Dienstag außerordentliche Mitgliederversammlung

Reitverein Twistringen muss eigenen Stall ausmisten

Twistringen - Von Andree Wächter. Dicke Luft im Reit- und Fahrverein Twistringen (RuFV). Die gemietete Reithalle soll bis zum Wochenende geräumt werden und es gibt Differenzen zwischen dem Vorsitzenden Karl Meyer (als Vertreter des Vereins) und ehemaligen Vorstandsmitgliedern. Außerdem fordert der Landessportbund (LSB) 3363 Euro plus Zinsen zurück. Gelder die zwischen 2012 und 2014 in die Vereinskasse flossen. Dienstagabend gibt es eine nicht-öffentliche außerordentliche Mitgliederversammlung.

Nach Recherche der Kreiszeitung soll der Verein zwischen 2012 und 2014 Übungsleiterzuschüsse bezogen haben und 350 Euro zum Kauf eines Trainingspferdes.

Beide Zuschüsse fordert der LSB zurück. Der Grund: nicht richtlininenkonforme Verwendung. Hintergrund: Vereine müssen die Zuschüsse in voller Höhe für die Trainer 1:1 weiterleiten. Der RuFV soll diese Gelder mit anderen Geldern und Sachleistungen verrechnet haben. Dieses ist nicht erlaubt. Beim Kauf des Pferdes versäumte der Verein zudem den Zuschuss auf den Kaufpreis anzurechnen.

Dass der Verein diese Zuschüsse bekommen hat, bestätigte die damalige Vorsitzende Monika Tauke (ehemals Wiese). Bis Anfang 2015 stand sie an der Spitze des Vereins. Laut ihrer Aussage wurde der Vorstand immer entlastet. Auf eigenen Wunsch kandidierte der komplette Vorstand nicht wieder.

Daraufhin wählten im Januar 2015 die Mitglieder Ex-Bürgermeister Karl Meyer zum neuen Vorsitzenden. Die weiteren neuen Posten: Andrea Buschmann (zweite Vorsitzende), Marion Faber-Grawunder (Kassenwartin) und Silvia Schütte als Schriftführerin. Bis auf Meyer sind alle Vorstandsmitglieder inzwischen zurückgetreten. Als Gründe nennen sie Unstimmigkeiten untereinander.

Im Frühjahr 2015 – also kurz nach den Vorstandswahlen – kam eine Mitteilung vom Finanzamt. Der Behörde fehlten Unterlagen. „Ich habe die Unterlagen ungeprüft hingeschickt“, sagt Faber-Grawunder. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.

Frist bis zum Jahresende

„Das Finanzamt teilte uns mit, dass die Unterlagen nicht stimmen. Die Behörde wollten uns die Gemeinnützigkeit aberkennen“, sagt Faber-Grawunder. Als Buchhalterin untersuchte sie die Jahresabschlüsse 2012 bis 2014 genauer. „Die waren alle falsch. Für Zuschüsse fehlten die Aufwendungen.“ Heißt: Für die Einnahmen müssen auch Ausgaben gebucht werden. Dies ist ein buchhalterisches Versäumnis.

Aufgrund der Menge an Falschbuchungen holte sie sich juristischen Rat ein. Der Fachmann empfahl ihr, den LSB zu informieren, um für den Schaden nicht haften zu müssen.

Im November prüfte ein Revisor des Sportbundes zwei Tage lang die Vereinsbücher. Das Ergebnis: Der Verein soll 3.363 Euro plus Zinsen zurück zahlen.

„Wir klären gerade, ob diese Summe durch eine Versicherung gedeckt ist“, sagt der aktuelle Vorsitzende Meyer. Und weiter: „Bis zum Jahresende haben wir Frist, die Gelder zurückzuzahlen.“

Zu den Richtlinien des LSB sagt Meyer: „Damit haben mehrere Vereine Probleme“, und verweist auf Rundschreiben zu diesem Thema. Auch führt er weiter aus, dass die Gemeinnützigkeit des Vereins durch das Finanzamt erteilt wurde. „Die Gemeinnützigkeit und der LSB haben nichts miteinander zu tun“, sagt der Vorsitzende.

Warum der RuFV Twistringen erst zum Jahresende zahlen muss, wollten weder LSB noch Karl Meyer sagen. Zu diesem Punkt und den weiteren Streitigkeiten wollte er nicht weiter ins Detail gehen. Einzelheiten soll nach der Mitgliederversammlung bekannt gegeben werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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