Medienexperte referiert im Schulzentrum

Zivilcourage im Internet

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Jens Wiemken

Twistringen - Von Sabine Nölker. „Kinder müssen auf das Internet vorbereitet werden.“ Dieser Meinung ist Diplom-Pädagoge Jens Wiemken. Er klärte jetzt auf Einladung des Schulelternrates über einen vernünftigen Umgang mit dem Internet auf. Gekommen waren gut 30 Zuhörer.

Junge Menschen holen sich Aufmerksamkeit und Anerkennung über die digitale Welt. Etwa zwei bis drei Stunden täglich arbeiten sie an ihrem sozialen Kapital. „Moderne Medien sind aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken“, sagte der Referent für Medien der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen.

„Wir als Eltern sollten schauen, dass sie das auf Plattformen machen, die geschützt sind“, gab er den Rat. Dies sei zum Beispiel bei Facebook durch ein Meldewesen möglich. „Zivilcourage im Internet zeigen und Cybermobbing dem Anbieter melden“: Dafür müssten die Kinder und Jugendlichen sensibilisiert werden.

Laut Statistik nutzen 97 Prozent der jungen Leute WhatsApp, 87 Prozent YouTube und 69 Prozent Facebook. „Warum so wenig? Weil die Eltern inzwischen dort auch angekommen sind.“ Also weichen ihre Kinder auf andere Plattformen wie Istagram, Snapchat und Twitter, obwohl diese erst ab 18 Jahren zugelassen ist.

Der Medienpädagoge glaubt, dass es geschütztere Alternativen gibt. „Wichtig ist, dass Eltern und Lehrer hier ihrer Aufklärungspflicht nachkommen.“ Falsche Posts können später zum Verlust des Jobs oder des Ausbildungsplatzes führen. „Das müssen wir deutlich machen.“

Kinder müssen auf das Internet vorbereitet sein, sie können dort auf Phänomene stoßen, die sie sich noch gar nicht vorstellen können, führte der Experte aus. Wie etwa Pornografie.“ 15 Prozent des gesamten Internetverkehrs handle davon.

„Ab elf bis zwölf Jahren sind Jugendliche auf diesen Seiten, sie klären sich darüber auf und entdecken auch ihre Ekelgrenzen“, ist der Referent überzeugt.

Eltern sollten mit ihren Kindern darüber sprechen. Vertrauen sei wichtig. Dies gelte übrigens auch für Horrorfilme, die über YouTube jederzeit angesehen werden können.

Wie Eltern ihre Kids dabei begleiten können, darüber hat Jens Wiemken ein Buch herausgegeben. Es trägt den Titel „Computerspiele und Internet. Der ultimative Ratgeber für Kinder“.

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