„Gerechtigkeit bedeutet Teilhabe"

Tevfik Özkan überzeugt 30 von 53 Delegierten der SPD

+
Nur einer kann gewinnen: (v.l.) Vito Cecere und Tevfik Özkan vor der Bekanntgabe des Abstimungsergebnisses.

Twistringen - Von Anke Seidel. Er will nicht zulassen, dass die Herkunft über das Wohl und Wehe eines Menschen entscheidet: „Gerechtigkeit bedeutet auch Teilhabe“, stellte Tevfik Özkan in seiner Bewerbungsansprache vor rund 60 Sozialdemokraten in der Twistringer Penne fest.

Wie bereits berichtet, brachte der 28-jährige Rechtsreferendar am Ende 30 der 53 Delegierten hinter sich. 23 stimmten für den Überraschungskandidaten Vito Cecere, der erst wenige Tage vor der Aufstellungskonferenz seine Kandidatur erklärt hatte.

Er sei vom ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Rolf Kramer gefragt worden, erklärte Cecere am Freitag in Twistringen. Doch anders als vom Unterbezirks-Vorsitzenden Ingo Estermann angekündigt, hatte sich Cecere am Donnerstag nicht im Vorstand allen Interessierten vorstellen dürfen: Die Mehrheit des Gremiums hatte dagegen entschieden.

Dass es während dieser internen Sitzung zu einem Eklat gekommen war, darauf ließ die Stellungnahme von Jonathan Kollschen (Vorsitzender des Juso-Kreisverbands) schließen: Er sprachvon „Hasstiraden“. Und stellte sich – wie Juso-Vorstandsmitglied Julian Mayerhofer – hinter Tevfik Özkan. 

Für die SPD Stuhr tat das Arno Büchel. Er sprach von gegensätzlichen Bewerbern: „Tevfik, der hier vernetzt ist und sich seit Jahren engagiert – und auf der anderen Seite ein Polit-Profi“, blickte er auf Vito Cecere als Beauftragten des Auswärtigen Amts für Informationstechnik und Leiter der IT-Gruppe im Auswärtigen Amt. „Schade, dass es nicht Deine eigene Motivation ist“, bedauerte Wiebke Wall aus Sulingen die Tatsache, dass Cecere erst auf Anfrage reagiert hatte.

„Als Rolf Kramer mich vor zwei Wochen anrief“, so Cecere, habe er sich sehr gefreut über das Vertrauen in seine Motivation und seine Qualifikation. Der 49-Jährige berichtete, wie er in Weyhe aufgewachsen war und als 16-jähriger Juso voller Ehrfurcht die Wahlparty des Bundestagsabgeordneten Peter Würtz besucht hatte.

Der heute 77-jährige Abgeordnete a.D. war am Freitag ein aufmerksamer Zuhörer, als die beiden Bewerber sich vorstellten.

Cecere präsentierte sich als Politiker mit langjähriger Erfahrung in der Partei, im Bundestag sowie in Ministerien und verwies auf „Netzwerke, die wir brauchen“. Der zweifache Familienvater versprach, „dass ich den Wahlkreis hier vor Ort wahrnehmen und vertreten werde“. Er erläuterte – immer wieder unterbrochen von Beifall – seine politischen Ziele.

Beifall hatte zuvor auch die Bewerbungsansprache von Tevfik Özkan begleitet, die sowohl Entschlossenheit als auch Leidenschaft prägte. „Frieden gibt es nicht umsonst, man muss für ihn kämpfen – undzwar mit humanen Mitteln“, betonte Özkan. In einer Welt, in der es an allen Ecken und Enden brenne, „brauchen wir mehr Diplomatie!“ 

Der 28-Jährige bekannte sich zur Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenkassenbeiträge durch Arbeitgeber und -nehmer sowie zum Erhalt aller Krankenhäuser im Landkreis. Dabei dürften Land und Bund die Kommunen nicht allein lassen. Einsetzen wolle er sich auch für eine höhere Städtebauförderung als Investitionsschub für Städte und Gemeinden sowie für die nachhaltige Sanierung des Dümmers, sagte Özkan.

Nach seiner Nominierung als SPD-Bundestagskandidat zollte er seinem Mitbewerber sofort seine Anerkennung und seinen Respekt: „Wir hatten einen Wettbewerb.“

Mehr zum Thema:

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Immer mehr Wohnungslose in Deutschland

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Van der Bellen neuer Präsident in Österreich

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Weihnachtsmarkt in Nordwohlde

Klaus Allofs' Erfolge

Klaus Allofs' Erfolge

Meistgelesene Artikel

Schwerer Unfall auf Diepholzer Umgehungsstraße

Schwerer Unfall auf Diepholzer Umgehungsstraße

Twistringer GUT zufrieden mit Besuch auf dem Weihnachtsmarkt

Twistringer GUT zufrieden mit Besuch auf dem Weihnachtsmarkt

Weihnachtliche Kulturtage: Wintersonne sorgt für Hochbetrieb

Weihnachtliche Kulturtage: Wintersonne sorgt für Hochbetrieb

Kinder-„Dingsda“ zur Eröffnung

Kinder-„Dingsda“ zur Eröffnung

Kommentare