Kaninchenzüchter Kai Timmermann wird Deutscher Meister mit Zwergwiddern

16 Jahre vom Traum zum Titel

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Mit diesem schwarz-grannenfarbigen Zwergwidder und drei weiteren Tieren dieser Rasse wurde Kai Timmermann bei der Bundesschau in Kassel Deutscher Meister.

Twistringen - Von Heiner Büntemeyer. Es ist normal, dass ein Sechsjähriger sich Kaninchen wünscht. Aber dass dieser Junge 16 Jahre später Deutscher Meister mit der von ihm gezüchteten Rasse wird, ist eher die Ausnahme. Vor allem dann, wenn sich vor ihm niemand in der Borweder Familie mit der Kaninchenzucht beschäftigt hat.

Doch die Eltern erfüllten Kai Timmermann damals seinen Wunsch: Er bekam zwei Kaninchen, er musste sie aber selbst betreuen. „Ich hab die damals ‚wildwest‘ gepaart“, lacht der 22-Jährige.

Trotz seiner züchterischen Erfolge stehen die Nachkommen dieser ersten Kaninchen noch immer in seinem Stall, auch wenn diese „Rasse“ in keinem Standard geführt und nicht ausgestellt wird.

Mit seinen Eltern besuchte er Ausstellungen, und der Vorsitzende des Kaninchenzuchtvereins F321 Twistringen, Wolfgang Kerls, wurde auf ihn aufmerksam. Kerls sorgte dafür, dass Kai eine tragende Häsin der Rasse „Rote Neuseeländer“ bekam, und mit Thomas Horstmann fand er einen Paten, der ihn mit der „professionellen“ Kaninchenzucht vertraut machte

„Auch die anderen Mitglieder haben mich immer unterstützt“, erinnert er sich. Seine Eltern sorgten für Stroh und Futter, aber alles andere musste er allein regeln.

Schon als Jugendlicher war er erfolgreich und wurde Jugend-Vereinsvizemeister, was natürlich für zusätzliche Motivation sorgte.

2011 erweiterte Timmermann seine Zucht, als ein Züchter aus Uchte erkrankte und ihm seine „Zwergwidder, schwarz-grannenfarbig“ überließ.

Zwei Jahre später beteiligte sich Timmermann in Karlsruhe zum ersten Mal an einer Bundesschau. Weil seine beste Häsin jedoch eine Kahlstelle aufwies und daher nicht bewertet wurde, blieb er dort erfolglos. Ein Jahr später in Ulm verpasste er um einen halben Punkt einen Spitzenplatz. Aber vor einer Woche in Kassel gelang ihm mit seinen Zwergwiddern sein bisher größter Erfolg: Die Roten Neuseeländer erreichten einen guten Mittelplatz, aber seine vier Zwergwidder wurden mit 386 Punkten bewertet. Damit war der junge Schlosser, der in einem Twistringer Betrieb arbeitet, deutscher Meister.

Natürlich wurde der Erfolg gebührend gefeiert. Das größte Lob hörte er von seinem Sulinger Züchterkollegen Helmut Sudmann: „Herzlichen Glückwunsch. Ich züchte schon 50 Jahre und war noch nie Deutscher Meister.“

Inzwischen leeren sich die Ställe. Bis auf zwei Rammler und vier Häsinnen, die er für die Zucht benötigt, sind die Roten Neuseeländer bereits verkauft. Auch die Anzahl der Zwergwidder verringerte sich zum Winter.

Zwei seiner Siegertiere verkaufte er bei der Vereinsschau im November, durfte sie aber noch bei der Bundesschau ausstellen und übergibt sie dem Käufer am 9. Januar bei der Landesschau in Hildesheim zur Weiterzucht.

Pech für Kunstund Brunkhorst

Twistringer Züchter auf der Bundesschau

TWISTRINGEN Erfolgreich sind Twistringer Kaninchenzüchter von der Bundesschau in Kassel zurückgekehrt. „Neun Erwachsene und drei Jugendliche haben 56 Tiere ausgestellt, unter insgesamt rund 23000 Kaninchen in den Messehallen“, berichtet Wolfgang Kerls, Vorsitzender des Twistringer Vereins F321.Nur halber Punktfehlt zum Vize-TitelKai Timmermann verbuchte mit seiner Zweitrasse, Zwergwidder schwarzgrannenfarbig, seinen größten größten Erfolg (s.a. Bericht „16 Jahre vom Traum zum Titel“). Er holte sich den Deutschen Meistertitel. Auf ein Einzeltier erhielt er 97 von 100 Punkten.Pech hatte Karlheinz Kunst mit seinen Zwergwiddern, blau-weiß. Einen halben Punkt mehr, und er hätte sich Deutscher Vizemeister nennen dürfen. Gleiches widerfuhr Lars Brunkhorst, der mit seinen Lohkaninchen, havannafarbig, ebenfalls nur um einen halben Punkt am Vize-Titel vorbeischrammte.Wolfgang Kerls: „Aber auch so war es ein großer Erfolg für ihn, da es sich um seine erste Teilnahme an einer Bundesschau handelte.“ Kunst und Brunkhorst wurden für ihre Leistung mit einem Sachehrenpreis belohnt.Weitere Zuchtgrupen mit Ehrenpreisen stellten Johannes Gredner mit Deutsche Riesen, weiß, und Wolfgang Kerls mit Russen, schwarz weiß.Aus der Jugendabteilung freuten sich Philipp und Julian Kunst mit ihren Zwerwiddern, weiß Rot Auge, über einen Landesverbandsehrenpreis. Anna-Maria Rickers stellte erstmalig Hermelin Blau Auge aus. Die weiteren Twistringer Aussteller seien zwar nicht schlecht gewesen, aber dieses Mal habe es nicht für vordere Plätze gereicht.Sie hoffen auf die Landesverbandsschau in Hildesheim. Die Twistringer Züchter werden dort am 9. und 10. Januar mit etwa 50 Tieren vertreten sein.tw

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