Millionen-Investitionen in Sanierung des Twistringer Kanalnetzes notwendig

Größere Rohre gegen Stau im Schacht

In den kommenden Jahren muss das Twistringer Kanalnetz umfangreich saniert werden – wie bereits in Scharrendorf. - Foto: Wilke

Twistringen - Von Theo Wilke. Das Kanalnetz in der Stadt Twistringen muss in den kommenden Jahren für bis zu acht Millionen Euro brutto saniert werden. Dies macht eine vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) in Auftrag gegebene Studie im Rahmen eines Generalentwässerungsplans deutlich.

Für die Zukunft seien zum Beispiel größere Rohr-Querschnitte nötig, so Diplom-Ingenieur Richard Rohlfing von der hannoverschen Planungsgemeinschaft für Ingenieurbau (PFI). Bei der Kurz-Vorstellung eines Generalentwässerungsplanes zur Sommerpause hat Richard Rohlfing dem Rat und der Stadtverwaltung bereits erläutert, dass es in Twistringen 81 Kilometer an Schmutzwasserkanälen gibt. 

Das Regenwasserkanalnetz umfasst rund 57 Kilometer, und es existieren 1800 Schächte. Der Abteilungsleiter der bundesweit unabhängig tätigen Planungsgemeinschaft für Stadthydrologie und Kanalisation: Stadtentwässerung bedeute unter anderem das Sammeln und schadlose Ableiten von Schmutz- und Regenwasser über Misch- beziehungsweise Trennkanalisation beispielsweise zu den Klärwerken.

Was im Twistringer Untergrund von der PFI monatelang – simuliert und in Echtzeit – untersucht worden ist, wird die Stadt und den OOWV als Betreiber des Kanalnetzes die nächsten Jahre ganz erheblich beschäftigen.

Fest steht bereits, dass die Bundesstraße  51 bis 2019 saniert wird, vorher muss der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband die Kanalisation erneuern und beginnt damit im Bereich Bremer Straße. Auf Richard Rohlfings Dringlichkeitsliste stehen ganz oben die Industriestraße, der Hainbuchenring und die Wildeshäuser Straße. Kostenschätzung für den ersten Abschnitt: rund 2,8 Millionen Euro. Die Untersuchungsergebnisse seien aber noch ganz frisch, heißt es.

Laut PFI gibt es Sanierungsbedarf im größten Teil des Kanalnetzes. Und Diplom-Ingenieur Rohlfing betont, dass es bei rund 300 Regenwasser-Kanalschächten einen Überstau gebe. Bei Starkregen seien mindestens 190 Schächte betroffen. „Nicht nur den Ist-Zustand sanieren“, rät der Fachmann, sondern „vorausschauend“ – etwa mit größeren Kanalrohr-Querschnitten. Oder: versiegelte Flächen zurückbauen, was aber eigentlich nicht vorgesehen sei. „Da sind Kombi-Lösungen gefragt“, heißt es weiter.

Manchmal werden Kanäle nicht größer

Die PFI hat insgesamt 26 Sanierungsgebiete ausgemacht. Zum Beispiel die Luchtenburg mit Theodor-Storm- sowie Wildeshäuser Straße. Im Bereich Delmeweg müsste ein neuer Kanal verlegt werden, um Entlastung zu schaffen. Ein weiterer Abschnitt umfasst Bremer und Steller Straße sowie Herforderweg, um einen Überstau an Regenwasser abbauen zu können. Auch in der Breslauer Straße sind laut Entwässerungsplan größere Rohre notwendig.

Hier werde nicht „frei Schnauze überlegt, unterstreicht Richard Rohlfing. Er nennt ein Beispiel: Im Bereich der Konrad-Adenauer-Straße gebe es verschiedene Wasserspiegellagen. „Manchmal können Kanäle nicht größer werden“, erläutert der Diplom-Ingenieur aus Hannover. Dann werde neben dem bestehenden Regenwasserkanal ein zusätzliches Rohr verlegt. Dafür seien, und ebenso im Bereich der Lindenstraße, B 51 und der Straße Auf den Dillen, noch weitere Untersuchungen nötig.

Schließlich lässt sich die Sanierungsliste nicht in wenigen Jahren abarbeiten. Alle Beteiligten rechnen eher mit einem Zeitraum von zehn und mehr Jahren. Fachbereichsleiter Carsten Werft aus dem Rathaus hat den Ratsmitgliedern vor der Sommerpause schon angekündigt, dass jeder Sanierungsschritt rechtzeitig mit dem OOWV abgestimmt wird.

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