Neue Ausstellung im Petit Musée

Die Welt hat viele Gesichter und Masken

Im Petit Musée: Wiebke Platt (l.) und Hanna Scotti. - Foto: sn

Bissenhausen - Von Sabine Nölker. „Mit welcher Maske sind Sie heute Morgen aufgewacht?“, fragte Hanna Scotti am Sonntagnachmittag die rund 30 Gäste zur Ausstellungseröffnung im Petit Musée in Bissenhausen.

Damit begann die Künstlerin, die gemeinsam mit Wiebke Platt die kommenden vier Wochen ihrer Werke präsentiert, ihre eindrucksvolle Rede über Masken und Menschen, über Amokläufe und Flüchtlinge. Danach zeigte sie ihre kunstvollen Masken.

Die Ausstellung läuft bis zum 27. August. Scotti und Platt kennen sich seit zwei Jahrzehnten und sind seit zehn Jahren als Clowninnen unterwegs. Ihr Lebens- und Arbeitsmotto: kunstvoll altern und lebenskunstvoll sterben. Sie möchten die Höhen und Tiefen des kunstvollen Alterns mit Fantasie, Poesie und Clownerie unterstützen.

Beide Frauen sind Künstlerinnen durch und durch. Während Wiebke Platts Steckenpferd die Fotografie ist, ist Hanna Scotti für die Worte zuständig. Alles andere machen sie gemeinsam mit Erfolg und Leidenschaft, wie ihre Gäste es erlebten.

Wiebke Platt und Hanna Scotti beschäftigen sich sehr intensiv mit Krankheit und Tod und deren philosophische sowie künstlerische Auslegung. Dazu hat ihre Arbeit mit kranken und sterbenden Menschen sehr viel beigetragen. Und diese Arbeit reicht von der Fotografie und Lyrik über Physiotherapie und Transaktionsanalyse bis hin zu Geriatric-Clownerie und Hospizmitarbeit. Beide haben eine Fortbildung in Palliativcare an der Uni Bremen absolviert.

„Was uns heute hier erwartet, davon hatte ich vorher keine Ahnung“, gibt Künstlerkollege und Museumsdirektor Jochen Tiemann alias Bafuß zu. Umso begeisterter ist er hinterher. „Ich kenne die beiden Frauen schon lange und freue mich, einige wenige ihrer Arbeiten ausstellen zu dürfen.“ Kennengelernt habe man sich beim Künstlerstammtisch in Bremen.

Dass die Welt viele Gesichter – Masken – trägt, bewiesen die Künstlerinnen: Ob Luigi, die Señora, Pico oder Pinocchio. Jede Maske beeindruckte. „Wir sind Frauen der Tat, deshalb: Probieren Sie selber die Masken aus“, forderte Scotti. „Schauen Sie, wie Sie sich fühlen und zeigen Sie sich den anderen.“ Das Ergebnis: Auch Veränderungen zum Lachen. „Und das, obwohl Sie sich selber nicht sehen“, hieß es.

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