Kein öffentliches Klo an den Gleisen

Wenn die Blase drückt ist am Bahnhof niemand verantwortlich

Erst wenn der Kiosk und das Bistro wieder eröffen, gibt es eine Toilette am Bahnhof Twistringen. - Archivfoto: Wilke

Twistringen - Schnell an den richtigen Bahnsteig gesprintet, um dann festzustellen, dass der Zug Verspätung hat. Es bleibt also noch Zeit, um auf die Toilette am Bahnhof zu gehen – statt im Zug. An vielen kleinen Bahnhöfen gibt es kein Stilles Örtchen mehr. So zum Beispiel in Twistringen. Was tun, wenn die Blase drückt?

Vor diesem Problem stand auch eine 77-jährige Twistringerin. Da ihr Zug ausgefallen war, konnte sie nicht im Zug das WC aufsuchen. Und woanders gab es keins. Auf Nachfrage im Rathaus sagte ihr die Erste Stadträtin, Birgit Klingbeil, dass die Stadt nicht zuständig sei für eine öffentliche Toilette am Bahnhof.

Wenn nicht die Stadt zuständig ist, dann vielleicht die Bahn. „Wir sind ein Verkehrsunternehmen“, sagt Sabine Brunkhorst, Pressesprecherin der Bahn für Norddeutschland. Und weiter: „In unseren Zügen haben wir Toiletten für unsere Fahrgäste.“ Eine Lösung, wenn ein Zug verspätet kommt oder ausfällt, hat sie nicht.

Nur in großen Bahnhöfen gibt es öffentliche WC-Anlagen. Laut Brunkhorst werden sie aber nicht von der Bahn betrieben, sondern von Fremdfirmen. An kleinen Bahnhöfen – wie Twistringen – kann die Bahn einen Toiletten-Service nicht leisten.

Grund: Der Reinigungsaufwand. Laut der Pressesprecherin müsste eine solche öffentliche Toilette mit einer Schließanlage versehen werden. Sonst wäre sie nach spätestens zwei Tagen nicht mehr benutzbar.

Doch welche Alternativen gibt es zu einer Anlage mit Eintritt? Da wäre das Bahnhofsgebäude. Seit über drei Jahren ist es im Besitz von Klaus-Dieter Knoll. Der Bassumer hatte den Plan, in dem Gebäude unter anderem einen Kiosk und ein Bistro zu eröffnen. „Wenn ich einen Pächter dafür gefunden haben, dann wird es auch wieder eine Toilette geben“, verspricht Knoll. Wann das sein wird, ist noch unklar. Knoll hofft in den kommenden Wochen, da er mit Interessenten im Gespräch ist. Grundsätzlich findet er auch, dass es so, ohne öffentliche Toilette, kein Zustand sei.

Das Betreiben einer Toiletten geht nach seiner Aussage nur in Kombination mit dem Bistro. „Dann kann man den Service für 50 Cent anbieten.“ Ohne das Bistro müsste Knoll eine Toilettenfrau beschäftigen. Und dieses Modell sei unwirtschaftlich.

 awt

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