Die Stadt soll bis Ende März zusätzlich rund 100 Flüchtlinge aufnehmen

Twistringen sucht händeringend nach privatem Wohnraum

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Twistringer Rathaussaal

Twistringen - Von Theo Wilke. „Die Situation in Sachen Flüchtlingsunterbringung brennt uns auf den Nägeln“, sagt Twistringens Bürgermeister Martin Schlake. Die Lage bleibe angespannt, sie werde sich eher noch verschärfen, ist auch Carsten Werft im Rathaus überzeugt.

Der Fachbereichsleiter: „Wir suchen weiter händeringend nach privatem Wohnraum für Flüchtlinge.“ Bis Ende März soll die Stadt zusätzlich rund 100 Asylbewerber aufnehmen.

Die vom Land festgelegte Aufnahmequote liegt bei 272 Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten. Weil der Landkreis am Schulzentrum in Twistringen die Notunterkunft für ankommende Flüchtlinge betreibt, werden der Kommune 50Personen gutgeschrieben. Folglich muss sie nicht die kompletten 272 Flüchtlinge aufnehmen.

Ansonsten, so Bürgermeister Schlake, habe man kaum etwas mit der Notunterkunft des DRK zu tun. Das laufe sehr ruhig ab. Hin und wieder gebe es kleine Anfragen an die Stadt.

Die Stadtverwaltung ist weiterhin bemüht, zugewiesene Flüchtlinge dezentral unterzubringen. „Das bedeutet eine bessere Integration“, meint Erste Stadträtin Birgit Klingbeil.

Stadt schließt Verträge

mit Eigentümern

Carsten Werft berichtet, für etwas mehr als 120Asylbewerber habe man bislang 29 Wohnungen anmieten können. In der kommenden Woche stünden der Verwaltung drei weitere private Wohnungen zur Verfügung. Die Flüchtlinge kommen zumeist aus Syrien, Iran und Irak – kaum noch aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Ganz wichtig: Grundsätzlich würden Eigentümer direkt mit der Stadt Mietverträge abschließen. Häufigen Befürchtungen, dies bringe Wohnungsinhabern Probleme, etwa wegen ausbleibender Mietzahlungen, tritt die Stadt entschieden entgegen. Und wenn etwas mit einer Wohnung nicht in Ordnung sei, kümmere man sich darum, verdeutlicht Carsten Werft.

Auch mit Unterstützung des Bauhofes würden die Wohnungen regelmäßig aufgesucht, Mängel abgestellt, und es werde darauf geachtet, dass soweit alles vernünftig verlaufe.

„Wir bieten auch die Hilfe ehrenamtlicher Asylbegleiter an“, fügt der Fachbereichsleiter hinzu.

Die Stadt Twistringen kann auf 25Ehrenamtliche, zumeist Twistringer, zurückgreifen. „Das bedeutet für diese Menschen auch ein zeitintensives Engagement“, so Bürgermeister Schlake anerkennend.

Natürlich würden angesichts knappen Wohnraums auch Alternativen überlegt. „Wir sprechen gezielt Eigentümer von leerstehenden Räumen an“, so Werft weiter. Und der Bürgermeister: „Wir müssen wie andere Kommunen auch über den Ankauf einer Immobilie nachdenken.“ Die Finanzierung würde über einen Nachtragshaushalt geregelt. Den würde man gleich hinterherschieben, wenn der ordentliche Stadthaushalt von der Kommunalaufsicht des Landkreises genehmigt sei.

Im Rathaus hofft man bis Ende Januar auf ein entsprechendes Signal aus dem Kreishaus. Bis dahin sei man nicht handlungsfähig, so Schlake, der vor Weihnachten im Rat mit seinem Antrag scheiterte, vorsorglich 600000 Euro für die Flüchtlingsunterbringung im Etat zu berücksichtigen.

Wer freien Wohnraum anbieten kann, möchte sich mit Fachbereichsleiter Carsten Werft im Rathaus unter Telefon 04243/413-112 in Verbindung setzen.

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