erfahrungen mit Rauchern zu begreifen und zu bewerten. „Von dem Geld, was ein Raucher pro Jahr ausgibt, würde ich meinen Führerschein bezahlen“, die Antwort einer Schülerin der siebten Klasse nach dem Exkurs.

Insgesamt spiegelte der Präventionstag viele Süchte und Gefahren, die der Alltag parat hält. Die Schüler lernten aber Widerstehargumente und das Verständnis für die realen Gefahren und Konsequenzen. 

sbb

Mehr zum Thema:

Hannover festigt Rang drei - St. Pauli holt Punkt

Hannover festigt Rang drei - St. Pauli holt Punkt

Weihnachtsmarkt in Diepholz

Weihnachtsmarkt in Diepholz

Mitmachtag der Kita Dörverden

Mitmachtag der Kita Dörverden

Unfälle auf der A1 in Richtung Bremen

Unfälle auf der A1 in Richtung Bremen

Meistgelesene Artikel

Wiedersehensfeier: Ehemalige Kollegen treffen sich 

Wiedersehensfeier: Ehemalige Kollegen treffen sich 

Polizei Syke schnappt Postdieb

Polizei Syke schnappt Postdieb

Schüler sammeln 4 100 Euro für gute Zwecke

Schüler sammeln 4 100 Euro für gute Zwecke

Bassumer Advent: Hallelujah geht unter die Haut

Bassumer Advent: Hallelujah geht unter die Haut

Kommentare